Düsseldorf: 1.881 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegen Müllsünder wurden 2025 gefertigt

Das Ermittlungsteam in Sachen Müll der Stadt Düsseldorf führte im vergangenen Jahr 5.602 Kontrollen durch, die in 1.881 Fällen zu Ordnungswidrigkeitenverfahren führten. Dabei wurden Verwarn- und Bußgelder in Höhe von insgesamt rund 200.000 Euro (2024 waren es 165.000 Euro) erhoben. Zwar ging die Zahl der Fälle um rund zehn Prozent gegenüber 2024 zurück, aber die Summe der Verwarn- und Bußgelder stieg um etwa 19 Prozent.
Ziel der Ermittler*innen ist in allen Fällen, die Verursacher*innen der Müllablagerungen festzustellen. Stammen aufgefundene Abfälle beispielsweise aus der Gastronomie, von Kiosken oder aus anderen Gewerbebetrieben, werden auch die betreffenden Geschäfte kontrolliert. Dabei prüfen sie unter anderem, ob ausreichend Mülltonnenkapazitäten vorhanden sind, und lassen sich Nachweise sowie die Entsorgungswege erläutern.
Ein Schwerpunkt sind außerdem Kontrollen am Vorabend von Sperrmüllterminen. Dabei haben die Mülldetektive die Elketroschrottsammler*innen im Blick. Denn die Mitnahme von Elektroaltgeräten aus bereitgestelltem Sperrmüll – vom Kleingerät bis hin zu Waschmaschinen und Kühlschränken – stellt einen Verstoß gegen das Elektro- und Elektronikgerätegesetz dar und wird in der Regel mit einer Geldbuße von mindestens 1.000 Euro geahndet. Oft werden die Elektroaltgeräte unsachgemäß zerlegt, um verwertbare Bestandteile zu gewinnen. Dabei können zum einen gefährliche Stoffe freigesetzt werden und die nicht verwertbare Reste, etwa Kunststoffgehäuse, tauchen anschließend nicht selten als illegale Müllablagerungen an anderer Stelle wieder auf.

Auf der Volmerswerther Straße in Bilk lagen Restmüll, Plastik und Kartonagen auf dem Gehweg, Foto: Stadt Düsseldorf, Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz
Abfallablagerungen melden per App
Wichtige Hinweise zu Abfallablagerungen und vielleicht in Frage kommenden Verursacher*innen erhalten die Ermittler*innen häufig von Bürger*innen, die die Smartphone-App “Düsseldorf bleibt sauber” nutzen. Dort werden Meldekategorien zur Vorauswahl angeboten, Fotos und bei Bedarf GPS-Positionsangaben können hochgeladen werden.
Ermittlungserfolge
Die Mülldetektive ermitteln seit 2020. Vier Beispielfälle aus jüngster Zeit zeigen, wie die Ermittlungstätigkeit zu Erfolgen führt und spürbare Bußgelder nach sich zieht.
1200 Euro Bußgeld für Müllablagerung in Bilk
Auf der Volmerswerther Straße in Bilk entdeckten die Mülldetektive nach einem Hinweis über die App “Düsseldorf bleibt sauber” eine Ablagerung aus Restmüll, Plastik und Kartonagen auf dem Gehweg. Vor Ort sicherten sie mehrere Schriftstücke, die Hinweise auf die Verursacherin lieferten. Die weiteren Ermittlungen führten schließlich zu einer Frau, die die Ablagerung zugab. Sie erhielt ein Bußgeld in Höhe von 1.200 Euro. Hinzu kamen die Kosten für die Entsorgung des Mülls.

Ein aufmerksamer Bürger meldete mehrere Säcke mit Glaswolle und Restmüll am Rand eines Waldstücks am Grütersaaper Weg, Foto: Stadt Düsseldorf, Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz
Gehweg in Reisholz durch Sperrmüll blockiert
Ebenfalls über die App “Düsseldorf bleibt sauber” wurde eine größere Ablagerung von Sperr- und Restmüll auf der Stephanstraße in Reisholz gemeldet. Die Abfälle blockierten den Gehweg nahezu vollständig. Die Mülldetektive sicherten vor Ort Hinweise auf den Verursacher und veranlassten die zeitnahe Entsorgung. Im Anschluss wurde ein Bußgeld in Höhe von 2.000 Euro festgesetzt sowie der verantwortlichen Person die Entsorgungskosten auferlegt.
Entrümpler entsorgt Abfälle unerlaubt in Knittkuhl
Ein aufmerksamer Bürger meldete dem Ermittlungsteam mehrere Säcke mit Glaswolle und Restmüll am Rand eines Waldstücks am Grütersaaper Weg. Intensive Ermittlungen führten zu einem Entrümpler aus Duisburg. Dieser hatte zuvor Arbeiten in einem Haus in Wuppertal ausgeführt und die dabei angefallenen Abfälle unerlaubt in Knittkuhl abgelagert. Es wurde ein Bußgeld in Höhe von 3.000 Euro verhängt.
Bauabfälle hinter Altkleidercontainern in Rath
Bei einer Kontrollfahrt entdeckten die Mülldetektive am Mühlenbroicher Weg in Rath hinter Altkleidercontainern mehrere Säcke mit Bauabfällen. Die Ermittlungen führten zunächst zu einem Düsseldorfer Heizungs- und Sanitärbetrieb, dessen Inhaber als Zeuge vernommen wurde. Dabei stellte sich heraus, dass die Abfälle einem Schrotthändler aus Gelsenkirchen überlassen worden waren. Dieser hatte sie schließlich unerlaubt hinter den Containern abgeladen. Der Schrotthändler erhielt einen Bußgeldbescheid über 1.500 Euro und einen Gebührenbescheid für die Entsorgung der Abfälle.

Hinter einem Altkleidercontainer am Mühlenbroicher Weg in Rath entdeckten die Mülldetektive bei einer Kontrollfahrt mehrere Säcke mit Bauabfällen, Foto: Stadt Düsseldorf, Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz