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Home›Politik›Düsseldorf: Neue Stele des FlingerPfad zur Geschichte der Fortuna

Düsseldorf: Neue Stele des FlingerPfad zur Geschichte der Fortuna

Von Ute Neubauer
12. Dezember 2025
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Drei Aufsichtsratsmitglieder der Fortuna, das Team des NLZ und viele Interessierte waren zur Einweihung gekommen, Foto: Dirk Schmidt

Es ist die Stele mit der Nummer 17, die der FlingerPfad am Donnerstag (11.12.) feierlich vor dem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) der Fortuna am Flinger Broich enthüllte. Da passte es bestens, dass der ehemalige Spieler und langjährige Kapitän mit der Rückennummer „17“ das rote Tuch von der Stele zog. Andreas „Lumpi“ Lambertz zu Ehren wird die 17 beim F95-Profi-Team nicht mehr als Rückennummer vergeben. Gemeinsam mit Lumpi weihte eine weitere Legende die Stele ein: Egon Köhnen. Der 78-Jährige spielte seit 1966 für die Fortuna und schoss 17 Tore – passte also auch.

(v.l.) Andreas Lambertz und Egon Köhnen haben die Stele enthüllt, im Hintergrund Kaspar Michels, Foto: Dirk Schmidt

Die Stele gehört zum Rundweg des FlingerPfads, der an 30 Stationen die Geschichte des Stadtteils von der Mitte des 19. Jahrhunderts an nacherzählt. Bis auf fünf Stationen sind bereits alle mit Edelstahlstelen versehen, die über das Zeitalter der Industrialisierung berichten, in deren Folge Flingern und die angrenzenden Stadtteile als Industriestandorte und Wohnorte der Arbeiterfamilien entstanden sind. Am Flinger Broich geht es natürlich um die Fortuna, die in diesem Jahr ihren 130. Geburtstag feiert. Auf einen Ausflug in die Geschichte des Vereins, nahmen Thomas Bernhardt und Friedie Schacht die Einweihungsgäste mit. Beide gehören der Fortuna-Geschichts AG an. Der Düsseldorfer Turn und Sportverein Fortuna 1895 e.V. ist heute das bestimmende Fußballteam in Düsseldorf, aber die Ursprünge begannen als „Kleine Leute Verein“, erfuhren die Zuhörer*innen.

Bezirksbürgermeister Philipp Schlee war bereits bei vielen Steleneinweihungen dabei, die Stele am NLZ ist die 25. der 30 Stationen, Foto: Dirk Schmidt

Seit den 1870-ern besteht die Eisenbahnstrecke, an deren Nordseite der Flinger Broichs entlang führt. Anfang des 20. Jahrhunderts sollten dort am Rand Flächen für Sport, Freizeit, Erholung und Hygiene (Stichwort „Reinigungsbäder“) entstehen, neben der geplanten Wohn- und Industriebebauung. Nach und nach wurden Sportplätze und Schrebergärten errichtet. 1937 waren es bereits neun Sportplätze von verschiedenen Vereinen und ein Schwimmbad. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor der FK Fortuna seine Sportanlage am Lichtplatz und so fusionierte man mit dem TV Flingern 1895 zum heutigen Verein „Düsseldorfer Turn und Sportverein Fortuna 1895“, denn der Turnverein hatte bereits einen Sportplatz am Flinger Broich. Anschließend entstand die Anlage an der Vennhauser Straße (heute Flinger Broich 3), wo die Fortuna von 1919 bis 1930 ihre Heimspiele austrug, ehe man ab 1990 ins Paul-Janes-Stadion umzog. Dort war Platz für rund 20.000 Zuschauer und nachdem im Jahr 1932 der Tribünenaufbau vom alten Sportplatz auf der neuen Anlage montiert war, entstand die größte überdachte Vereinstribüne Westdeutschlands mit 1.300 Sitzplätzen.

Interessiert wird der Text auf Stele Stele gelesen, Foto: Dirk Schmidt

Die Fortuna spielt schon lange in der Bundesliga, verzeichnete zwei Pokalsiege und sogar ein Europacup-Endspiel. Aus dem kleinen Verein von 1895 wurde während des Fußballbooms in den 1920-er und 1930-er Jahren die stärkste Verein der Stadt, der die erste Bezirksmeisterschaft 1927 gewann. Bis 1940 spielte das Team neun Mal in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft und gewann die Westdeutsche Meisterschaft im Jahr 1931. Damals war der FC Schalke 04 die dominierende Mannschaft des Westens und die Fortunen der größte Konkurrent. Am 11. Juni 1933 gewannen die Düsseldorfer das in Köln ausgetragene Spiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Schalke mit 3:0.

Zeitweise spielten in den Folgejahren sechs Fortunen für die DFB-Auswahl und Stanislaus „Tau“ Kobierski erzielte 1934 in Italien das erste deutsche Tor der WM-Geschichte. Mit dem späteren Rekordnationalspieler Paul Janes, Jakob Bender und Ernst Albrecht waren drei weitere Spieler des Vereins vertreten. Eine Vizemeisterschaft (1936) und die erste von sieben Pokalfinalteilnahmen (1938) sind weitere sportliche Höhepunkte. Bis Anfang der 1950er Jahre trug die Fortuna ihre Heimspiele regelmäßig in Flingern aus, ehe der Umzug nach Stockum ins Rheinstadion erfolgte.

Thomas Bernhardt und Friedie Schacht aus der AG Fortuna-Geschichte berichteten im NLZ Wissenswertes zur Fortuna, Foto: Dirk Schmidt

Aber in Flingern ist die Fortuna fest verwurzelt mit dem Jugendleistungszentrum, dem Toni-Turek-Haus und dem Paul-Janes-Stadion, wo auch die 2. Mannschaft ihre Heimspiele austrägt. So freute sich Kaspar Michels vom FlingerPfad und bekennender Fortuna-Fan besonders über die Einweihung dieser Stele, die auch von Fortuna Düsseldorf gestiftet wurde. Gesetzt wurde sie von den Gartenbauer*innen der gemeinnützigen Jugendberufshilfe JBH Düsseldorf. Die JBH war auch mit zahlreichen Jugendlichen zur Einweihung der Stele gekommen. Und auch die Fortuna denkt darüber nach, den Nachwuchsspieler*innen mehr über die Geschichte des Vereins zu informieren. Drei Aufsichtsratsmitglieder und das Team des NLZ war am Donnerstag dabei, eine Wertschätzung, die das Team des FlingerPfads zu schätzen weiß.

StichworteFlingernFlingerPfadFortuna Düsseldorf
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