Trans*beratung Düsseldorf feiert 10. Geburtstag

Die Trans*beratung Düsseldorf ist bei der Aidshilfe Düsseldorf angesiedelt und feierte ihr 10-jährige Bestehen im Loft-Café an der Johannes-Weyer-Straße. Zur Fest am Freitag (12.6.) waren viele Gäste gekommen und trotz der aktuellen finanziell schwierigen Situation wurde fröhlich gefeiert.
Trans* ist ein Oberbegriff für Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Bei der Aidshilfe Düsseldorf häuften sich im Jahr 2013 die Anfragen von Trans*Menschen und es wurde deutlich, dass ein großer Beratungs- und Unterstützungsbedarf bestand. Im ersten Schritt gründete sich eine Trans*Selbsthilfegruppe und die Aidshilfe begann mit der Lobbyarbeit, um für ein professionelles Beratungsangebot zu werben. Das hatte 2015 Erfolg und es wurde seitens der Stadt eine halbe Stelle bewilligt. Die offizielle Gründung der Trans*beratung Düsseldorf war im Mai 2016. Lena Klatte übernahm die Beratung und baute die Anlaufstelle auf. Vor rund fünf Jahren trat Jonas Brandt die Nachfolge an. Die Nachfrage stieg kontinuierlich und die Arbeit wurde seitens der Stadt anerkannt, so dass seit 2022 eine ganze Stelle gefördert wurde.

Auf einer Wand war notiert, warum die Trans*beratung wichtig ist
Die Angebote entwickelten sich stetig weiter. Neben Menschen mit Trans*Thema steht die Beratungstelle Angehörigen, Paaren und Partner*innen ebenso offen wie trans* Kindern und deren Eltern sowie nicht-binären, abinären und genderfluiden Menschen offen. Auch Menschen, die mit dem Thema Trans* beruflich in Berührung kommen, können beraten werden. Aktivitäten wie das tin-Schwimmen wurde gemeinsam mit den Dolphins entwickelt, das für alle trans*, inter* und nichtbinären Personen, die gerne schwimmen, einen Safe Space ermöglicht.

Miriam Koch lobte die Arbeit, aber konnte keine Förderzusagen machen
Eine 10-jährige Erfolgsgeschichte, die Dezernentin Miriam Koch lobte und bestätigte, aber doch war sie „mit leeren Händen“ gekommen. Denn die finanzielle Lage der Stadt verlangt nach Kürzungen im sozialen und kulturellen Bereich. Bereits für 2026 waren die Mittel für die Trans*beratung um ein Drittel gekürzt worden und Koch machte keine Hoffnung, dass die Förderung sich für 2027/2028 erhöhen würde. Sie war sich im klaren darüber, dass ihre Worte bei einer Geburtstagsfeier ein Stimmungskiller sind. Lediglich Solidarität und Gesprächsoffenheit konnte sie anbieten sowie die frühzeitige Informationen, wenn die Förderbeträge für die nächsten Jahre bekannt sind.

Andrea Krieger begeisterte mit ihren Liedern
Die trübe Stimmung verschwand aber schnell, als Andrea Krieger ihr musikalisches Programm präsentierte. Mit mehreren Liedern begeisterte sie die Gäste und erinnerte auch daran, dass sie bereits bei der Eröffnung der Trans*beratung gesungen hatte. Außerdem luf sie alle zum Besuch des Musicals Shrek ein, das Ende Juni und Anfang Juli im Theater und Konzerthaus solingen aufgeführt wird. Weitere Infos gibt es hier.

Mika Schäfer betonte die Vorreiterrolle der Trans*beratung Düsseldorf
Mika Schäfer, Landeskoordinatorin Trans*NRW betonte die Bedeutung der Trans*beratung und weiß um die zunehmenden Finanzierungsprobleme. Dabei seien Räume für Stärkung und Selbsthilfe so wichtig. Die Stelle in Düsseldorf sei eine der ersten in NRW gewesen und war damit ein Meilenstein, der viel angestoßen hat. Über 1000 Anfragen habe die Trans*beratung Düsseldorf im vergangenen Jahr gehabt und schon das zeige, wie dringend diese Stelle gebraucht wird.
Die Aidshilfe hat bereits eine Spendenaktion gestartet, um das Angebot der Trans*beratung bis Ende 2026 zu sichern. Wer weitere Informationen zur Arbeit der Beratungsstelle haben und/oder unterstützen möchte, findet hier weitere Informationen.