Ein Tag für die Kinder in Düsseldorf

Zugegeben, das Wetter lud zum Start des Weltkindertages am Sonntag (20.9.) in Düsseldorf nicht unbedingt dazu ein, die zahlreichen Attraktionen am und im Landtag, auf dem Apollo-Platz, am Mannesmannufer, der unteren Rheinwerft und auf dem Marktplatz zu erobern. Doch nachdem es zuerst hieß „es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung“, konnten die Regenjacken und Gummistiefel im Laufe des Nachmittags zuhause bleiben und sogar die Sonne ließ sich blicken.

Vom Landtag bis zum Burgplatz gab es unendlich viele Stände, Zelte und Aktionen
Die Vereinten Nationen (UN) beschlossen im Jahr 1989, dass Kinder grundlegende Rechte haben, die allen zustehen, unabhängig etwa von Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder Herkunft. Die Kinderrechte basieren auf internationalen Übereinkommen wie der UN-Kinderrechtskonvention und enthalten vier Grundprinzipien:
- Alle Kinder haben das Recht, frei von jeglicher Form der Diskriminierung zu sein.
- Kinder haben das Recht auf Leben, Überleben und persönliche Entwicklung sowie Schutz vor Gewalt und Vernachlässigung.
- Kinder haben das Recht, an Entscheidungen teilzuhaben, die ihr eigenes Leben betreffen.
- Bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, soll stets das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen.
Deutschland unterschrieb die UN-Kinderrechtekonvention am 26. Januar 1990 und legte den 20. September als Weltkindertag fest.

Bei den Pfadfindern konnte Stockbrot gebacken werden
120 Organisationen, Institutionen und Vereine hatten am Sonntag ihre Stände aufgebaut und freuten sich über viele Besucher*innen. Während sich die Erwachsenen über ihre Angebote informierten, konnten die Kinder spielen, toben, lernen und sich bewegen. Auf etwas mehr als einem Kilometer Länge vom Landtag zum Burgplatz und mit einem großen Bühnenprogramm vor dem Rathaus wurde gefeiert.

Auf der Bühne auf dem Marktplatz gab es viel Musik, Tanz und Clownerei
„Der Weltkindertag ist ein Fest für Kinder und gleichzeitig eine Ermahnung an uns alle: Kinderrechte sind ein fester Baustein unserer Demokratie“, erläuterte Landtagspräsident André Kuper. „Bei uns im Landtag können Kinder beim Weltkindertag ausprobieren, wie Politik funktioniert, am Redepult stehen, Fragen stellen und gemeinsam mit Checker Julian eine Plenarsitzung nachspielen. Dabei geht es vor allem um eines: Demokratie soll Freude machen und für Kinder erlebbar sein.“

Und dann kam doch noch die Sonne heraus und es konnte im Trockenen geklettert werden
Die Nachfrage bei den Kids nach Landtags-Rallye, einem Demokratie-Quiz, der Maus von der Sendung mit der Maus und die Möglichkeit in die Rolle von Abgeordneten zu schlüpfen, war groß. Vor dem Landtag stand die mobile Kletterwand und der 50 Meter lange Kriechtunnel des Sportactionbusses sowie das Spielmobil des Zirkus Merz & Pillini.

Die Spieloase liegt im Hinterhof an der Brunnenstraße 65a und präsentierte seine Arbeit
„So eine zentrale Weltkindertagsfeier zeigt die unglaubliche Vielfalt, die es für Kinder in Düsseldorf gibt. Das alles auf einmal zu sehen, ist einfach beeindruckend“, urteilte der Vorsitzender des Vereins „Spielen und Leben in Bilk“, Dirk Jehle. „Ich denke nicht, dass wir am Rheinufer viele Kinder und deren Eltern aus unserer Spieloase treffen. Aber wir wollen zeigen, dass wir in einem dicht besiedelten Gebiet etwas für Kinder tun.“

Die Feuerwehr hat für viele Kinder eine besondere Anziehungskraft

Das THW komplettierte die Blaulicht-Ecke mit XXL-Playmobil-Figuren
Auch die Verkehrswacht mit den Verkehrskadetten war beim Weltkindertag dabei. Die jungen Menschen, die bei Großveranstaltungen helfen, den Verkehr zu regeln, hatten sich etwas besonderes vorgenommen: „Wir wollen Kinder und auch deren Eltern über die Verkehrssicherheit informieren. Wir beantworten Fragen und klären auf“, erklärte Verkehrskadettin Annika. „Und wir wollen uns auch zeigen. Zeigen, dass es uns gibt und, dass wir Jugendliche ab 14 Jahren zu Verkehrskadetten ausbilden.“

Einige Walking-Acts waren unterwegs – dieser Frosch fühle sich bei dem Wetter offensichtlich sehr wohl
In der UN-Kinderrechtekonvention steht auch das Recht, an Entscheidungen teilzuhaben, die ihr eigenes Leben betreffen. Genau das wird in der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Kamper 17 gelehrt und gelebt.

Hardy Kohkemper lässt im Kamper 17 die Kids mitentscheiden
„Wir haben in unserer Einrichtung einen Schwerpunkt Demokratieförderung und Werteentwicklung. Darin haben die Kinder u.a. einiges über die Kinderrechte auch im Grundgesetz gelernt“, erklärte Hardy Kohkemper, Leiter der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Kamper 17. „Daraufhin haben die Kinder in unserem Demokratieforum selbst entschieden, dass sie auf dem Weltkindertag etwas für Kinder in Not tun möchten.“ Zwei Tage lang glühten die Öfen in der Einrichtung, Kuchen um Kuchen wurde gebacken. Gegen ein Spende wurden am Weltkindertag die Kuchenstücke abgegeben. „Auf dem nächsten Demokratieforum wird entschieden, welche karitative Organisation das Geld erhält“, berichtete Kohkemper. „Ich bekomme immer eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, denn wir liegen in einem Stadtteil, in dem die meisten Kinder selbst nicht viel haben.“ Solidarität unter Kindern, eine Aktion, die nicht in der UN-Kinderrechtskonvention verankert, aber trotzdem wichtig und wünschenswert ist.