Düsseldorf Hassels: St. Antonius Schützen am Vorabend eines ganz großen Jubiläums

An einem Hundertjährigen Jubiläum – so einmalig und großartig es auch werden wird – ist das Jahr zuvor eigentlich das schönste. Da macht die 99 Jahre alte Schützenbruderschaft St. Antonius Hassels keine Ausnahme. Bereits jetzt war der Schützenplatz von Düsseldorf Hassels mit Schaustellern, Fahrgeschäften und Buden prall gefüllt. Bereits jetzt kamen sehr viele Schützenkameraden aus Benachbarten Stadtteilen und marschierten mit im Festzug und bei der Parade am Sonntag. Und als Angela Helmdach während ihrer Moderation der großen Parade am Sonntag dazu aufrief, alte Fotos und historische Artikel aus der bald hundertjährigen Hasseler Schützengeschichte zu schicken, da kamen mehrere hundert Gäste am Denkmal ins Grübeln – „Haben wir da noch was – vielleicht auf dem Speicher oder beiden Kosten im Keller?“

Höhepunkt am Sonntag: die große Parade am Denkmal.
Kurzum: Das im kommenden Jahr bevorstehende 100-jährige Jubiläum lebt durch die große Vorfreude im Jahr zuvor, als jetzt. Alle haben schon im Geiste durchgespielt, wie es wohl werden wird – obwohl es dafür nun wirklich noch zu früh ist. Denn auch Anno 99 der Hasseler Schützen hat seine starken Momente. Einer davon ist die intensive Anbindung an die Familien im Stadtteil. Den St. Antonius Schützenbrüdern gelingt, worum andere aus dem Sommerbrauchtum noch ringen: Junge Menschen für das Schützenwesen zu begeistern. Das wurde beim Familientag gleich zu beginn des gar nicht kleinen Volksfestes im Stadtteil deutlich. Viele Hundert Gäste kamen auf den Festplatz und amüsierten sich. Ein Auftakt nach Maß.

Das Amazonencorps aus Düsseldorf Garath setzte einen Farbtupfer im Festzug.
Diese Hasseler Schützentage waren auch geprägt von einem stets gut gelaunten, fröhlichen Ruhepol im manchmal hektischen Tagesprotokoll. Das war die Regimentskönigin Andrea Kaiser, die gemeinsam mit ihrem Raimund den Höhepunkt in ihrem Majestätenjahr sichtbar genoss – und für jeden ein freundliches Wort und ein strahlendes Lächeln bereit hatte.

Die Blaskapelle Rahels Musi verstärkte musikalisch das zweite Bataillon.
Überhaupt haben im Hassels die Frauen das Zepter fest in der Hand. Denn der Thron wurde verstärkt durch die Regimentsschülerprinzessin Stella Kaiser, die Regimentsbambiniprinzessin Emilia Weiß und die Bezirksbambiniprinzessin Sophia Todorinc. Es scheint, dass die nächsten 100 Schützenjahre in Hassels fest in Frauenhand sein werden. Mittlerweile 17 Jungschütz*Innen dämpfen zudem die Sorgen um den Schützennachwuchs etwas. Wer angesichts des 99. Schützenfestes Lust bekommen haben sollte, mitzumachen, braucht sich einfach nur zu melden.

Dauerb´begleiter vor und während der Parade am Sonntag: das Handy. Viele verfolgten mit zunehmendem Entsetzen, wie Fortuna Düsseldorf den verbleib in der zweiten Liga verspielte.
Zu guter Letzt sind die Hasseler Schützen mit der Parade am Sonntag eine Verpflichtung gegenüber der gesamten Stadt eingegangen. Denn viele Zuschauer, Schützen und Ehrengästen schauten mit zunehmender Verzweiflung auf ihre Handys und verfolgten fassungslos den Untergang von Fortuna Düsseldorf. Gut, dafür ist die St. Antonius Schützenbruderschaft nicht mitverantwortlich. Aber ihr 100-Jähriges ist erst dann komplett, wenn im nächsten Jahr zu selben der Aufstieg von F95 zurück in die Zweite Liga mindestens genauso konzentriert mitverfolgt werden kann. Abgemacht?