Düsseldorf Pempelfort: Die Nordstraße – eine Wohlfühlstraße mit Problemchen

Auf der von der Bezirksvertretung 1 initiierten Stadtteilkonferenz „Unsere Nordstraße: Aufenthaltsqualität, Mobilität, Handel und Gastronomie“ am Donnerstag (23.4.) im Collenbachsaal der Kreuzkirche trafen sich über Hundert an der Entwicklung der Nordstraße interessierte Pempelforter und brachten alles zur Sprache, was die Nordstraße so beliebt – aber eben auch für manche zum Problemfall – macht.

Die Bezirksvertretung 1 war fast vollzählig zur Stadtteilkonferenz gekommen
Es ging um die Umwandlung von Parkraum zu Gastro-Außenterrassen, um den Mangel an PKW- und Fahrradparkplätzen, um die Unfallgefahr für Radfahrer angesichts manchmal unübersichtlichem Gleisverlauf an Kreuzungen. Zugeparkte Lieferzonen für den Einzelhandel wurden ebenso thematisiert wie die Aufenthaltsqualität, Sitzbänke im öffentlichen Raum, leerstehende Ladenlokale, Mietendeckel und vieles mehr.

Viele Interessierte waren in den Collenbachsaal gekommen
„Die Nordstraße ist ein lange gewachsenes und gut durchmischtes Viertel. Es gibt große Handelsketten, Supermärkte, Bäcker, Friseure, viele Inhaber-geführte Einzelhandelsgeschäfte, viele gastronomische Angebote“, erläuterte Daniele Perak, Vorsitzende des Werbegemeinschaft nördliche Innenstadt e.V. (Die Nord). „Die Nord ist eine enorm vielseitige Straße. Was man braucht, bekommt man auch. Diesen Mix gibt es sonst nirgends in Düsseldorf.“ Perak ist auch Inhaberin eines Modegeschäftes. Klar, dass sie ein gesteigertes Interesse daran hat, dass möglichst viele Menschen tagtäglich die Vorzüge der Nordstraße erkunden.

Der Thementisch Mobilität

Viele Hinweise gab es zum Thema Mobilität
Nach Erhebungen der Industrie- und Handelskammer sind das täglich 15.000 Menschen, die im Schnitt 59 Euro pro Einkauf ausgeben. Die Nordstraße ist also eine attraktive Einkaufsstraße. Außerdem ist sie ungefährlich, denn in der polizeilichen Unfallstatistik gibt es nur wenig zu berichten. „In der Zeit vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2025, also in drei Jahren, haben wir insgesamt 141 Unfälle aufgenommen“, erklärte der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Nord Holger Brämswig. „15 mal gerieten Radfahrer in die Straßenbahnschienen.“ Das ist aber wohl nur die offizielle Polizeistatistik, denn eine Fahrradhändlerin, die an der Diskussion teilnahm, meinte, dass es deutlich mehr Unfälle wegen der Straßenbahnschienen gäbe. „Man rennt ja nicht gleich zur Polizei, wenn man stürzt und sich vielleicht nur das Handgelenk verstaucht.“

An verschiedenen Thementischen wurden Stichpunkte gesammelt
Die Datenlage zur „Nord“ suggeriert eine Wohlfühlstraße mit gutem Gastro-Angebot, finanzstarkem Publikum und sehr gutem Branchenmix. Was will man mehr – beispielsweise mehr Aufenthaltsqualität. So wurden fehlende Sitzbänke im öffentlichen Raum kritisiert, auf denen man ohne Konsumzwang mal kurz verschnaufen kann. Verkehrsteilnehmer hielten sich nicht immer an das Tempolimit von 30. Die Unterstützung der Wirtschaftsförderung fehle, was man an Leerständen bei Ladenlokalen sehen könne und auch die Parkplatz- und Lieferzonenproblematik lässt die Nordstraßennutzer nicht kalt.

Frederik Hartmann und Sabine Schmidt (beide BV1) notieren die Diskussionsbeiträge – Rheinbahn und Polizei nehmen die Anregungen auf
Probleme und Problemchen gab es so einige und die konnten durch die Stadtteilkonferenz nicht alle ausgeräumt werden. „Wir haben alles aufgenommen, werden die Vorschläge sammeln und bündeln und daraus Anträge an Rat und Verwaltung formulieren, um die Nordstraße noch attraktiver zu gestalten“, kündigte die Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke an. „Wir haben eines unserer Ziele bereits erreicht. Wir haben die Menschen miteinander in persönlichen Kontakt und ins Gespräch gebracht.“