Düsseldorf: Rechner hilft bei der Entscheidung für Carsharing

Der Kauf eines Autos ist teuer und damit nicht genug. Denn es braucht eine Versicherung und einen Parkplatz. Besonders das Parken ist in Düsseldorf je nach Stadtteil ein schwieriges Thema und viele Autofahrer kennen das Problem, abends langen suchen zu müssen, bis man irgendwo im Viertel einen halbwegs legalen Parkplatz findet. Besonders in der Innenstadt haben sich viele Menschen bereits vom eigenen Pkw verabschiedet und sind auf Rad oder Lastenrad umgestiegen. Doch manchmal braucht man eben doch ein Auto. Da kommen die Carsharing-Anbieter ins Spiel.
Im Rahmen der Mobilitätsstrategie hat die Stadt das Angebot gefördert und an vielen Mobilitätsstationen gehören neben Fahrrädern und E-Scootern auch Carsharing-Fahrzeuge dazu. Damit die Bürger*innen leichter einschätzen können, ob sich Carsharing im Vergleich zum eigenen Auto lohnt, hat die Stadttochter Connected Mobility Düsseldorf GmbH (CMD) einen unabhängigen Carsharing-Rechner entwickelt.
Ziel der Entwicklung war es, ein unabhängiges, transparentes und nutzerfreundliches Tool zu entwickeln, das eine gute Grundorientierung bietet und hilft, Hürden bei der Nutzung des Carsharings abzubauen. “Die Förderung des Carsharings in Düsseldorf ist uns sehr wichtig. Wir treiben den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur voran und möchten Menschen ermutigen, Carsharing auszuprobieren und in ihren Alltag zu integrieren”, erläutert Holger Odenthal, stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement. Dazu gehört auch, verständliche Informationen und praktische Hilfestellungen bereitzustellen.

Auch ein Car-Sharing-Angebot gehört zur Mobilitätsstation an der Pflazstraße, Foto: Dirk Schmidt
Zwar gibt es im Internet zahlreiche Informationen zu Tarifen und Kosten, aber die Kosten sind beim Carsharing stark abhängig von verschiedenen Faktoren, allen voran von der eigenen Nutzung und den vorhandenen Anbietern oder deren Tarifstruktur. “Unser Carsharing-Rechner arbeitet mit realistischen Kostenannahmen für Carsharing in Großstädten. Er basiert auf einem vereinfachten, aber fachlich geprüften Modell und soll eine schnelle, verständliche und zugleich individuell anpassbare Einschätzung ermöglichen”, erklärt Dominik Bommer, Wirtschaftsreferent und Produktverantwortlicher für das Thema Carsharing bei der CMD.
Einfache Bedienung, individuelle Anpassung
Der Carsharing-Rechner richtet sich an Menschen, die ihr eigenes Auto mit dem Carsharing vergleichen wollen als auch an solche, die bei der Frage des Autokaufes die Carsharing-Nutzung in Betracht ziehen. Besonders hilfreich kann das Tool in Lebenssituationen sein, in denen Mobilitätsentscheidungen neu getroffen werden: etwa bei einem Umzug nach Düsseldorf, nach dem Erwerb des Führerscheins, bei veränderten Arbeitswegen oder wenn das bisherige Auto ersetzt werden muss.
Die Stärke des Carsharing-Rechners liegt in seiner Einfachheit und die Eingabemöglichkeit individueller Daten und die anpassbare Werte der persönlichen Kostensituation. Wenige Werte müssen Nutzende dafür zu Beginn der Berechnung ausfüllen. Dazu zählen beim Vergleich mit einem eigenen Auto Werte wie die Jahreslaufleistung, das Fahrzeugalter, der aktuelle Fahrzeugwert oder die geplante Nutzungsdauer. Beim Vergleich zum Autokauf wird der aktuelle Fahrzeugwert durch den Anschaffungspreis ersetzt. Viele weitere Werte, beispielsweise zur Nutzung des Fahrzeuges für Alltagsfahrten, Tagestouren oder Urlaubsreisen können nach Bedarf angepasst werden.

CarSharing-Fahrzeuge können beispielsweise von Cambio gemietet werden, Foto: Dirk Schmidt
Carsharing-Angebot in Düsseldorf
Die Nutzung von Carsharing in Deutschland sowie in Düsseldorf nimmt kontinuierlich zu. Während im Jahr 2021 erst rund 5.000 Menschen bei den Carsharing-Anbietern registriert waren, ist Carsharing in Düsseldorf heute fest etabliert und wird bereits von mehr als 30.000 Düsseldorfern sowie von Pendlern und Touristen regelmäßig genutzt. 900 Carsharing-Fahrzeuge stehen dafür in der Landeshauptstadt zur Verfügung. Diese verteilen sich hauptsächlich auf den stationsbasierten Carsharing-Anbieter “Cambio Rheinland” sowie die Anbieter “Miles Mobility” und “Free2move”, die einen stationslosen Ansatz, das so genannte Free-Floating, verfolgen. Die Fahrzeuge variieren in ihrer Größe vom Kleinwagen über den Familienkombi bis zum Transporter.
Carsharing wird in Düsseldorf im Rahmen der kommunalen Mobilitätsstrategie gefördert und ergänzt vor allem in den innerstädtischen Quartieren den Öffentlichen Personennahverkehr und den Radverkehr. Für die 31 Prozent der Düsseldorfer Haushalte, die kein Auto besitzen, wird ein flexibles und kostengünstiges Angebot geschaffen. Die nachhaltige urbane Mobilitätsplanung unterstreicht den ganzheitlichen, strategischen Planungsansatz der Landeshauptstadt. So wurden unter anderem über 34 Mobilitätsstationen in Betrieb genommen. 100 Mobilitätsstationen sollen es bis 2035 sein. Sie verfügen über exklusiv für Carsharing-Fahrzeuge reservierte Stellplätze und bieten Nutzenden so eine verlässliche Anlaufstelle für das Ausleihen und Abstellen von Carsharing-Fahrzeugen. Die Standorte, an denen die Carsharing-Fahrzeuge abgestellt werden dürfen, sind in den jeweiligen Apps der Carsharing-Anbieter hinterlegt oder auf der Website der CMD verfügbar.