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Home›Düsseldorf›Deutliches Zeichen gegen Rechts in Düsseldorf

Deutliches Zeichen gegen Rechts in Düsseldorf

Von Ute Neubauer
13. September 2026
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Bis zum endgültigen Start der Demo musste die Spitze immer weiter vorrücken, da vom Bahnhof aus ständig mehr Teilnehmer*innen kamen, Foto: Infozentrale

Wie die drei einladenden Organisationen Prüf!, Düsseldorf stellt sich quer und der Düsseldorfer Appel gehofft hatten, waren am Samstag (12.9.) so viele Menschen zur Demo nach Düsseldorf gekommen, dass der Versammlungsplatz am DGB-Haus schnell nicht mehr reichte und schon vor dem Start die Teilnehmenden immer wieder aufrücken mussten, da die Polizei versuchte die Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten. Begleitet von zwei Lautsprecherwagen ging es quer durch die Innenstadt zu den Rheinwiesen, wo eine große Bühne aufgebaut war.

Heinrich Fucks (Düsseldorfer Appell) und Oliver Ongaro (DSSQ) gehörten zu den Einladern, Foto: Dirk Schmidt

Wer sich in der Innenstadt dem Demozug anschließen wollte, wunderte sich vielleicht. Wie eine Teilnehmerin schilderte, war sie erstaunt über die relativ kleine Teilnehmerzahl von geschätzt einigen Hundert, bis sie feststellte, dass sie sich der vermeintlich falschen Demo angeschlossen hatte. Denn zu gleichen Zeit zog der Recovery Walk, eine Demonstration für Menschen mit Suchterfahrung.

Viele kreative Plakate waren bei der Demo zu sehen, Foto: Dirk Schmidt

Der Demozug führte durch die Innenstadt und neben Rufen gab es auch Seifenblasen, Foto: Dirk Schmidt

Die Großdemonstration „Kein Schritt zurück! Gegen AfD und rechte Hetze!“ war dann allerdings kaum zu übersehen, denn Tausende hatten sich angeschlossen und immer wieder erschallten lautstark Sprechchöre. Über die Cecilienallee ging es in den Rheinpark und auch der Abreiseverkehr der –  wegen des Sieges gut gelaunten – Fortuna-Fans führte zu keinen größeren Problemen. Im Gegenteil, zahlreiche Fans blieben im Rheinpark, wo die große Abschlusskundgebung stattfand.

Es dauerte lange, bis die Tausenden die Innenstadt passiert hatten, Foto: Dirk Schmidt

Seit Januar 2026 finden in Düsseldorf an jedem zweiten Samstag im Monat die Prüf!-Demonstration statt. Die „Prüf!“-Initiative wurde von Menschen aus der Kulturbranche gegründet und setzt sich dafür ein, dass sich die Länder in formalen Beschlüssen für eine ordentliche Prüfung der Rechtsstaatlichkeit der AfD aussprechen und der Bundesrat aktiv für ein Prüfverfahren beim Bundesverfassungsgericht stimmt. Prüf! war eine der Organisationen, die die Großdemo auf die Beine gestellt haben. Auch auf der Bühne fehlte es daher nicht an Künstler*innen. Die Moderation übernahm Anna Beetz, die neben den Bands Crimson Bloom und Haller auch Poetry Slamerin Jana Goller ankündigte.

Vor der Bühne versammelten sich viele der Demonstrierenden für das Programm der Abschlusskundgebung, Foto: Dirk Schmidt

Aber natürlich gab es auch Redebeiträge, bei denen Heinrich Fucks vom Düsseldorfer Appell den Auftakt machte. Er ging auf das Motto der Demo „Kein Schritt zurück! Gegen AfD und rechte Hetze!“ ein und betonte wie wichtig es sei, dass alle Bündnispartner gemeinsam auf die Straße gehen und ein deutliches Signal setzen.

Andrea von „NRW Appell AfD Verbot jetzt“ berichtete von den über 126.000 Unterschriften, die sie seit Februar an vielen Orten in NRW gesammelt hatten, um sie an die Landesregierung zu übergeben. Sachsen-Anhalt habe gezeigt, dass man gegen die AfD nur gemeinsam eine Chance habe. Auch Hendrik Wüst habe sich nun öffentlich für ein Prüfverfahren ausgesprochen. „Es gibt kein Erkenntnisproblem. Die Zeit des Zögerns und der Ausreden ist vorbei. Die Zeit zu handeln ist jetzt. Es ist toll, dass wir vom NRW Appell heute zum ersten Mal mit euch allen zusammen hier stehen. Lasst uns weiter als breite antifaschistische Bewegung gemeinsam und entschlossen handeln für das Verbot der AfD“, rief sie den Menschen auf der Rheinwiese zu.

Die Band Crimson Bloom rockte die Wiese, Foto: Dirk Schmidt

Vertreter*innen von Düsseldorf stellt sich quer warnten vor der Gefahr, die von der AfD ausgehe. Es sei deutlich erkennbar, dass die Partei den schrittweisen Umbau der Strukturen und Institutionen des bürgerlich-demokratischen Staates plane. Es sei zu befürchten, dass sie in der Regierung Sachsen-Anhalts über die innere Sicherheit des Bundeslandes mit Polizei und die Bildungspolitik bestimmen könne. Damit verbunden seien die staatlichen Leistungen in die öffentliche Daseinsfürsorge und die Kultur. Ein AfD-Ministerpräsident verschaffe der Partei eine Bühne im Bundesrat und damit Einfluss auf die Bundesgesetzgebung. Sachsen-Anhalt werde zum Testfeld und international zu einem Symbol, einer Bestätigung und Ermutigung für die Rechte Bewegungen in ganz Europa. DSSQ ruft zur Verteidigung der zivilgesellschaftlichen Strukturen auf. „Migrant*innen, Queers, People of Color, Menschen mit Behinderung, progressive Politiker*innen, Aktivist*innen und Journalist*innen können oder wollen sich nicht verstecken. Auswanderung oder innerer Rückzug sind also keine Optionen. Rechte Gewalt ist schon jetzt bitterer Alltag“, erklärte DSSQ.

Weitere Aktionen der AfD in Düsseldorf sind bereits geplant und werden auf jeden Fall von Gegenprotest begleitet sein. Auch wenn die Partei in Düsseldorf bereits versucht Demonstrierende anzuzeigen, zu diskreditieren und somit Mundtot zu machen. Eine durchsichtige Praxis, den Rechtsstaat für ihre Zwecke zu nutzen und die von ihnen abgelehnte Demokratie für sich einzusetzen.

Weitere Eindrücke

Fotos: (DS) Dirk Schmidt

StichworteAfdDemonstrationDSSQDüsseldorfer AppellPRÜF!
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