Düssel-Cup 2026 in Düsseldorf im Geiste des gegenseitigen Respekts

Die Darsteller*innen der Revue Lolaland heizten den Partygästen am Samstagabend (28.3.) im Zakk noch mal so richtig ein. Travestie, Tanz, Gesang, Artistik und Comedy verschmolzen mit dem Publikum zu einer eigenen Welt. Das nahm nach einem anstrengenden Turniertag den Augen- und Ohrenschmaus auf der Bühne begeistert an.
Turniertag? Ja, denn die Party im Zakk war lediglich der gesellige Abschluss des Düssel-Cups 2026, dem großen internationalen queeren Multisportevent. „In diesem Jahr kamen knapp 700 Teilnehmende aus 24 Nationen zu uns nach Düsseldorf“, berichtet Sarah Hornickel aus dem Düssel-Cup-Organisationsteam. „In zwei Sportarten haben wir keine Wettkämpfe, sondern Workshops angeboten.“

Hier geht es für die Teilnehmenden ins Wasser, Foto: Moritz Leick
Bereits zum 17. Mal luden die Düssel-Cup-Macher die LGBTQ+, also lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen, zum Sport in die Landeshauptstadt ein. Diesmal standen Basketball, Badminton, Fußball, Laufen, Minigolf, Schwimmen, Square Dance, Squash Tennis, Thaiboxen, Tischtennis und Volleyball auf dem Programm. Am meisten zu tun hatte dabei Drag-Artist Miranda Lordt, obwohl in keiner Sportart dieser Name auf der Teilnehmendenliste stand. „Miranda Lordt hat nach den Schwimmwettbewerben insgesamt 750 Medaillen überreicht“, erklärte Hornickel.

Auch einen Laufwettbewerb gab es mit vielen Startenden, Foto: Moritz Leick
Die Teilnehmenden kamen aus Belgien, Brasilien, Bulgarien, China, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Indien, Kolumbien, Litauen, Luxemburg, Malaysia, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Thailand, USA, Uganda und Venezuela. Das zeigt, dass der Düssel-Cup international über einen guten Ruf verfügt. Allerdings ist die Teilnahme nicht immer einfach, haben viele Länder doch deutlich restriktivere Gesetze als Deutschland.

Zahlreiche Teams traten beim Volleyball an, Foto: Moritz Leick
„Uganda hat im Jahr 2023 eine Gesetz namens ‘Anti-Homosexuality Act’ erlassen. Dieses Gesetz verbietet homosexuelle Beziehungen und verschärft die Strafen“, erklärt einer der Teilnehmer aus Uganda. „Menschen, die dem Vergehen der Homosexualität schuldig gesprochen werden, können zur lebenslangen Haft und in Fällen der verschärften Homosexualität sogar zum Tode verurteilt werden.“ Weil auch Menschen, die die LGBTQ+ Community unterstützen, bestraft werden, leben queere Personen in Uganda in ständiger Angst. Da war es für das Volleyball-Team, dass auch nur durch die tat- und finanzkräftige Hilfe des „Outreach“-Programms des Düssel Cups in der Halle der Toni-Turek-Realschule antreten konnte, eine große Freude, zum städtischen Empfang im Jan-Wellem-Saal des Rathauses eingeladen zu sein. „In Uganda wäre es undenkbar, dass eine staatliche Institution uns empfängt“, so einer der Volleyball-Spieler. „In Düsseldorf haben wir Anerkennung, Respekt und Gleichberechtigung erfahren.“

In Düsseldorf durfte natürlich auch die Sportart Tischtennis nicht fehlen, Foto: Moritz Leick
Für die Landeshauptstadt ist das gelebter Alltag. „Wir sind davon überzeugt, dass Gleichberechtigung, Chancengleichheit für alle Menschen niemanden ausschließt“, erläutert die stellvertretende Leiterin des Amtes für Gleichstellung und Antidiskriminierung, Susanne Kaufmann. „Bis zum heutigen Tage sieht sich die LGBTQ+ Community weltweit Diskriminierungen und Verfolgungen ausgesetzt. Aber in Düsseldorf sind sie im Geiste gegenseitigen Respekt willkommen.“
In diesem Geiste lief der gesamte Düssel-Cup 2026 ab und sandte die Botschaft einer sportbegeisterten und weltoffenen Stadt in 24 Länder.