Umsonst und draußen im Volksgarten: 13. Auflage von Rock gegen Rechts Düsseldorf am Samstag

Die Ballonwiese im Volksgarten wird am Samstag (22.8.) wieder zur großen Eventfläche für die 13. Auflage von Rock gegen Rechts. Von 14 bis 24 Uhr steigt das Umsonst-und-Draußen-Festival. Auch in diesem Jahr wird ein vielfältiges Live-Programm mit sechs musikalischen Acts geboten. Das Open-Air-Event verbindet ein hochkarätiges Konzertprogramm mit einer klaren politischen Haltung und dem unmissverständlichen Bekenntnis zu einer toleranten, vielfältigen und ausgrenzungsfreien Stadtgesellschaft. Ziel ist es, ein lautstarkes Ausrufezeichen gegen die extreme Rechte zu setzen. Thomas Reucher, 1. Vorsitzender des Trägervereins Rock gegen Rechts Düsseldorf e.V.:„Angesichts der jüngsten Entwicklungen im Land leider nötiger denn je.“

Ein Festival für Alt und Jung, Foto: Dirk Schmidt
Familien sowie Menschen aller Couleur – unabhängig von ihrem gesellschaftlichen Status, ihrer sozialer Herkunft oder sexuellen Identität – sind auf dem Festivalgelände willkommen und finden dort einen sicheren Raum vor. Mehrere Tausend Besucher*innen werden erwartet.
Moderiert wird Rock gegen Rechts in diesem Jahr von Rapper DuFF, der Tice vertritt, die wegen eines eigenen Auftritts verhindert ist. DuFF ist ein gefeierter Lokalmatador der Battle-Rap-Szene. Zwischen den Live-Acts wird die Düsseldorfer Punk-DJ-Ikone Jürgen Krause, alias DJ JayKay, in bewährter Manier auflegen und die Stimmung hochhalten.

Poti Zero, Foto: Elco
Als Zeichen von Teilhabe und Inklusion wird erstmals in der Festivalgeschichte mit Poti Zero aus Neuss eine inklusive Band das Festival eröffnen. „Solche Bands sind ansonsten unsichtbar für ein breites Publikum. Die kommen normalerweise gar nicht raus aus ihrem Kosmos. Zu Unrecht!“, sagt Joachim „Akki“ Müller, der selbst im sozialen Bereich arbeitet. Als Bassist der Bands Oiro und 100blumen ist er in der Düsseldorfer Musikszene aktiv und Teil des ehrenamtlichen Orga-Teams von Rock gegen Rechts. Musikalisch stehen Poti Zero für handgemachte Livemusik mit einer Menge Mitsing-Potenzial. „Auch insofern freuen wir uns sehr, dass wir mit Poti Zero eine ganz besondere Festival-Premiere feiern können“, sagt Müller.
The Busters werden am Samstag im Volksgarten als Headliner auftreten. Mit ihrem Song „Wehrt euch“ hat die Band so etwas wie eine inoffizielle Hymne des Widerstands gegen den Rechtsruck im Land geschaffen. Sie stehen für eine klare Überzeugung gegen Rassismus, gegen Ausgrenzung, gegen das Wegschauen – und für Offenheit und Solidarität. Seit fast 40 Jahren stehen The Busters für leidenschaftliche Shows mit einer explosiven Mischung aus Ska, Rock’n’Roll, Reggae und Punk.

The Busters, Foto: Jessy The Busters
Zum weiteren LineUp gehört die Düsseldorfer Band The NAGGS, die bereits mit ihrem furiosen Auftritt beim Düsseldorfer Büdchentag mit einem mitreißenden Sound aus 60ies-Garage-Rock, Powerpop und Rock’n’Roll begeisterte. Die Band setzt sich aus vier Frauen und einem Mann am Schlagzeug zusammen, die mit ihrer Musik schlechte Laune vertreibt und Stillsitzen ziemlich schwer macht.
Als Solo-Act tritt MPC Lafote aus Hamburg am Samstagabend auf. Er steht für eine sehr eigene, auf elektronische Weise sehr tanzbare Musik irgendwo zwischen NDW und Post-Wave. Rapperin Liser aus Köln komplettiert das Programm. Sie wird vor allem für neo-feministische Töne wahrgenommen, aber auch für harte und zugleich gefühlvolle Punchlines gegen Mackertum, Macho-Attitüde und alltägliche Intoleranz.
Aus dem Rheinland stammen Adam Angst, eine Deutschpunk-Band um den Sänger und Songwriter Felix Schönfuss. Die Texte zeichnen sich durch eine scharfe Mischung aus Sozialkritik, Antifaschismus und bissigem Sarkasmus aus.

