Längst kein Geheimtipp mehr – die Hinterhoflesungen in Düsseldorf

Organisiert vom WP 8, der ArtConnection und dem zakk dürfen sich die Düsseldorfer*innen auch in diesem Sommer auf die Hinterhoflesungen freuen. Die Bierbänke werden wieder in Hinterhöfen der Stadt aufgebaut, die man vielleicht noch nicht kennt. Neben dem Blick hinter Tore und in Höfe, trifft man nette Menschen und Autor*innen von nah und fern mit großer und kleiner Literatur, an schönen Abenden – und auch für Getränke ist gesorgt.

Den Auftakt gab es am Donnerstag (13.8.) in der Skyline Tonfabrik an der Behrenstraße. Tom Blankenberg als Gastgeber begrüßte und übergab dann das Mikrophon an Aylin Celik, die durch den Abend führte.

Aylin Celik begrüßt Jann Wattjes, Foto: Dirk Schmidt
Den Platz am Lesepult nahm als erster Jann Wattjes ein. In der Vorankündigung hieß es „er schreibt über Nudelaufläufe, niederländische Pokémon oder Karies und gewinnt damit am Ende doch jeden Poetry Slam“ – entsprechend neugierig waren die Gäste, was sie erwartete. Nach einer launigen Einführung über seine Kindheit und Jugend in einem ostfriesischen Dorf gab es eine Geschichte zu seinem Leitsatz, der ihn durchs Leben getragen hat „Betrunkene sagen die Wahrheit“. Dabei begeisterte er nicht nur durch die Inhalte, sondern auch durch die zahlreichen Protagonisten, die jeweils mit individueller Stimme vorgetragen wurden. Faszinierend wie Wattjes die wirrensten Gedanken in Texte kleidet und dabei immer noch sinnige Weisheiten unterbringt.

Jeanette Kasper-Feld, Foto: Dirk Schmidt
Mit viel Tiefgang trat anschließend Jeanette Kasper-Feld auf. Die Poetry-Slammerin, Autorin und Tour-Poetin aus Krefeld wirkte anfänglich etwas schnoddrig, beeindruckte aber mit ihren Texten. Da ging es zum einen um ein Familientreffen und den Onkel mit rechten Gedankengut. Im Text „Colgate Lächeln“ schilderte sie den langen Weg von schlechten Zähnen in der Kindheit bis zu einem selbstbewussten Lächeln. Mit viel Applaus für sie ging es in die Pause.

Bernard Hoffmeister, Foto: Dirk Schmidt
Aus seinem Buch „Benjamin im Stroboskop“ las Bernard Hoffmeister. Es ist sein Debütroman, in dem es um den 29jährigen Benjamin geht, der über Walter Benjamin promoviert. Sein Alltag in Düsseldorf, die Uni, die Kultur- und Poetry-Slam-Szene – vielfach geht es ums Scheitern und die Frage nach dem Sinn.
20. August 2026
Die Hinterhoflesung 2026 No. 2 findet am 20. August im Maschinendorf an der Birkenstraße 23 statt. Dann werden wieder drei Autor*innen vortragen. Dabei ist die Düsseldorfer Poetry-Slammerin Maja Romeike. Sie verbindet sprachliche Kreativität mit gesellschaftlichen und alltäglichen Themen, die das Publikum zum Nachdenken, Schmunzeln und Lachen einladen. Auch Leon Hanke wird im Maschinendorf auftreten. Der Autor und Bühnenkünstler zeichnet sich durch sprachliche Präzision sowie performative Präsenz aus, mit denen er seine Texte aus persönlichen Perspektiven und gesellschaftlichen Beobachtungen vorträgt. Das Trio der Auftretenden komplettiert am Donnerstag (20.8.) tabs. Ihre Texte sind persönlich, nahbar und immer ein Stück von ihr selbst. Sie begeistert der Austausch, der zwischen den Zeilen stattfindet, und die Möglichkeit, mit Worten Menschen zu erreichen.
27. August 2026
Die Spieloase Bilk an der Brunnenstraße 65a ist Veranstaltungsort für das Finale der Hinterhoflesungen 2026 am 27. August. Weitere Infos folgen in Kürze.
Der Eintritt zu allen Hinterhoflesungen ist frei, Spenden sind erwünscht. Die Hinterhoflesungen werden gefördert vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.