Düsseldorf: 5600 Fahrgäste der Rheinbahn beim „Aktionstag Sicherheit“ kontrolliert

Wer am Freitagabend (24.4.) mit den U-Bahn von Hauptbahnhof in Richtung Heinrich-Heine-Allee fuhr, musste an der Haltestelle Steinstraße/Kö einen kurzen Zwischenstopp in Kauf nehmen. Denn Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe, 36 Fahrausweisprüfer*innen und acht Sicherheitskräfte der Rheinbahn führten eine Kontrolle aller Fahrgäste durch. Der Zug stoppte in der Haltestelle, die Kontrolleure gingen hinein und niemand konnte aussteigen. Da das trotzdem einige aus gutem Grund versuchten, war auch die Polizei mit 20 Einsatzkräften vor Ort und unterstützte die Aktion.

Wer ohne Fahrschein oder vielleicht, weil man Drogen dabei hatte, aussteigen wollte, hatte keine Chance
Zwischen 20:30 und 4:15 Uhr wurden insgesamt 5.603 Fahrgäste kontrolliert, 714 hatten kein gültiges Ticket und mussten das erhöhte Beförderungsentgelt entrichten – eine Quote von 12,74 Prozent. Die Polizei leitete im selben Zeitraum 13 Strafanzeigen ein, unter anderem wegen Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte im Rahmen von Personenkontrollen und Diebstahl. Drei Personen wurden in Gewahrsam genommen und ein offener Haftbefehl konnte vollstreckt werden.

Rheinbahnchefin Grabbe nahm persönlich an den Kontrollen teil
Rheinbahn und Polizei wollen mit verstärkter Präsenz, Kontrollen und direktem Austausch mit Fahrgästen im Rahmen des „Aktionstags Sicherheit“ ein klares Signal setzen. Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe, die selbst an den Kontrollen teilnahm, betonte: „Sicherheit ist eine zentrale Voraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr. Unser Ziel ist es, den ÖPNV als verlässlichen und sicheren Raum zu gestalten – tagsüber genauso wie nachts.“

Alle mit gültigen Fahrschein setzten ihre Fahrt nach dem kurzen Stop fort
Das gilt nicht nur für die Fahrgäste, sondern auch für die Mitarbeitenden. Der Tod des Bahnmitarbeiter, der Anfang Februar bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress in Landshut von einem Reisenden ohne gültiges Ticket mit Schlägen gegen den Kopf attackiert worden war und später an seinen Verletzungen starb, war ein weiterer Hinweis, dass die Aggressivität der Menschen zunimmt. Die Rheinbahn hat die „Sicherheitsstrategie 2030“ aufgelegt, zu der verschiedenen Bausteine gehören: Prävention, sichtbare Präsenz, den Einsatz moderner Technologien und eine gelebte Sicherheitskultur.

Wer Widerstand leistete, wurde fixiert
So werden beispielsweise die Fahrkartenprüfteams nach erfolgreichem Testbetrieb schrittweise mit Bodycams ausgestattet. Die Zahl der Übergriffe sei seitdem weniger geworden, denn wenn der Mitarbeitende die Kamera aktiviert und diesem seinem gegenüber erklärt, kann der potentielle Aggressor sich im Display der Kamera sehen, während die Aufzeichnung läuft. Allein das reiche häufig aus, um die Situation zu deeskalieren, berichten die Mitarbeitenden. Die Aufzeichungen der Bodycams sind bei Gericht als Beweismittel zugelassen.

Es gab auch Festnahmen
Christian Finke, Bereichsleiter Betrieb der Rheinbahn, hebt die erfolgreiche Zusammenarbeit hervor: „Der Aktionstag hat gezeigt, wie wichtig die enge Kooperation mit der Polizei und die sichtbare Präsenz vor Ort sind.“ Neben den Kontrollen setzte die Rheinbahn auch auf den Dialog mit den Fahrgästen. An den Haltestellen „Heinrich-Heine-Allee“ und „Hauptbahnhof“ wurden rund 1.500 Karten mit QR-Codes zu einer Sicherheitsumfrage verteilt. Diese ist online abrufbar und richtet sich an Fahrgäste im gesamten Bediengebiet: www.rheinbahn.de/umfrage-sicherheit. Denn geplant ist eine digitale „Sicherheitskarte” der Rheinbahn, die auf den Ergebnissen der Kundenbefragungen aufbaut. Damit sollen insbesondere die Bedürfnisse vulnerabler Gruppen stärker berücksichtigt werden und so zu einer noch gezielteren Sicherheitsplanung beitragen. „Die Rückmeldungen unserer Mitarbeitenden und Fahrgäste sind für uns ein zentraler Baustein, um Sicherheit stetig weiter zu verbessern. Wir wollen, dass sich unsere Fahrgäste jederzeit sicher fühlen – an Haltestellen ebenso wie in Bussen und Bahnen“, so Grabbe. „Deshalb erfassen wir gezielt das subjektive Sicherheitsempfinden und lassen die Ergebnisse konsequent in unsere Maßnahmen einfließen.“
Schwerpunktkontrollen, wie die am Freitagabend soll es künftig öfter geben, plant die Rheinbahn.