Düsseldorf: Demonstration des Bündnis Feministischer Kampftag

Verschiedenste Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen, die sich feministisch engagieren, um gemeinsam für die Rechte und Freiheiten von FLINTA* (Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen) einzutreten, haben sich zum Bündnis Feministischer Kampftag Düsseldorf zusammengeschlossen und am Samstag (7.3.) eine große Demonstration organisiert.

Die Wiese bildete eine Art Tribüne für die Auftaktkundgebung
Gestartet wurde auf den Gustaf-Gründgens-Platz, der auch durch die, wie eine Tribüne wirkende, Wiese des Kö-Bogens II eine sehr gute Kulisse für die rund 1200 Demonstrierenden bot. Das diesjährige Motto lautete „Feminismus kennt keine Grenzen – Kampf gegen Imperialismus, Patriarchat und Faschismus!“. Zu Beginn wurde eine Schweigeminute für alle gehalten, die durch Krieg, Verfolgung, Gefangenschaft oder Tod nicht mehr an der Veranstaltung teilnehmen können. Für sie enthielt der Demozug erneut den “Leeren Block”, der durch das Banner „Für alle FLINTA, die ermordet, entführt oder abgeschoben wurden – Wir sind nicht alle“ angeführt wurde.

In zahlreichen Beiträgen, die immer wieder von den Rufen „Jin Jian Azadi“ – Frau, Leben, Freiheit und „hoch die internationale Solidarität“ begleitet wurden, riefen die Redner*innen zum Widerstand gegen das Patriarchat und Unterdrückung sowie Gleichberechtigung auf. Kämpferisch wurde betont, dass man niemals aufgeben werde sich gegen Täter zu stellen und das System, dass diese schütze.
Kritisiert wurde von einer Rednerin, dass viele bei Feminismus nur an weiße Frauen denken. Bei Demonstrationen für Migrant*innen, Kurd*innen oder People of Colour müsste die Beteiligung noch viel stärker sein.

Die Gebärdendolmetscherin übersetzte auch die Rede von Mieze McCripple
Auch Mieze McCripple betonte, dass der feministische Kampftag ein Zeichen der Solidarität für alle Gruppen sein müsse, die unter Patriarchat, Rassismus, Diskriminierung und Unterdrückung leiden. 99 Frauen seien im vergangenen Jahr durch Femizid getötet worden, in diesem Jahr bereits 5 berichtete die Aktivistin. Dabei sei Femizid keine Frage der Nationalität, sondern der Mord durch Männer, die ihr Patriarchat und ihre Machtansprüche weiter ausüben wollen.
Dem schloss sich eine weitere Rednerin an, die klarstellte, dass Verbrechen an Frauen niemals Einzeltaten seien, sondern durch das System begünstigt würden. Daher müsse man gemeinsam und geeint gegen das System kämpfen, um ein Leben in Sicherheit, Selbstbestimmtheit, Stärke und Hoffnung führen zu können.
Die verschiedenen Redebeiträgen wurden von Gebärdendolmetscher*innen übersetzt.

Richtung Goltsteinstraße startete der Demozug
Der Demonstrationszug führte vom Gustaf-Gründgens-Platz über die Goltsteinstraße, die Jacobistraße und die Tonhallenstraße zum Fürstenplatz. Dabei hatte man aus dem Vorjahr gelernt. Damals war durch die eigene Darstellung der kurdischen Frauenbewegung bereits bei der Auftaktkundgebung der Eindruck entstanden, es handele sich um zwei separate Veranstaltung. Diesmal zog man geeint durch die Stadt.

Tanz der kurdischen Frauen
“Wir sind begeistert von der Stärke und Vielfalt der Demo”, resümierte eine Organisatorin. Die Teilnehmer*innen brachten ihre Wut lautstark zum Ausdruck. Sie riefen “Mann tötet nicht aus Liebe – stoppt Femizide”, “Gegen Macker und Sexisten – Fight the Power, Fight the Cis-tem!” oder “Kein Mensch ist illegal – Bleiberecht überall!” und machten außenstehende Zuschauer*innen auf ihre Forderungen aufmerksam: Das Ende von Gewalt, Patriarchat und Rassismus.

Auf kreativen Plakaten zeigten die Demonstrant*innen ihre Messages: Von “Feuer und Flamme dem Patriarchat” über “Feminismus statt Faschismus” bis hin zu “no means no”. Auch das Frontbanner ließ erkennen, wofür die Menschen heute auf die Straße gegangen sind: “Feminismus kennt keine Grenzen”.

Am Ende des Demonstrationszuges gab es die Möglichkeit, Teil des „Leisen Blocks“ zu sein. Dort wurde verstärkt darauf geachtet, eine ruhigere, aber nicht weniger kämpferische Atmosphäre für Menschen zu gestalten, für die Lautstärke und Reize eine Herausforderung darstellen. Ein mobiles Awareness-Team war während der Demonstration für die Teilnehmer*innen ansprechbar.
Die Demo endete am Fürstenplatz, wo sich zahlreiche Menschen versammelten und den Redebeiträgen zuhörten. Am Abend haben dann noch einige Demonstrant*innen den Tag mit Essen und Musik im LZ ausklingen lassen.
Frauenstreiktag Düsseldorf
Das „Töchter-Kollektiv“ ruft bundesweit zu einem „intersektional-feministischen Frauenstreik“ auf. In Düsseldorf findet die Aktion am Montag (9.3.) auf dem Corneliusplatz von 16 bis 18 Uhr statt.