Düsseldorf: Fortuna-Legenden unterstützen beim Verkauf des Straßenmagazins fiftyfifty

Das Straßenmagazin fiftyfifty ist im vergangenen Jahr 30 Jahre alt geworden. Seit 1995 verkaufen arme und wohnungslose Menschen die Zeitung, doch die sinkenden Auflagezahlen bereiten den Macher*innen Sorgen. Neben der Papierausgabe des Straßenmagazins gibt es mittlerweile das „Obdach-Los“, eine Online-Version mit Gewinnmöglichkeit, oder das digitale Jahresabo. Damit soll dem Trend begegnet werden, dass immer mehr Leser*innen statt Papier das Tablet oder Handy bevorzugen. Um den Kauf des monatlichen E-Papers bei den Verkäufer*innen attraktiv zu machen, besteht mit dem Kauf eines „Obdach-Los“ (das einen Zugangscode enthält) die Gewinnmöglichkeit attraktiver Preise.
Aber auch diese Neuerung konnten die weiter sinkende Auflage des Magazins nicht stoppen. Deshalb starteten die Fortuna-Legenden Rouwen Hennings und Oliver Fink am Dienstag (12.5.) eine Unterstützungsaktion für das Straßenmagazin. Gemeinsam mit zwei fiftyfifty-Verkäufern waren sie eine Stunde in der Altstadt unterwegs und boten die Zeitung an.
Dabei erfuhren die ehemaligen Fortunen, was es bedeutet Verkäufer des Straßenmagazins zu sein. Es ist nicht nur das Geld, dass die Menschen damit verdienen – die Printausgabe kostet 3,40 Euro, das Obdach-Los 2,80 Euro, entsprechend des Namens fiftyfifty geht das Geld je zur Hälfte an Verkäufer und Verein. Viele Verkäufer*innen haben ihre Stammplätze, kommen mit den Menschen im Stadtteil ins Gespräch und werden damit „sichtbar“. Die Kontakte und das Wahrgenommen werden trägt zum Selbstwertgefühl bei und verschafft Bestätigung. Denn viele Verkäufer leiden nicht nur an Wohnungslosigkeit, sie haben gesundheitliche Probleme, sind isoliert und rutschen damit immer weiter ab. Der regelmäßige Verkauf der Zeitung ist für sie ein Schritt in Richtung selbstbestimmtes Leben. Durch den Verein fiftyfifty haben sie die Chance im Rahmen von Housing First eine eigene Wohnung zu finden.
Es ist also nicht nur die Zeitung, deren qualitativ hochwertige Artikel sich lohnen zu lesen, dahinter stecken Schicksale von Menschen, die durch den Zeitungsverkauf den Versuch starten, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Vanessa und Thomas genossen die Aufmerksamkeit, die ihnen am Dienstag von Rouwen Hennings und Oliver Fink sowie zahlreichen Passanten geschenkt wurde. Wem es möglich ist, sollte das Projekt mit dem Kauf einer Zeitung oder des Obdach-Los unterstützen. Und wer das nicht kann, hat vielleicht ein Lächeln oder ein freundliches Wort für die Verkäufer*innen – das kostet nichts, tut aber auch gut.