Düsseldorf: Ausstellung zum „Frauencafé Hexenkessel“ im Salzmannbau

Zehn Düsseldorferinnen gründeten im Juni 1980 das „Frauencafé Hexenkessel“ an der Oberbilker Allee 36. Ziel war es einen Ort zu schaffen, der als Treffpunkt diente und an dem Frauen unter sich sein konnten.

Einige der Gründerinnen waren zur Eröffnung gekommen
Damals gab es noch kein Internet und Frauen hatten nur im persönlichen Austausch die Chance, sich Räume zu schaffen und Öffentlichkeit herzustellen. Der Hexenkessel war zunächst nur 20 Quadratmeter groß, plus einer Ecke, in der Kinder betreut werden konnten.

Einige hatten noch Fotos aus ihren Erinnerungskisten mitgebracht
Erinnerungen an die Gründung und die zahlreichen Aktionen, die die Frauen organisierten, sind aktuell in den Räumen der Kom!ma im Bürgerhaus Salzmannbau ausgestellt. Am Montag (18.5.) kamen zahlreiche Wegbegleiterinnen zum Soft Opening, zu dem Ruth Janßen eingeladen hatte. Sie hatte im Nachlass von Margit (Maggie) Kiefer, eine der Gründerinnen des Frauencafés, zahlreiche Dokumente gefunden, die die bewegte Geschichte beschreiben.

Ruth Janßen (links) hat die Ausstellung initiiert, daneben Käthe Lorenz, Geschäftsstellenleiterin der Kom!ma
Von Zeitungsartikeln über Terminübersichten und Fotos bis hin zum eindringlichen Brief eines Nachbarn, man möge doch ein wenig mehr Rücksicht nehmen und nachts nicht so laut feiern, ist viel zu sehen. „Ach was waren wir da noch jung“ kommentierte eine Besucherin beim Blick auf die Fotos. Schnell wurden Anekdoten vorgetragen, was die Frauen damals alles organisiert und erlebt haben.

Interessierte und Mitstreiterinnen tauschten sich bei der Eröffnung aus
So erinnerte man sich an die „Düsseldorfer Straßenlesben“, ein Zusammenschluss von lesbischen Frauen in den 1980er und 1990er Jahren, die mit öffentlichen Protestaktionen Aufmerksamkeit erregten. Beispielsweise überklebten sie am Vorabend des internationalen Frauentags (8. März) die Straßenschilder mit weiblichen Namen.

Der Hexenkessel wurde auch in der Presse thematisiert
Oder an die feministische Organisation „Die Rote Zora“, die sich für die Selbstbestimmung der Frau einsetzte. Bei einer Aktion wurden kopierte Fahrscheine an den Haltestellen verteilt, um allen die kostenlose Nutzung der Rheinbahn zu ermöglichen.

Zum Café Rosa Mond gibt es mehrere Artikel, da es 1986 dazu einen Skandal im Rathaus gab
Die Frauen waren aber auch solidarisch mit anderen Einrichtungen, wie dem Café Rosa Mond. Das sorgte 1986 im Düsseldorfer Rat für einen Eklat. Als über Zuschussmittel für das Café diskutiert wurde, äußerten sich mehrere Ratsmitglieder, dass Homosexuelle nicht ins Menschenbild gehörten.

Fehlende Rücksicht und Anstand kritisierten die Nachbarn – es wurde lange und fröhlich gefeiert
Das Café Hexenkessel zog immer wieder um und spielte eine zentrale Rolle für die Frauen- und Lesbenbewegung in Düsseldorf. Getragen wurde es ganz überwiegend von der ehrenamtlichen Arbeit der Frauen. Wer mehr über die Aktivitäten erfahren möchte, ist herzlich zur Vernissage am 29. Mai 2026 eingeladen. Moderiert von Ruth Janßen findet sie von 19 bis 21 Uhr in den Räumen der kom!ma, Himmelgeister Straße 107, Raum 202 (2. Stock) statt. Der Eintritt ist frei.
Weitere Information zum Besuch der Ausstellung oder Anmeldung gibt es per Mail an komma@komma-duesseldorf.de .