Adam Angst, Foto: Adam Angst
Damit die Botschaft, die vom Festival ausgeht, auch bei allen Besucher*innen gleich gut ankommt, wird es erneut ein Rollstuhlpodest geben, das auch mobilitätseingeschränkten oder kleinwüchsigen Menschen den bestmöglichen Bühnenblick gewährt. Sie wird in diesem Jahr von der elco, ehemals gemeinnützige Werkstätten Neuss (GWN), ermöglicht. Die Moderation und sonstige Redebeiträge auf der Bühne wird die professionelle Gebärdendolmetscherin Linda Münch in Echtzeit in Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzen. Außerdem wird Festivalgelände im Rahmen der baulichen Gegebenheiten so barrierearm wie möglich gestaltet. Eine weithin erkennbare Awareness-Crew ist jederzeit ansprechbar, damit sich alle Festival-Besucher*innen wohl und sicher fühlen. Alle wichtigen Informationen stehen auf der Festival-Homepage in Leichter Sprache zur Verfügung. Auch eine ausreichende Anzahl von barrierefreien Toiletten wird am Veranstaltungstag auf dem Gelände bereitstehen. Zum Festivalgelände führen größtenteils befestigte und beleuchtete Wege.
Infostände: Politische Gruppen und Initiativen laden zum Austausch ein

Die 13. Ausgabe von Rock gegen Rechts am 22. August auf der Ballonwiese im Volksgarten, Foto: Dirk Schmidt
Neben einem diversen Bühnenprogramm und den genannten Teilhabe-Angeboten werden auch in diesem Jahr wieder Initiativen und politische Gruppen aus der Region vertreten sein und zum Dialog einladen. An rund 40 Infoständen stellen sie ihre ehrenamtliche, integrative und politische Arbeit vor und freuen sich auf den Austausch mit den Besucher:innen. Darunter sind etwa die Hans-Böckler-Stiftung, die Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative STAY!, Amnesty International, die Düsseldorfer Drogenhilfe e.V., Jugend gegen Rechtsruck, das zakk, die gemeinnützige Kampagne Kein Bock auf Nazis sowie zahlreiche weitere Initiativen und gesellschaftspolitisch aktive Gruppen aus Düsseldorf und Umgebung.
Rock gegen Rechts ist auf Spenden angewiesen
Am 30. Mai hieß es im BrauArt „Biertrinken und Gutes tun“ als Soli-Veranstaltung für Rock gegen Rechts. „Die Resonanz auf unseren Support-Event im Mai mit großer Unterstützungs-Tombola hat uns regelrecht überwältigt“, sagt Thomas Reucher, 1. Vorsitzender des Trägervereins Rock gegen Rechts Düsseldorf. „Das zeigt, dass Rock gegen Rechts und das, wofür es steht, den Menschen in Düsseldorf und Umgebung wichtig ist.“

Spenden für Rock gegen Rechts werden gerne genommen, Foto: Dirk Schmidt
„Nichtsdestotrotz sind wir als ehrenamtliches und nicht-kommerzielles Festival – in Zeiten immer spärlicher werdender oder ganz ausbleibender Förderung durch die öffentliche Hand – mehr denn je auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Spenden sind auch weiterhin jederzeit unkompliziert möglich und sehr willkommen“, betont die 2. Vorsitzende Katja Bieker.
Spenden können im Vorfeld über die Festival-Homepage www.rock-gegen-rechts-duesseldorf.de oder am Veranstaltungstag selber vor Ort getätigt werden.