Düsseldorf Hellerhof: Seit 40 Jahren Montessori-Pädagogik im Kindergarten St. Matthäus

Als Anfang der 1980-er Jahre viele junge Familien in den Stadtteil Hellerhof zogen, war schnell klar, dass der vorhandene kleine Kindergarten nicht ausreichte. Ein zweiter wurde dringend benötigt, allerdings waren auch damals die Geldmittel Knapp. Erst nach harschen Elternprotesten und einer 500.000 Mark-Spende der Stadtsparkasse konnte vor 42 Jahren den KiTa-Grundstein gelegt werden. Die Stadt Düsseldorf plante den Kita-Bau und das Erzbistum Köln wurde Träger des katholischen Kindergartens St. Matthäus – Montessori Kinderhaus. Am Freitag (24.4.) wurde der 40. Geburtstag gefeiert.

Eltern und ehemalige Mitarbeitende kamen zum Fest
„Wir sind seit vier Jahrzehnten ein fester Bestandteil Hellerhofs“, betonte Kinderhaus-Leiterin Mariola Wieczorek und freute sich über die zahlreichen Gäste, die auch Geschenke mitbrachten. So gab es vom St-Matthäus-Kirchenvorstand einen Scheck über 400 Euro.

Zahlreiche Gäste gratulierten
Beim Geburtstag erinnerten sich einige Gäste daran, wie damals alles begonnen hatte. Denn Geld gab es nicht für die zweite Kita. Zwar hatte die Stadt nach vielen Eltern-Aktionen, Protesten und Forderungen zugesagt, eine weitere Kita in Hellerhof zu errichten. Bedingung war aber, dass das Land NRW 600.000 D-Mark als Zuschuss gewährt, damit die geplante Bausumme von zwei Millionen D-Mark aufgebracht werden konnte. Doch Stadt und Land kamen nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Das ärgerte auch die Hellerhofer Kinder, die nicht in die Kita konnten. Ein Kind schrieb sogar an den damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau. „Mein Papa sagte mir, dass Du der oberste Landesvater bist. Sprich doch einmal mit deinem Kassierer, damit der endlich das nötige Geld nach Hellerhof schickt“, heißt es in dem Kinderbrief. „Die Stadt Düsseldorf sagt nämlich, dass sie ohne Dein Geld den schon lange versprochenen Kindergarten in Hellerhof nicht bauen kann.“ Rau, ganz Landesvater, antwortete sogar: „Ich finde es großartig, dass Du mir Deine Sorgen … in aller Offenheit schilderst. Nun wäre mir natürlich nichts lieber, als wenn ich Dir kurzerhand mitteilen könnte, dass der Kassierer ein Einsehen hat und das für einen zweiten Kindergarten in Hellerhof benötigte Geld zur Verfügung stellt. Leider läßt sich das Problem aber nicht so leicht und schnell lösen. Auch ein Ministerpräsident kann nicht immer und überall in dem Maße helfen, wie es ihm selber lieb wäre.“

Innen sind die Räume kreativ und kindgerecht gestaltet
Das alles liegt lange zurück und dank des Erzbistums, dass mithilfe einer Spende der Stadtsparkasse vor 42 Jahren den KiTa-Grundstein legen ließ, können sich heute 58 Kinder in der dreizügigen Kita wohl fühlen.

Das Montessori-Material steht bereit
„Am Anfang hatten wir nur ganz wenige Kinder, die in der Ganztagsbetreuung bei uns waren“, erinnert sich die stellvertretende KiTa-Leiterin Martina Pache-Sarmiento. „Heute erhalten alle 58 Kinder ihr Mittagessen bei uns und sind von 7.30 bis 16.30 Uhr bei uns. Früher war ein Elternteil, meist die Mutter, zu Hause. Heute gehen beide Eltern arbeiten, so dass sich niemand um die Kinder kümmern kann“, so Pache Sarmiento.

Das pädagogische Prinzip des spiralförmigen Lernens mit Steinen dargestellt
Die Entwicklung wird auch an der KiTa selbst deutlich, denn inzwischen gibt es Anbauten, die Inneneinrichtung ist moderner, flexibler geworden und auch das Außengelände wurde zuletzt aufgewertet. „Im Februar 2025 haben wir unsere komplett neu gestaltete Außenanlage in Betrieb nehmen können“, berichtet Pache-Sarmiento. „Wir sind sehr glücklich, dass die meisten unserer Ideen bei der Neugestaltung umgesetzt werden konnten.“
Das Profil des Sankt Matthäus – Montessori-Kinderhauses ist aber geblieben. Nach wie vor stützt man sich auf die Säulen der Montessori-Pädagogik, Glauben und Gemeinschaft. Inzwischen ist auch Wald- und Umweltpädagogik sowie der Schwerpunkt Bewegung dazugekommen. Der runde Geburtstag wurde mit einer Messe unter aktiver Mitwirkung der Kinder zelebriert und anschließend in der KiTa gefeiert.