Düsseldorf: Zweitklässler*innen checken olympische Sportarten bei der Talentiade

Im Sportpark Niederheid werden viele Sportarten angeboten. Aber so viele unterschiedliche Sportarten wie an diesem Wochenende (18. und 19.4.) bei der Talentiade, gibt es auch im Sportpark selten zu sehen. Mehrere hundert Schüler*innen, die im Rahmen des Projekts CHECK’D als bewegungsbegabt eingestuft wurden, probierten sich an zwei Tagen in elf olympischen Sportarten aus. Bereits zum 22. Mal hatte das Sportamt der Landeshauptstadt die sportmotorisch begabten Zweitklässler*innen eingeladen. „Seit 24 Jahren gibt es CHECK’D – das Düsseldorfer Modell der Bewegungs, Sport- und Talentförderung“, erläutert Talentiade-Veranstaltungsleister Tobias Scherbarth. „Wir testen jedes Jahr die sportmotorischen Fähigkeiten in den zweiten Klassen der Grundschulen. Die Bewegungstalente, also die, die den Test sozusagen mit Schulnote eins abschließen, werden zur Talentiade eingeladen.“

Natürlich durfte in Düsseldorf das Tischtennis nicht fehlen
Aber auch die Kinder, die nicht gleich als Talent eingestuft wurden, werden nicht im vernachlässigt. Für sie gibt es beispielsweise alljährlich „Kids in action“, die große Messe der Düsseldorfer Sportvereine. Dabei stellen sich die Düsseldorfer Sportclubs ihren zukünftigen Mitgliedern vor. Wer Defizite in der Beweglichkeit hat, bekommt Tipps, wo und wie trainiert werden kann. „Das Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für Sport und Bewegung zu begeistern. Das gelingt auch, denn die Vereine haben im Kinder- und Jugendsport eine gute Auslastung“, erläuterte Oberbürgermeister Stephan Keller, der den zweiten Tag der Talentiade eröffnete. „Ein weiteres Ziel ist es, Talente für Leistungssport zu entdecken, zu begeistern und zu fördern.“

Auch Handball gehörte zum Angebot
Für die Talentiade 2026 hatten sich 405 Kinder qualifiziert, 320 wurden von ihren Eltern angemeldet. Viele wussten zunächst nicht, was sie erwartet, so schauten einige zu Beginn recht skeptisch. Aber es dauerte nicht lange, bis der Spaß an der Bewegung überwog und damit auch das Lächeln in den Gesichtern. Denn so viele neue Sportarten können die Kids nicht alle Tage kennenlernen. Jugendtrainer von Taekwondo, Hockey, Handball, Fußball, Tennis, Basketball, Leichtathletik, Tischtennis, Judo, Schwimmen und Wasserball beobachteten in 30-minütigen Übungseinheiten die Leistungen der Kinder. Erkannten sie ein Talent, wurde eine entsprechende Empfehlung notiert. Diese führt zu einem zweistündigem Probetraining in der jeweiligen Sportart, in dem die Trainer*innen einen noch intensiveren Blick auf die sportlichen Fähigkeiten der Kinder warfen. Ausgewählt wurden die Sportarten danach, dass sie in Düsseldorf über ein besonders hohes Leistungspotential und Förderstrukturen verfügen. So sind beispielsweise mit Taekwondo und Tischtennis zwei Bundesstützpunkte in Düsseldorf ansässig.

In Düsseldorf gibt es auch einen Bundesstützpunkt für Taekwondo
Die Landeshauptstadt lässt CHECK’D wissenschaftlich begleiten und die Bilanz ist in Zeiten von Computerspielen und Social Media überraschend. „Mit den Erkenntnissen aus den letzten 24 Jahren können wir eine Lanze für die Kinder brechen. Die Kinder werden nicht immer schlechter. Nein, die Kinder sind toll, sie bewegen sich immer noch gerne“, resümierte Keller. „Wir sehen, dass Kinder und Jugendliche in Düsseldorf fitter sind, als oft dargestellt wird und dass sie seit Einführung von CHECK’D auf einem guten Niveau sind. Übergewicht und Adipositas sind bei Kindern und Jugendlichen in Düsseldorf rückläufig und immer mehr Kinder gehen in Sportvereine.“

Bei der Leichtathletik wurden verschiedene Disziplinen ausprobiert
Der Oberbürgermeister wagte einen Blick in die Zukunft. Da Düsseldorf Teil der Olympiabewerbung Rhein-Ruhr ist, stellt er fest: „Mit CHECK’D unterstützen wir die sportmotorische Entwicklung der Kinder in Düsseldorf und fördern auch gezielt den sportlichen Nachwuchs. An diesem Talentiade-Wochenende haben wir die jungen Sporttalente eingeladen, um sie und ihre Eltern auf das Leistungssportangebot in Düsseldorf aufmerksam zu machen. Hier sind die Talente von morgen, die dann vielleicht so stark im Tischtennis oder Judo oder einer anderen hier vertretenen Sportart sind, dass sie sogar an den olympischen Spielen teilnehmen können, die hier in ihrer Heimat stattfinden. Das wäre doch großartig.“

Einzel- und Team-Sportarten – wie hier Hockey – gehörten zum Programm am Wochenende