Düsseldorf: Nur strahlenden Gesichter bei der Abschlussbilanz der Rheinkirmes

Nach der gedrückten Stimmung zum Ende der Rheinkirmes im vergangenen Jahr, bei der es beim Feuerwerk ein Unglück mit zahlreichen Verletzten gab, strahlten die Gesichter am Sonntag (26.7.) bei der Abschluss-Pressekonferenz durchgängig. Schützen, Orga-Team, Polizei, Feuerwehr, Rheinbahn und Stadt waren höchst zufrieden und das nicht nur wegen des optimalen Wetters.

Abschluss-PK zur Bilanz der Rheinkirmes 2026
Schützenchef Andrea Paul Stieber konnte das Schützenfest endlich wieder „komplett“ genießen. Das heißt mit seiner neuen Amtskette, die pünktlich fertig geworden war und ihm bei der Eröffnung feierlich von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller umgelegt wurde. Aber nicht nur das ließ das Schützenfest und die Rheinkirmes für ihn erfolgreich erscheinen. Er hat viele lächelnde und glückliche Menschen gesehen und das sei das Ziel: ein Schützenfest mit einer friedlichen Kirmes für alle zu gestalten. Dem pflichtete auch Oberst Torsten Peters bei. Die Schützen haben zehn Tage auf den Rheinwiesen genossen und ihren neuen Schützenkönig Karl-Heinz Schmidt gefeiert. Auf dem Platz, aber auch bei den Festzügen durch die Stadt und der Parade hätten die Schützen viel positive Rückmeldungen der Bürger*innen erhalten. Außerdem sei die Veranstaltung für die 1200 Senior*innen im Festzelt ein voller Erfolg gewesen.

Karl-Heinz Schmidt wurde am Freitagabend zum neuen Regimentskönig gekrönt
Manfred Kirschenstein und Sven Gerling bekräftigten, dass das Konzept der Familienkirmes voll aufgegangen sei. Viele Kinderfahrgeschäft, aber auch solche für die Liebhaber extremer Karussells sowie Gastronomieangebote und nicht zuletzt die Kirmeskonzerte hätten rund 4,1 Millionen Besucher*innen auf die Rheinwiesen gelockt. Die Bilanz der rund 300 Schausteller sei ebenfalls durchgehend positiv bezüglich Besucherzahlen, Umsätzen und dem allgemeinen Verlauf. Gerling berichtete, dass die Entkopplung der ersten Drohnenshow vom Kirmesstart (Freitag 17.7.) bei den Schaustellern sehr begrüßt wurde. Das neue Sicherheitskonzept rund um das Feuerwerk habe ebenfalls überzeugt. Da das Feuerwerk aus großen Metallcontainern abgeschossen wurde, war die Gefahr durch Querschläger gebannt. Aber auch am Schutz für die Anwohner*innen habe man gearbeitet. So gab es an den Ausgängen Plakate, die dafür sensibilisieren sollten, möglichst rücksichtsvoll den Heimweg anzutreten. Nach den Anstrengungen zum Kirmesstart konnte die Kirmesfähre dann ab Montag (20.7.) doch noch ihren Betrieb aufnehmen – auch wenn neue Sandbänke am Samstagabend zu einem verfrühten Ende führten. Im nächsten Jahr fährt die Fähre in Verantwortung der Rheinbahn und erhöht damit nochmals die Attraktivität des ÖPNV.

Schilder an der Ausgängen baten die Besucher*innen um Rücksichtnahme
Heike Schuster von der Rheinbahn bestätigte, dass rund 85 Prozent der Kirmesbesucher*innen mit ÖPNV angereist seien und das Unternehmen damit erneut das größte Fahrgeschäft der Rheinkirmes gewesen sei. Ungefähr 800 Mitarbeitende mehr als üblich waren im Einsatz, davon allein 500 Fahrer*innen. Als neuer Betreiber der Kirmesfähre werde man die Herausforderungen aus diesem Jahr in die Pläne für 2027 einfließen lassen.

