Düsseldorf: Haushaltslage schränkt die Stadtbibliotheken stark ein

Eine Leserin von Ddorf-aktuell war irritiert, als ihr ein Mitarbeitender der Stadtbibliothek mitteilte, dass der Ankauf von neuen Büchern auf Exemplare der Spiegel Bestsellerliste beschränkt sei und dies auch längst nicht für alle Standorte. Da dies die Auswahl in den Bibliotheken stark einschränkt, haben wir bei der Stadt nachgefragt, ob die Lage wirklich so ernst ist. Ist sie, wie die Antwort, die uns nach einer Woche erreichte, bestätigt.
„Nach dem Ende der vorläufigen Haushaltsführung können die Stadtbüchereien wieder in begrenztem Umfang neue Bücher kaufen. Aufgrund der weiterhin eingeschränkten finanziellen Mittel konzentrieren sie sich derzeit vor allem auf besonders stark nachgefragte Titel der SPIEGEL-Bestsellerliste. Die finanziellen Einschränkungen betreffen sowohl die Zentralbibliothek als auch die Stadtteilbüchereien. Bücher können jedoch standortübergreifend ausgeliehen werden: Medien aus der Zentralbibliothek können auch über die Stadtteilbüchereien bestellt und ausgeliehen werden und umgekehrt. Da von stark nachgefragten Titeln derzeit nur wenige Exemplare angeschafft werden können, kann es allerdings zu längeren Wartezeiten kommen. Die Stadtbüchereien stehen an ihren Standorten bereits in engem Austausch mit Initiativen sowie Bürgerinnen und Bürgern. Auch Buchspenden können den Bestand in bestimmten Bereichen sinnvoll ergänzen, beispielsweise bei Kinderbüchern oder Romanen.“
Das Budget für den Kauf von Medien lag ursprünglich bei rund 400.000 Euro pro Jahr. Es wurde um 200.000 Euro gekürzt.
Die Stadt erläutert weiter: „Die finanziellen Einschränkungen betreffen allerdings nicht nur den Kauf von Büchern, sondern verschiedene Ausgaben der Stadtbüchereien. Bestimmte Kosten, etwa für bestehende Verträge, Dienstleistungen und Lizenzen, müssen weiterhin bezahlt werden. Dadurch bleiben weniger frei verfügbare Mittel. Das macht sich im laufenden Jahr besonders beim Kauf neuer Bücher bemerkbar. Aktuell wird eine Budgethilfe innerhalb des Budgets des Dezernats 09 geprüft.“
Kommentar: Ausgabenreduzierung ja – aber zu welchem Preis?
Schon bei der Einbringung des Haushalts hatten der Oberbürgermeister und die Stadtkämmerin darauf hingewiesen, dass die anstehenden Kürzungen nun auch von den Bürger*innen bemerkt werden würden. Dass es nun das Bildungsangebot in den Stadtbibliotheken trifft, macht betroffen. Die Öffnungszeiten sind erweitert worden, da der Bedarf erkannt wurde. Nicht nur Familien genießen den Besuch auch an den Wochenenden. Bleibt die Hoffnung, dass die Kürzungen sich nicht auch noch darauf auswirken.