Düsseldorf feiert das Büdchen als Lebensgefühl: Samstag ist Büdchentag

Das Büdchen im Viertel ist weit mehr als der Ort, an dem man eine Zeitung, ein Getränk und Zigaretten bekommt. Büdchen gehören zum Düsseldorfer Lebensgefühl, das bestätigt auch Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der den Büdchentag seit vielen Jahren unterstützt. Bereits zum zehnten Mal findet dieser am Samstag (5.9.) statt und diesmal sind es sogar 70 Büdchen in vielen Stadtteilen, die zum Besuch einladen. Wie populär das Event mittlerweile ist, zeigen auch die neuen Kooperationen mit Kulturinstitutionen der Stadt, das ausgebaute Familienprogramm, das Palermo-Büdchen, der Oldtimer-Shuttle der Rheinbahn und eine Aftershow-Party in vier Clubs.

(v.l.) Besitzer der Trinkhalle am Rochusmarkt Markus Da Mota Ribeiro, Jakob Barzel, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Marie Deiss und Christian Düchtel bei der Vorstellung des 10. Büdchentags
„All City“ lautet das Motto in diesem Jahr und das ist wörtlich gemeint, denn immer mehr Stadtteile sind dabei. Gefeiert wird am Samstag, 5. September 2026, von 13 bis 22 Uhr an rund 70 Büdchen, die sich vielfach für einen Tag in Bühnen für Musik, Kunst, Literatur und Mitmach-Aktionen verwandeln. Das Stadtfest ist kostenlos und für alle offen.
„Büdchen sind mehr als Orte der Nahversorgung. Sie sind soziale Mikrozentren und Nachbarschaftstreffs. Neben der Aldi-Kasse und dem Fußballstadion gehören sie zu den letzten verbliebenen Orten, an denen Menschen aus allen Milieus, Generationen und sozialen Schichten aufeinandertreffen. Denn vor der gemischten Tüte sind wir alle gleich“, betont Christian Düchtel, Gründungsmitglied und Vorstand des Düsseldorfer Büdchentag e.V.
„Gemeinschaft, Nachbarschaft, Zusammenhalt – dafür steht Düsseldorf. Sichtbar wird diese offene, rheinische Lebensart an den Büdchen in unseren Vierteln. Hier spielen Alter, Herkunft oder Religion keine Rolle. Büdchen sind Treffpunkte für alle und gelebter Zusammenhalt. Seit zehn Jahren feiert der Büdchentag diese wunderbaren Orte. Mit viel Herzblut und noch mehr ehrenamtlichem Engagement ist eine Veranstaltung entstanden, die inzwischen rund 70 Büdchen im gesamten Stadtgebiet zusammenbringt und deren Strahlkraft weit über Düsseldorf hinausreicht. Ich danke allen Beteiligten, die den Büdchentag Jahr für Jahr mit großem Engagement möglich machen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der zur Vorstellung des Programms an die Trinkhalle am Rochusmarkt gekommen war.

Der Lessingplatz war 2025 Anlaufstelle für viele, Foto: Dirk Schmidt
In diesem Jahr hatten die Organisator*innen öffentlich zur Teilnahme aufgerufen und die Resonanz war riesig. Nicht nur Büdchenbetreiber*innen konnten sich bewerben, sondern ausdrücklich auch Kreative aus den Bereichen Chor, Literatur, Theater und Kunst. Ergänzt um das Band- und DJ-Programm gibt es daher an vielen Büdchen viel zu erleben. Erstmals sind Büdchen in Oberkassel, Lierenfeld, Unterrath und Gerresheim dabei. Aber getragen wird der Büdchentag von den Orten, die seit zehn Jahren dabei sind. Das Hip-Hop-Büdchen am Kiosk Karakus, Bedris Island in Bilk, die Trinkhalle am Rochusmarkt, der Kiosk 46 in Flingern und das Sri-Lanka-Büdchen in Oberbilk sind seit der ersten Ausgabe 2016 Teil des Festivals. Zu den festen Programmgrößen zählen außerdem die Trinkhalle am Volksgarten und das Büdchen am Dorotheenplatz. Jedes dieser Büdchen hat über die Jahre sein eigenes Profil entwickelt – von der Hip-Hop-Party bis zum Nachbarschaftstreff mit Livemusik.
Zum Jubiläum nehmen zahlreiche Partner*innen aus dem Düsseldorfer Kulturleben teil. Gemeinsam mit dem Literaturbüro NRW entsteht ein Literaturbüdchen im Büdchendorf am Fürstenplatz. Das Theatermuseum lädt zu einem internationalen Snack Contest. Das Stadt:Kollektiv des Düsseldorfer Schauspielhauses und das Projekt „zuhören draußen“ bringen Theater und Gespräch an die Kioske. Die Initiative Stadtbild Düsseldorf lässt ein kollektives Porträt mit 300 Menschen aus der Stadt entstehen. Die Psychologists for Future sind mit einem eigenen Format vor Ort.

Seifenblasen an der Kulturbud zum Büdchentag
Ein Stück Werstener Geschichte öffnet zum Büdchentag wieder seine Türen: das ehemalige Kiosk, Wäschte 161 Kultur Bud Wersten gUG an der Werstener Dorfstr.161. Ein Familienprogramm mit Riesenseifenblasen und Malaktionen lädt am Nachmittag ein. Ab 17 Uhr legt DJ Edelescort auf.
Nicht nur der Büdchentag feiert seinen 10. Geburtstag, auch die Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf und Palermo. Zur Feier gibt es ein Palermo-Büdchen (U-Bilk, Bilker Allee 3) mit viel italienischer Musik. Dazu stehen dort an den Decks Marina Morena und Riccardo Schirò aus Palermo. In der sizilianischen Hauptstadt betreiben sie einen Plattenladen, in Düsseldorf werden sie ein Stück Lebensfreude aus Palermo ans Büdchen bringen.
Deutlich gewachsen ist das Angebot für Familien, das von der BürgerStiftung Düsseldorf gefördert wird und an mehreren Büdchen in den Stadtteilen stattfindet. Die Rheinbahn bietet am Büdchentag Fahrten im Oldtimer-Straßenbahn-Shuttle durch die Stadt an. Die Bahn verkehrt zwischen den Stationen Medienhafen, Morsestraße, Hauptbahnhof und Bruchstraße – und wieder zurück.
Wenn an den Büdchen Feierabend ist, geht der Büdchentag in den Clubs weiter. Mit einem Ticket für 15 Euro öffnen sich die Türen von Reinraum, Graf, Giselle und Schleuse Zwei. Tickets gibt es über rausgegangen.de.
Das komplette Programm des Büdchentags finden sie hier.