Düsseldorf Golzheim: Gedenken an Else Gores an der nach ihr benannten Straße

Die Frauen des Frauenforums und Mitglieder des Freundeskreis Else Gores haben sich sehr darüber gefreut, dass eine Düsseldorfer Straße nun den Namen Else-Gores-Straße trägt. Die ehemalige Franz Jürgens Straße in der Nähe des Reeser Platz in Golzheim wurde umbenannt. Auf einem kleinen Schild unter dem Straßennamen sind in aller Kürze Else Gores Geburtstag am 11.12.1914, ihr Todestag am 12.04,1945 und der Zusatz „mutige Düsseldorferin“ zu lesen.
Am 111. Geburtstag von Else Gores, dem 11. Dezember trafen sich über ein Dutzend Freunde zu einem informellen Gedenken am neuen Straßenschild. Darunter auch Doris Bender-Diebels, die in ihrem Buch „Die nicht erschossenen Frau“ die Geschichte von Else Gores in Romanform aufschrieb, sowie die Linke-Ratfrau Sigrid Lehmann, Vertreterinnen der Frauenberatungsstelle, des Düsseldorfer Frauenforums/kom!ma e.V. und Mitglieder umliegender Kirchengemeinden. Am Straßenschild brachten sie ein Blumengebinde an, auf dessen Schleife stand „Danke Else G. für deine Menschlichkeit im NS-Terror“.

Ein Gedenken an Else Gores anlässlich ihres Geburtstages am 11. Dezember, Foto: Birgit Götz
Else Gores wurde im Alter von 30 Jahren im April 1945 denunziert, da sie Franz Krahn versteckte, ein bekennder Gegner der Nazis. Die berüchtigte Heeresstreife Kaiser der Nazis verhaftete Gores und verschleppte sie in den Eller Forst. Mit einem Genickschuss wollten sie Else Gores ermorden, doch wie ein Wunder überlebte sie und wurde gefunden. Doch die Schwerverletzte wurde erneut denunziert. Sie wurde von der Heeresstreife abgeholt und ihre Leiche verschwand. 1948 wurde sie für tot erklärt.
Düsseldorfer Bürger*innen, Politiker*innen, das Team der Mahn- und Gedenkstätte, der Oberbilker Geschichtsverein und das Düsseldorfer Frauenforum/kom!ma e.V. sorgten dafür, dass Else Gores in Erinnerung bleibt. Sie wurde für ihr mutiges Handeln gegen die nationalsozialistische Terror-Herrschaft mehrfach geehrt: Anzeigen am Todestag, Veröffentlichung ihrer Geschichte, ein Stolperstein in Oberbilk und ein Gedenkstein im Eller Forst. Durch die Initiative des Frauenforums wurde dieser Gedenkort durch Aufstellen einer Stele in das Projekt FrauenOrte NRW aufgenommen.
Bei der Gedenkfeier am Donnerstag (11.12.) wurde nicht nur über den Mut von Else Gores gesprochen. Denn auch in der aktuellen Situation ist es wichtig sich gegen Rechts zu stellen und eine klare Haltung gegen Parteien zu zeigen, die zwar demokratisch gewählt sind, aber mit Demokratie nicht viel am Hut haben.