Düsseldorf: Tausende ziehen bei der CSD-Demo durch die Stadt

Für viele Verkehrsteilnehmer*innen in Düsseldorf war es am Samstagnachmittag (6.6.) sicherlich eine Zumutung, denn es staute sich in der Innenstadt ordentlich. Für die vielen Teilnehmenden an der CSD-Demo war es Ausdruck von Lebensfreude, Haltung, Solidarität und auch politischer Botschaft. Deshalb legt das Orga-Team des CSD auch Wert darauf, dass es sich nicht um eine Parade handelt, sondern um eine Demonstration. Unter dem Motto „Wir bleiben bunt und laut“ beteiligten sich mehrere Tausend an der Demo.

Beste Stimmung bei der Aufstellung
Gestartet wurde am Graf-Adolf-Platz, wo sich bereits um 12 Uhr die ersten Menschen sammelten. Dabei auch verschiedene Unternehmen mit bestens ausgestatteten Trucks mit Musikanlagen. Um den zahlreichen jungen Menschen einen Platz zu bieten, die keiner Gruppierung angehören, wurden sie gebeten sich in Block 2 hinter einem Truck einzureihen. Davon wurde reger Gebrauch gemacht.
Nachdem Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller gemeinsam mit Fabian Zachel, Elisabeth Wilfart, Kalle Wahle, Betti Tielker und Anke Kahrau-Schmich ein Regenbogenband durchschnitten hatte, startete die Demo. Nach einer Stunde erreichten sie wieder den Ausgangspunkt, um dann auf die Kö einzubiegen, wo sie bereits von sehr vielen Zuschauer*innen erwartet wurden. Es ging von dort Richtung Oper und über die Bankenseite der Kö erneut zurück zum Graf-Adolf-Platz. Über die Kasernenstraße und vorbei am Carlsplatz anschließend zum Rheinufer und auf dem Johannes-Rau-Platz wurden alle mit viel Jubel empfangen.

Vor dem Start der Demo wurde noch offiziell ein buntes Band durchschnitten
Eine Ratsfrau der AfD, die vor dem Start zahlreiche Fotos anfertigte, wurde unerwartet von einem Wasserschauer überrascht, der von den Rufen „Nazis raus“ begleitet wurde. Die AfD vertritt eine queerfeindliche politische Linie, weshalb die Anwesenheit von AfD-Vertreter*innen als Provokation empfunden wurde. Dass die Stadtverwaltung, der Landtag, die Bezirksregierung und das Jobcenter eine andere Einstellung als die AfD haben, verdeutlichten sie erneut mit ihrer Teilnahme. Die SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP und Volt waren ebenfalls dabei.

Die AWO hatte eine Kinderbahn organissiert, so konnten die Regenbogenfamilien die Demo genießen
Deutliche Kritik an der Politik gab es bei der letzten Gruppe im Demozug. In „Nähe trifft Kälte“ wurde der Slogan der Landeshauptstadt „Nähe trifft Freiheit“ geändert und auf die massiven Einsparungen im sozialen Bereich hingewiesen. Ein Sarg mit der Aufschrift „Queer im Alter“ rollte davor. Auch die finanzielle Förderung der Stadt des CSD als Veranstaltung fehlte in diesem Jahr komplett.

“Queer im Alter” wurden die Mittel gestrichen – beim CSD trug man das Projekt zu Grabe
Trotzdem feierten alle ausgelassen am Johannes-Rau-Platz weiter, wo bereits seit 15 Uhr das Bühnen-Programm mit DJ Marvin, Yasmin Huchins, die KG Regenbogen, der Talk „Karneval und LGBTIQ“, die Pink Poms, Vorstellung der Gäste der Partnerstädte Reading und Chemnitz, Sängerin Nicolette Street, Effi Biest und Drag-Stars, Max Weyers, Lola Land Revue, Ikenna, Tobi Lieb und Robin Ryan lief. Ab 22 Uhr ging es dann für viele zur großen Final-Party ins Tor 3.
Bereits um 11 Uhr beginnt das Programm am Sonntag. Dann treten die Academy Gospel-Singers, Raphael Landauer und das Dorf-Hopp-Quartett, Ralf Schüller und Guy van Damme auf. Der TSC Contakt Düsseldorf wird tanzen und lädt zum Mitmachen ein, ebenso die Altbierstimmen, ein Chor aus Düsseldorf. Geplant ist außerdem der Talk „Queer im Alter“.
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