Düsseldorf: Polizei veröffentlicht Fahndungsfotos nach antisemitischem Übergriff am Rathausufer

Aktualisierung: Die Polizei veröffentlichte am FReitag (2.10.) Fotos einer Überwachungskamera, die die beiden Tatverdächtigen zeigen. Der erste Tatverdächtige ist circa 1,75 Meter groß, von kräftiger Statur, mit dunklen, gelockten, schulterlangen Haaren. Bekleidet war er mit einem auffälligen roten Jogginganzug. Der zweite Tatverdächtige ist etwas größer, von athletischer Statur mit schwarzen Haaren. Wer Angaben zur Identität oder dem Aufenthaltsort der zwei jungen Männer bzw. zum Tatablauf machen kann, wird gebeten sich an den Staatsschutz beim Polizeipräsidium Düsseldorf unter der Rufnummer 0211 870-0 zu melden.
Die ursprüngliche Meldung
In Begleitung seiner Freundin war ein Mann am Dienstagabend (22.9.) gegen 20:30 Uhr am Rathhausufer unterwegs. Bekleidet war er mit einem schwarzen Pullover, der die aufgedruckten goldenen Buchstaben “IDF” (Israel Defense Forces) trug.
Das Schriftzeichen erregte die Aufmerksamkeit von zwei unbekannten Frauen, die ihn ansprachen und israelfeindlich beleidigten. In dieses Streitgespräch mischten sich dann zwei hinzugekommene männliche Passanten ein. Sie attackierten den Mann mit Schlägen und Tritten. Als drei aufmerksame Zeugen versuchten, schlichtend einzugreifen, wurde ein Zeuge von einem Schlag getroffen und leicht verletzt. Die beiden Angreifer und die beiden Frauen konnten unerkannt entkommen.
Die männlichen Aggressoren werden von Zeugen als etwa 20 Jahre alt und als nordafrikanischer Phänotyp beschrieben. Einer hat dunkle, schulterlange und gelockte Haare und war mit einem auffällig roten Jogginganzug bekleidet. Sein Komplize hat dunkle kurze Haare und war insgesamt eher dunkel gekleidet. Eine der Frauen, die den Streit ausgelöst hatten, ist circa 20 bis 25 Jahre alt und soll ebenfalls nordafrikanischen Phänotyps sein. Sie hat eine kräftige Statur und lange dunkelbraune Haare. Bekleidet war sie mit einem Pullover und einer dunklen Hose. Auffällig an ihr sollen ihre voluminösen “aufgespritzten” Lippen und intensives Makeup gewesen sein.
Die Ermittlungen hat der Staatsschutz übernommen, der Zeugen, die Angaben zu der Tat oder den Beteiligten machen können, bittet, sich unter der Rufnummer 0211 870 0 zu melden.
Stellungnahme der Jüdischen Gemeinde
Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf verurteilt den Angriff auf einen jüdischen Mann am Rathausufer in Düsseldorf aufs Schärfste. Der Mann wurde zunächst antisemitisch und israelfeindlich beleidigt und anschließend von mehreren Personen mit Schlägen und Tritten angegriffen. Hier wurde ein Mensch aufgrund seiner sichtbaren jüdischen Identität (er trug sichtbar eine Kippa) und seiner Solidarität mit Israel zum Ziel von Hass und körperlicher Gewalt.
Wer einen Menschen angreift, weil er sichtbar Solidarität mit Israel zeigt und als Jude wahrgenommen wird, überschreitet eine Grenze, die für unsere Gesellschaft niemals verhandelbar sein darf.
Dieser Vorfall ereignete sich mitten in Düsseldorf, in einer Stadt, in der jüdisches Leben sichtbar und selbstverständlich Teil der Stadtgesellschaft sein sollte. Niemand darf das Gefühl haben, eine Kippa absetzen, seine jüdische Identität verbergen oder seine Verbundenheit mit Israel verschweigen zu müssen, um sich sicher durch Düsseldorf bewegen zu können. Die Entwicklung, dass der Hass auf Israel und auf Jüdinnen und Juden in konkrete Gewalt umschlägt, macht uns sehr betroffen.
Wir erwarten eine konsequente und vollständige Aufklärung dieses Angriffs sowie eine klare strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. Gleichzeitig braucht es eine unmissverständliche Antwort der gesamten Gesellschaft auf diesen Vorfall. Es darf nicht zur Normalität werden, dass Jüdinnen und Juden mit Hass konfrontiert werden und sich jüdisches Leben deshalb zurückziehen muss.
Unser Dank gilt ausdrücklich den Zeugen, die versucht haben, den Angriff zu beenden, und dabei selbst verletzt wurden. Ihr Einschreiten zeigt, dass es Menschen gibt, die nicht wegsehen. Genau diese Haltung brauchen wir jetzt mehr denn je.
Jüdisches Leben gehört zu Düsseldorf. Es muss sichtbar bleiben, es muss sicher sein und es darf niemals wieder dazu kommen, dass Jüdinnen und Juden ihre jüdische Identität verstecken müssen, um sich frei und sicher in unserer Stadt bewegen zu können.
Am Donnerstag (24.9.) um 18 Uhr findet am Mannesmannufer, auf Höhe der Thomasstraße, eine Mahnwache statt.