Düsseldorf: 15 Teams kämpften beim Justiz-Cup um den Sieg

Normalerweise ziehen Polizei, Staatsanwaltschaft, Vollzugsbehörden an einem Strang, wenn sie versuchen Straftäter*innen hinter Schloss und Riegel zu bringen. Teil solcher Verfahren sind auch die Rechtsanwälte. Das alles findet unter gesetzlichen Vorgaben und hohen formalen Anforderungen statt. Dazu gehört bei der Polizei die Uniform und bei den Richtern die Robe. Doch einmal im Jahr tauschen alle ihre Dienstkleidung in Sporthosen und Trikots, dann ist der Tag des Justiz-Cups.

Das Orga-Trio Johanna Harnischmacher, Sinan Kozlowski, Sam Bertling mit Ehrengast Ex-Profi-Torwart Oliver Reck (v.l.)
Das Orga-Team Sam Bertling, Sinan Kozlowski und Johanna Harnischmacher hatte am Freitag (3.7.) auf die Sportanlage des DSV 04 in Lierenfeld eingeladen. Dort wurden Richter zu Gegnern, stellen sich Polizeibeamte Duellen untereinander und Justizvollzugsbeamte tricksten Anwälte aus. Die Amtsträge*innen verwandelten sich in ehrgeizige Fußball-Spieler*innen – bis an die Grenze der Regelkonformität und manchmal auch darüber hinaus.

Es wurde um jeden Zentimeter Rasen gekämpft
Doch Sieg und Niederlage waren am Ende des Tages zweitrangig. „Die Mitarbeitenden der einzelnen Behörden lernen sich mal auf einer anderen Ebene kennen. Bei uns, also beim Team des Oberlandesgerichts spielen vom Richter bis zum Wachtmeister über alle Dienstwege hinweg verschiedene Dienstgruppen zusammen“, erläuterte der Präsident des Oberlandesgerichts Düsseldorf Werner Richter. „Das erhöht das Verständnis füreinander, man begegnet sich im Gericht anders und hat in der Kantine für mindestens vier Wochen ein Gesprächsthema.“ „Und das Turnier ist auch ein Familienfest über viele Justizbehörden hinweg“, ergänzte der Vize-Präsident des Amts- und Landgerichts Düsseldorf Stefan Coners.

(v.l). Stefan Coners (Vize-Präsident des Amtsgerichts Düsseldorf), Heike Kremer (Vize-Präsidentin des Amtsgerichts) und Werner Richter (Präsident des Oberlandesgerichts Düsseldorf)
15 Teams aus Justizbehörden aus Düsseldorf, Mönchengladbach, Aachen, Duisburg, Köln und Essen spielten beim Kleinfeld-Fußballturnier um Ruhm, Ehre und Pokale. Es war das dritte Turnier dieser Art und das bisher größte. „Man wird routinierter in der Organisation und hat dadurch Kapazitäten frei, sich um andere Dinge zu kümmern, die so ein Turnier aufwerten“, erklärte Sam Bertling vom Orga-Team. So gab es nach der Vorrunde erstmals eine Trophäe für den Torjäger des Turniers (Robin Volks: 7 Tore, Polizeipräsidium Essen) und eine Tombola mit Sachpreisen von der Fortuna und einem von der Mannschaft signiertem DEG-Trikot der Saison 25/26. „Wir haben die beteiligten Mannschaften zwischen fünf Vorschlägen wählen lassen, wer den Tombola-Erlös erhält“, berichtete Bertling. „Sie haben sich mehrheitlich für das Jugend- und Kinderhospiz Regenbogenland entschieden.“ Der Anwaltsverein Düsseldorf hatte für die ermüdete Muskulatur der Spieler*innen eine Massage spendiert.

Sam Bertling (rechts) war nicht nur Organisator, er spielte auch aktiv mit
Für Bertling und sein Richterteam vom Amtsgericht reichte es nicht zum Turniersieg, nicht einmal zum Halbfinaleinzug. Nach einer 1:3 Niederlage nach Elfmeterschießen war im Viertelfinale Schluss. „Wir trainieren seit Juni 2023 wöchentlich,“ gestand Bertling, da hatte man sich mehr erwartet.

Zahlreiche Team aus Düsseldorf waren dabei
So aber gewann das Team des Polizeipräsidiums Essen vor dem Landgericht Mönchengladbach nach einem 3:0 Endspielsieg. Einen kleinen Siegerpokal sicherte sich das Polizeipräsidium Düsseldorf durch einen 2:0 Erfolg im Spiel um den dritten Platz gegen das Justizzentrum Aachen.