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Home›Düsseldorf›Fortuna Düsseldorf mit Aktionen zum Erinnerungstag an die Nazi-Opfer

Fortuna Düsseldorf mit Aktionen zum Erinnerungstag an die Nazi-Opfer

Von Ute Neubauer
26. Januar 2026
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Auch am Deportations-Mahnmal, Ecke Toulouser Allee/Marc-Chagall-Straße, gibt es eine Gedenkveranstaltung am 27. Januar

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurde am 27. Januar 1945 befreit. An verschiedenen Orten wird rund um diesen Tag an die verfolgten, deportierten und ermordeten Menschen im Nationalsozialismus gedacht. Opfers des Völkermords wurden Jüdinnen und Juden, Homosexuelle, politischen Gegner, Angehörige bestimmter religiöser Gemeinschaften und der Sinti und Roma. Auch die Fortuna erinnert an diesen Tag und will ein Zeichen dafür setzen, dass sich solch abscheuliche Taten nicht wiederholen dürfen – nie wieder. Aufklärung über und die Erinnerungen an die Gräueltaten sind wichtiger denn je, da antisemitischen Tendenzen in der Gesellschaft zunehmen. Bereits seit über zwanzig Jahren greift der deutsche Fußball die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im Rahmen des „Erinnerungstags im deutschen Fußball“ auf. Die Fortuna stellt sich der Verantwortung, ihre Vergangenheit, insbesondere zu Zeiten des Nationalsozialismus, aufzuarbeiten und kritisch zu beleuchten.

Bereits am Samstag (24.1.) wurde beim Spiel in Hannover von beiden Teams und den Schiedsrichtern ein Banner hochhalten. Am Dienstag (27.1.) werden Vertreter*innen der Fortuna an der Gedenkveranstaltung am Deportations-Mahnmal, Ecke Toulouser Allee/Marc-Chagall-Straße, teilnehmen.

Auch für den 20. Spieltag der Bundesliga und 2. Bundesliga wird es Aktionen geben. Rund um das Heimspiel der Fortuna gegen den SC Paderborn 07 kann in den Logen Süd die Ausstellung „Im Abseits. Jüdische Schicksale im Deutschen Fußball“ besucht werden. Außerdem wird die Vitrine in der Infobox durch die AG Fortuna-Geschichte bestückt und bildet den Startpunkt für die Besichtigung der Ausstellung. Unmittelbar vor der Partie werden beide Mannschaften sowie das Schiedsrichtergespann ein Banner mit der Aufschrift „WeRemember“ hochhalten.

Darüber hinaus gibt es drei Veranstaltungen im Haus der Jugend in der Lacombletstraße 10, die gemeinsam mit der AG Fortuna-Geschichte organisiert werden.

Dienstag, 27. Januar, 19 Uhr: Vortrag zu „Waldemar Spier – Fortuna-Funktionär und Opfer des Nationalsozialismus“, Referent: Friedrich Schacht (AG Fortuna-Geschichte, Mitautor „Geschichte und Geschichten in Rot und Weiß“) . Nach einem Kurzvortrag zu Waldemar Spier und über die Fortuna in der Nationalsozialismus-Zeit wird die Ausstellung durch Alexander Jobst (Vorstandsvorsitzender Fortuna Düsseldorf) eröffnet.

Mittwoch, 28. Januar, 18 Uhr: Workshop zu „Antisemitismus heute: Erscheinungsformen und Dynamiken“, Referent: Sebastian Salzmann (Koordinator des Präventionsbereichs der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf) & SABRA (Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus). Antisemitismus stellt nach wie vor eine gesamtgesellschaftliche Gefahr dar, die seit dem 7. Oktober 2023 eine bedrohliche Dynamik entfaltet hat. In diesem Workshop setzen sich die Teilnehmenden mit der Frage auseinander, was Antisemitismus ist: Wie hat er sich historisch entwickelt? Welche Erscheinungsformen gibt es heute – und welche Handlungsmöglichkeiten und Gegenstrategien lassen sich daraus ableiten?

Donnerstag, 29. Januar, 18 Uhr: Vortrag „Geeint im Ressentiment gegen ‚die Juden‘?! Wie umgehen mit alten Mythen, neuen Dämonisierungen und dem Gelegenheitsantisemitismus in Fußballfankulturen?“, Referent: Dr. David Johannes Berchem (Projektleiter bei der Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW (MeDiF-NRW) und Dozent an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum). Fußball und Fanszenen zählen zu den zentralen Bestandteilen der Populärkultur. Die soziale Arena Fußball ist aber auch ein Sammelbecken für antisemitische Vorurteilsmuster und judenfeindliche Fremdbilder. Aus der Perspektive von MeDiF-NRW beleuchtet der Vortrag die Kontinuitäten und Transformationen von Antisemitismus. Danach stehen Widerstandspraxen für eine Fußballkultur im Fokus, die sich durch einen kritischen Umgang mit judenfeindlichen Diskriminierungen und Ungleichheitsideologien auszeichnet.

Samstag, 31. Januar, 10 bis 13 Uhr: Zweitzeugen-Workshop „Was hat Fußball mit Erinnerungskultur, Verantwortung und Haltung zu tun?“ In einem interaktiven Workshop von ZWEITZEUGEN e.V. setzen sich Mitglieder zwischen 15 und 21 Jahren sowie Nachwuchsspieler*innen mit den Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden auseinander – und mit der Frage, was diese Geschichten heute für uns und den Fußball bedeuten. Gemeinsam wird über Antisemitismus, Ausgrenzung und Zivilcourage gesprochen, darüber, was aus der Vergangenheit gelernt werden kann und überlegt, wie jede*r Haltung zeigen kann – auf dem Platz, in der Kabine und im Alltag.

Die Workshops und die Vorträge richten sich an alle Interessierten, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der Eintritt ist jeweils frei und mit Ausnahme des Zweitzeugen-Workshops ist keine Anmeldung nötig.
Weitere Information finden sie hier. 

StichworteFortuna DüsseldorfGedenkenNationalsozialismus
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