Düsseldorf: „Gen Z“ mobilisiert rund 2500 Demonstrierende, die friedlich ihre Forderungen verdeutlichten

Die Bewegung “Gen Z regelt” hatte am Samstag (31.10.) deutschlandweit zu Demonstrationen aufgerufen. Um 16 Uhr trafen sich Schüler*innen, Studierende, Azubis, junge Berufstätige und deren Unterstützer*innen vor dem Hauptbahnhof. Mit ihrem Protest machten sie ihre Forderungen deutlich, denn die Politik entscheide zu viel über ihre Köpfe hinweg. Rund 2500 Menschen beteiligten sich in Düsseldorf an der Demonstration, die von Hauptbahnhof durch die Innenstadt zum Johannes-Rau-Platz führte. Die Polizei zeigte Präsenz und schritt sofort ein, als bereits beim Start einige Störer versuchten Stimmung zu machen.

Ein Wasserwerfer der Polizei war einsatzbereit, Foto: Dirk Schmidt
Viele Geschäfte an der Kö ließen ihre Schaufenster sichern, da sie Übergriffe und Eskalationen, wie in anderen europäischen Ländern erfolgt, befürchteten. Auch die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und hatte schon im Vorfeld betont, konsequent und hart einzuschreiten, wenn sich jemand nicht an die Regeln halte. Dazu gehörte insbesondere Vermummung, Sachbeschädigung, Gewalt, das Zünden von Pyrotechnik oder Brandstiftung. Ein Wasserwerfer stand bereits und auch die Reiterstaffel war im Einsatz. An der Ecke Steinstraße und Kö war eine der mobilen Videoüberwachungsanlagen der Polizei installiert. Sogar die Stadt hatte reagiert und mobile Bänke im Bereich der Kö abtransportiert, damit diese nicht für Straftaten genutzt werden können.

Auf der Kö hatten die Geschäftsleute Ausschreitungen befürchtet, aber bei der Demo blieb es ruhig, Foto: Dirk Schmidt
Die Demonstrierenden empfanden die Maßnahmen als Vorverurteilung, da man stets betont habe, friedlich demonstrieren zu wollen. Es blieb auch friedlich und der Demonstrationszug bog vom Hauptbahnhof kommend in die Kö ein.

Außer einiger Pyrotechnik verlief alles ohne Probleme, Foto: Dirk Schmidt
Dort gab es eine kurze Irritation, da die Spitze der Demo falsch abgebogen war. Außerdem wurde vereinzelt Pyrotechnik gezündet. Doch es ging ohne Eskalation durch die Innenstadt zum Rheinufer und von dort zur Schlusskundgebung auf dem Johannes-Rau-Platz. Ein Unbeirrbarer schmiss dann doch noch einen Böller von der Rheinkniebrücke, aber auch die Polizei bescheinigte einen friedlichen Verlauf.

Viele hatten Plakate mit ihren Forderungen dabei, Foto: Dirk Schmidt
Damit unterschied sich Düsseldorf von Köln, wo deutlich mehr Menschen demonstrierten, die Polizei den Zug aber zuerst stoppte und dann auflöste. Vermummung, Pyrotechnik und Böller einiger Teilnehmenden beendeten die Demonstration auch für die vielen, die friedlich ihre Forderungen verdeutlichen wollten.

Schlusskundgebung auf dem Johannes-Rau-Platz, Foto: Dirk Schmidt
Die Polizei bestätigte am Samstagabend den weitgehend friedlichen Verlauf der Demonstration in düsseldorf. Allerdings kam es nach Abschluss der Versammlung bei Kontrollen im Umfeld zu mehreren Funden von gefährlichen Gegenständen. An der Neustraße wurde eine Person mit sogenannten “Polenböllern” sowie einer “Kugelbombe” (professionelle Pyrotechnik) angetroffen. Am Landtag führte eine Person ein Messer und eine Gasmaske mit sich. Die Beamt*innen fertigten mehrere Strafanzeigen. Ob die aufgegriffenen Personen im Zusammenhang mit den vorausgegangenen Versammlungen stehen, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Diese Gegenstände stellte die Polizei nach der Demonstration sicher, Fotos: Polizei Düsseldorf
“Gen Z regelt”
Die Bewegung “Gen Z regelt” kritisiert:
- Sparkurs bei Bildung, Sozialem, Kultur und Gesundheit
- steigende Lebenshaltungskosten
- Ungerechte Lastenverteilung – Großunternehmen und Reiche profitieren, es leiden die Kleinen
- Wehrpflicht
- Überwachungsstaat
- und setzt sich für mehr Klimaschutz ein.
Die Bewegung versteht sich als friedlich, überparteilich und offen für alle. Sie wehren sich dagegen bereits im Vorfeld kriminalisiert zu werden und kündigten an sich von Störenden und Extremisten zu distanzieren.