Düsseldorf Derendorf: Seit zehn Jahren gibt es den Erinnerungsort Alter Schlachthof


Der Erinnerungsort Alter Schlachthof auf dem Gelände der HSD

In der Bibliothek stehen die originalen Tröge aus dem Schlachthof
2016 wurde der Erinnerungsort Alter Schlachthof eröffnet, nachdem sich Studierende dafür eingesetzt hatten. In dem Gebäude der ehemaligen Großviehmarkthalle ist der Erinnerungsort entstanden, aber auch die Campus-IT und die Hochschulbibliothek haben dort ihren Platz gefunden.

In einer ehemaligen Pferdehalle an der Rather Straße befindet sich das Gebäude 7 auf dem Hochschulgelände, wo das 10-jährige Berstehen des Erinnerungsorts Alter Schlachthof gefeiert wurde
Am Dienstag (12.5.) hatte die Hochschule zur Feier des zehnjährigen Bestehens des Erinnerungsortes Alter Schlachthof eingeladen. Über 120 Gäste folgten der Einladung, darunter auch Nachkommen der Deportierten, die zum Teil weite Anreisen in Kauf genommen hatten oder der Veranstaltung im Online-Stream folgten.

Unter den Gästen waren auch zahlreiche Nachkommen von Deportierten, die zum Teil weit angereist waren
Die Veranstaltung würdigte die Entwicklung des Ortes als zentralen Lern- und Gedenkort zur NS-Verfolgungsgeschichte. Nach der Begrüßung durch den Leiter des Erinnerungsortes, Dr. Joachim Schröder, betonte die Präsidentin der HSD, Prof. Dr. Edeltraud Vomberg: „Der Erinnerungsort Alter Schlachthof steht exemplarisch für die Verantwortung von Hochschulen, historische Aufarbeitung, Forschung und gesellschaftliches Engagement miteinander zu verbinden. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung ist es wichtig, Orte des Erinnerns lebendig zu halten und sie aktiv in Lehre und Öffentlichkeit einzubinden.“ Sie betonte aber auch, dass es immer noch keine gesicherte Finanzierung dieser so wichtigen Arbeit seitens des Landes NRW gebe.

Die Präsidentin der HSD, Prof. Dr. Edeltraud Vomberg
Dr. Schröder und das Team der Hochschule seien auf Projektfinanzierungen angewiesen und in Zeiten knapper Kassen erfordere dies viel Engagement und Kreativität. Vomberg appellierte an alle, den Angriffen auf die demokratische Ordnung entgegenzutreten. Die HSD und der Erinnerungsort seien Orte, an denen Haltung gezeigt werde. So hätten die Studierenden zwei Flächen auf dem Gelände mit den Namen „Platz der 6000“ und „Platz der Vielfalt“ benannt, um damit die Verpflichtung zu verdeutlichen, die demokratischen Werte zu verteidigen.

Dr. Schröder vermittelte mit Bild- und Ton-Dokumenten eindrucksvoll, wie die Deportationen damals stattfanden
Dr. Schröder verband bei der Veranstaltung Rückblicke auf die Entstehung und Entwicklung des Erinnerungsortes mit persönlichen Perspektiven und Eindrücken von Zeitzeugen. Denn eine der wichtigsten Aufgaben des Erinnerungsortes ist es, die Verbrechen des NS-Zeit zu rekonstruieren und zu dokumentieren. Dazu gehören die Nachwirkungen der NS-Herrschaft ebenso wie die Recherche der Biographien der Deportierten und der Menschen, die ihnen gegen das Vorgehen der Nazis halfen.

Der Erinnerungsort Alter Schlachthof hat zahlreiche Biographien von Deportierten aber auch von Helfer*innen zusammengetragen