Düsseldorf: Kinderschutzbund startet neue Kampagne – weil Klimaschutz auch Kinderschutz ist

„Gib mir Zukunft!“ lautet der Titel der Kampagne des Kinderschutzbundes, mit dem der Verein eindrücklich darauf hinweisen will, dass Klimaschutz auch elementarer Kinderschutz ist. Start der Kampagne war am Montag (1.6.) am Aquazoo Löbbecke Museum, denn Direktor Dr. Jochen Reiter ist der aktuelle Schirmherr des Düsseldorfer Kinderschutzbundes. Er betont: „Als Bildungs- und Artenschutzeinrichtung erleben wir täglich, wie tief das Interesse von Kindern an einer intakten Natur ist. Sie sind die Botschafter von morgen. Wenn wir ihre Lebensräume – global wie lokal in Düsseldorf – nicht vehement verteidigen, verfehlen wir unsere Pflicht als Erwachsene. Daher unterstützen wir diese Kampagne aus tiefster Überzeugung.“ Ab sofort wird das Plakat im Stadtgebiet ein Zeichen für die Generationengerechtigkeit setzen und auf die direkten, gravierenden Auswirkungen der globalen Klimakrise auf die Rechte von Kindern hinweisen.
Die Wissenschaft ist sich einig, dass der Klimawandel längst kein reines Natur- oder Wirtschaftsthema mehr ist, sondern eine fundamentale Frage der globalen und lokalen Verteilungsgerechtigkeit. Gemäß Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention besitzt jedes Kind das unveräußerliche Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit sowie auf eine sichere, entwicklungsfördernde Umwelt. „Hitzeperioden, extreme Wetterereignisse und zunehmende Umweltbelastungen sind keine fernen Bedrohungen – sie finden hier und jetzt mitten in Düsseldorf statt und treffen die Kleinsten unserer Gesellschaft zuerst, am direktesten und am härtesten“, mahnt Dr. Hauke Duckwitz vom DKSB Düsseldorf. „Ein Kind, das unter extremer Sommerhitze in aufgeheizten urbanen Quartieren leidet, kann sich nicht selbst schützen. Klimaschutz ist daher kein optionales politisches Ziel, sondern gelebter, akuter Kinderschutz.“
Die Kampagne „Gib mir Zukunft!“ ist als langfristiger Impuls für die Landeshauptstadt konzipiert. In den kommenden Wochen werden die Plakate flächendeckend in Kindertagesstätten, Grundschulen, Kinderarztpraxen, Familienzentren und öffentlichen Ämtern zu sehen sein. Ziel ist es, das Bewusstsein von Eltern, Erziehenden, Lehrkräften und politischen Entscheidungsträgern nachhaltig zu schärfen.
„Für die Düsseldorfer Familien bedeutet die Kampagne vor allem Sichtbarkeit und Rückendeckung. Sie verdeutlicht, dass die Sorgen von Eltern um die Zukunft ihrer Kinder ernst genommen werden müssen“ erläutert Anke Teeseelink, Leiterin des Familiencafés am Sana und Mitgestalterin der Kampagne. Einkommensschwächere Familien, die oft in stark versiegelten Stadtteilen mit weniger Grünflächen leben, leiden überproportional unter den Folgen des städtischen Wärmeinseleffekts. Klimaschutz ist somit untrennbar mit dem Kampf gegen soziale Ungleichheit verknüpft.
Die drei Kernpfeiler der Kampagne „Gib mir Zukunft!“:
- Klimaschutz ist mehr als ein ökologisches Ziel: Er sichert die biologischen und gesundheitlichen Lebensgrundlagen für das gesunde Aufwachsen von Kindern.
- Klimaschutz ist Schutz vor Armut, Ungleichheit und Zukunftsangst: Er verhindert die Verschärfung sozialer Schieflagen und nimmt Kindern die mentale Last existenzieller Sorgen.
- Klimaschutz ist Kinderschutz! Wer Kinder liebt und schützt, muss ihre Zukunft aktiv und nachhaltig gestalten.
Die Kampagne möchte Familien und Institutionen ermutigen, Klimaschutz spielerisch und konsequent in den Alltag zu integrieren. Denn neben strukturellen Reformen sind vor allem praktische Vorbilder wichtig. Schon kleine, bewusste Veränderungen können ein starkes Signal senden:
- Klimafreundliche Mobilität: Der Verzicht auf das „Elterntaxi“ bei kurzen Wegen zur Kita oder Schule schont nicht nur die CO₂-Bilanz der Stadt, sondern fördert durch das gemeinsame Gehen oder Radfahren die Selbstständigkeit und Gesundheit der Kinder.
- Ernährung und Konsum: Das gemeinsame Entdecken regionaler und saisonaler Lebensmittel auf den Düsseldorfer Wochenmärkten schafft ein neues Bewusstsein für den Wert der Natur. Auch das Reparieren statt Wegwerfen von Spielzeug in Repair-Cafés setzt Zeichen gegen die Wegwerfmentalität.
- Grüne Oasen im urbanen Raum: Ob das gemeinschaftliche Bepflanzen des Kita-Gartens, das Anlegen von Insektenhotels auf dem heimischen Balkon oder das Gießen von Straßenbäumen an heißen Tagen – Kinder erleben dadurch Selbstwirksamkeit und lernen, Verantwortung für ihre direkte Umwelt zu übernehmen.
Das Motiv für das Kampagnenplakat wurde von der renommierten Illustratorin Renate Alf exklusiv gestaltet und veranschaulicht die Verletzlichkeit der Kinder gegenüber den ökologischen Umbrüchen. Es fordert ein klares Umdenken in Politik und Alltag.