Die Kirmesfähre soll wieder zum An- und Abreise-Konzept gehören
Das versicherte auch Dirk Bommes vom Amt für Verkehrsmanagement. Die neue Besucherführung am Luegplatz und die Sperrung der Abfahrt zur Düsseldorfer Straße von der Rheinkniebrücke für den Parksuchverkehr hätten sich als sehr gute Maßnahmen erwiesen. Die „Verkehrsberater“ – so nennt das Amt die Mitarbeitenden, die an den Zufahrtswegen die Berechtigungen kontrollieren – etablierten sich von Jahr zu Jahr besser, betonte Bommes. Es habe viel positive Rückmeldungen aus Oberkassel gegeben. Die Sperrungen zum Feuerwerk wurden so optimiert, dass die Mitarbeitenden des Amts für Verkehrsmanagement die Zeit sogar für Wartungsarbeiten nutzen konnten und eine spätere zusätzliche Sperrung überflüssig machten. In der Nachbesprechung wird es wieder Gespräche geben, an welchen Stellschrauben noch gedreht werden kann. Die Ergebnisse fließen dann in die Planungen für 2027 ein.

Das ordnungsamt hatten in Teams ein wachsames Auge auf der Kirmes, war aber auch bei Falschparkern rund um die Kirmes sehr aktiv
Das Ordnungsamt war auch in diesem Jahr mit vielen Mitarbeitenden im Einsatz. Das führte dazu, dass die Zahl der durchgeführten Maßnahmen (Falschparker etc.) von 4026 im vergangenen Jahr auf 5264 erhöht wurde, was 381 Abschleppungen nach sich zog (292 in 2025). In 149 Fällen wurden Jugendliche beim Rauchen oder mit Alkohol erwischt. 146 Personen erwartet ein Zahlungsbescheid über rund 200 Euro wegen Wildpinkelns. In den Nachtstunden wurden am Kaiser-Wilhelm-Ring Lautstärkemessungen vorgenommen, bei denen aber keine Überschreitungen der zulässigen Richtwerte festgestellt wurden. Es gab wenige Beschwerden, die aber weniger die Lautstärke als mehr die Intensität betrafen. Das wurde durch Reduzierung der Bässe in der betroffenen Location behoben.

Die Polizei war durchgängig auf der Krimes präsent
Polizeidirektor Oliver Strudthoff, Leiter der Polizeiinspektion Mitte, lobte die Veranstaltung. Denn bei über vier Millionen Besucher*innen seien die bis Samstagabend angezeigten 69 Straftaten äußerst gering. 26 Körperverletzungsdelikte wurden aufgenommen, 12 Kinder waren vermisst, konnten aber ihren Begleiter*innen zeitnah wieder übergeben werden. Auf seine Nachfrage hin habe die Einsatzleiterin für die Rheinkirmes erklärt: „Also wenn der Rest der Welt die Rheinkirmes wäre, hätten wir kein Problem“. „Jede einzelne Straftat ist eine zu viel und muss ermittelt werden. Aber das sind Zahlen, da würde sich jeder drüber freuen, wenn sie die hätten. Insofern kann ich sagen, polizeilich gesehen wieder mal ein voller Erfolg,“ erklärte Strudthoff.
Dem konnte sich Stefan Böle von der Feuerwehr nur anschließen. Nach 773 Fällen, die im Vorjahr vom Sanitätsdienst behandelt wurden, waren es diesmal nur 526. Dabei mussten 70 Personen in Krankenhäuser transportiert werden. Feuermeldung wurde keine verzeichnet und auch technische Hilfeleistungen kamen nicht vor.
Nach der Kirmes ist vor der Kirmes und so können sich die Schausteller*innen bis Mitte Oktober 2026 für die Teilnahme an der Rheinkirmes 2027 bewerben. Sie findet vom 16. Juli bis zum 25. Juli 2027 statt.