Düsseldorf: Eineiige Drillingsmädchen für Familie Wang

Drei genetisch identische Töchter konnten die Eltern Dan und Kai Wang einen Monat nach der Kaiserschnitt-Geburt im April nun mit nach Hause nehmen. Die Drillinge sind in der Uniklinik Düsseldorf zur Welt gekommen und eine kleine Sensation. Denn diese Konstellation bei Drillingen sei seltener als ein Lottogewinn, betont das Team des UKD.
„Eineiige Drillinge entstehen, wenn sich eine einzige befruchtete Eizelle nach der Befruchtung gleich mehrfach teilt – zunächst zwei Mal und dann in einem weiteren Schritt ein weiteres Mal. Das führt zu insgesamt drei genetisch identischen Embryonen, was ein absolut natürlicher, aber extrem seltener Vorgang ist“, erklärt Dr. Gabriele Bizjak aus der Pränatalmedizin an der Uniklinik Düsseldorf. Kexin Daisy, Keyi Amelia und Kerui Nora teilten sich während der Schwangerschaft auch eine gemeinsame Plazenta – eine äußerst seltene Form der Mehrlingsschwangerschaft.
Oberstes Ziel bei Mehrlingsschwangerschaft ist es, die Schwangerschaft durch eine engmaschige Betreuung so lange wie möglich zu erhalten. Bei Schwangerschaften mit gemeinsamer Plazenta besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, da die Kinder über gemeinsame Blutgefäße miteinander verbunden sein können. Deshalb erfolgten regelmäßige spezialisierte Ultraschalluntersuchungen und eine intensive medizinische Betreuung. Drillinge kommen meist nicht über die 34. Schwangerschaftswoche hinaus und auch die drei Wang-Mädchen wurde in der 33. Woche per Kaiserschnitt geholt.
Die Geburt fand in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Uniklinik Düsseldorf unter Beteiligung eines interdisziplinären Teams der Geburtshilfe sowie der Neonatologie der UKD-Kinderklinik statt. Anschließend wurden die drei Frühgeborenen zunächst engmaschig auf der Kinderintensivstation der Kinderklinik behandelt, konnten aber bereits nach wenigen Tagen auf die Frühchenstation der Klinik umziehen und das Krankenhaus zusammen mit ihren Eltern genau einen Monat nach ihrer Geburt verlassen.
„Sogenannte unreife Frühgeborene, die weit vor ihrem ursprünglich errechneten Geburtstermin geboren werden, benötigen eine ganz besondere Betreuung und Behandlung, die nur an speziell ausgebildeten Zentren möglich ist. Gemeinsam mit der Geburtshilfe sind wir hier an der Uniklinik Düsseldorf ein solches ausgewiesenes Perinatalzentrum Level 1 – das bedeutet die höchste Versorgungsstufe für Mutter und Kinder. Trotz ihrer
Geburt in einer verfrühten Schwangerschaftswoche geht es allen drei Mädchen gut und sie haben sich schnell entwickelt. Wir sind froh, dass wir die Familie bei ihrem Start in das neue Leben begleiten konnten“, freut sich Oberarzt Dr. Dominik Wulf vom Team der Neugeborenenstation der Uniklinik Düsseldorf.
„Solche Geburten zeigen die Bedeutung der engen Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche in einem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe“, ergänzen Prof. Dr. Tanja Fehm, Direktorin der UKD-Frauenklinik, und Prof. Dr. Ertan Mayatepek, Direktor der UKD-Kinderklinik, stellvertretend für ihre gesamten Kliniken. „Wir gratulieren Frau Wang und Herrn Wan herzlich und wünschen den Kindern einen guten Start ins Leben.“