Düsseldorf: Nach der Platzbenennung ist nun auch das Polizeipräsidium offiziell eingeweiht

Im historischen Foyer des Polizeipräsidiums hatten sich am Dienstagmorgen rund 100 geladenen Gäste eingefunden, um gemeinsam die offizielle Eröffnung des Polizeipräsidiums zu feiern.

Im historischen Foyer fand die Feierstunde statt, oben im Rund die Straßen, deren Bewohner*innen in der Reichkristallnacht keine Hilfe von der Polizei bekamen
Wer das Gebäude von außen sieht, fragt sich, warum denn da so lange gebaut wurde. Aber der Backsteinbau, der 1933 errichtet wurde, steht unter Denkmalschutz und nicht nur das machte dem Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB) die Wandlung in ein zeitgemäßes Polizeipräsidium nicht einfach. Genauere Messmethoden brachten dann doch Schadstoffe zum Vorschein, der Bau der Tiefgarage unter einem bestehenden Gebäude, ein Brand, Rechtsstreitigkeiten zur Vergabe von Arbeiten, Corona und Auswirkungen des Ukraine-Kriegs waren für Verzögerungen verantwortlich. 15 Jahre zogen sich die Arbeiten hin, wobei der Neubau mit der modernen Leitstelle im ersten Bauabschnitt bereits im Jahr 2020 in Betrieb gehen konnte.

Herbert Reul bezeichnete das Polizeipräsidium als Prunkstück und freute sich besonders auf die Fahrt im Paternoster
NRW-Innenminister Herbert Reul zeigte sich begeistert vom Ergebnis, bei dem Historisches bewahrt wurde und trotzdem modernste Arbeitsplätze für die Mitarbeitenden entstanden sind. Auch die negativen Erinnerungen, die mit dem Gebäude verbunden sind, seien wichtig. Denn sie machten deutlich, dass man achtsam sein müsse, um die Demokratie und den Rechtsstaat zu erhalten. Die Polizei habe ein hohes Ansehen in der Bevölkerung, betonte er. Das sei auch eine Chance in Zeiten, wo viele Menschen an allem zweifelten, das Gesicht des Staates zu sein.

Der Reichsadler im Bodenmosaik blieb erhalten
Polizeipräsidentin Miriam Brauns hatte für die Eröffnung Scott Lawton und fünf Musiker*innen des Landespolizeiorchesters gewinnen können und besondere Lieder mit ihnen abgestimmt. So spielten sie zum Auftakt den Soundtrack der ARD-Krimiserie „Mord mit Aussicht“ und zu einem flotten Video, in dem die neuen Räumlichkeiten vorgestellt wurden, durfte natürlich „Our House“ von Madness nicht fehlen.

Flotte Musik gab es vom Landespolizeiorchester NRW
Die Inbetriebnahme des historischen Paternoster war nicht nur für Herbert Reul der mit Spannung erwartete Höhepunkt der Eröffnung. Wie Brauns betonte, sei der Paternoster eine Diva, aber als sie den Schlüssel drehte, sprang die Mechanik mit einen Ruck an. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit für eine Probefahrt. Dreck und Krach gehört im Polizeipräsidium übrigens noch nicht der Vergangenheit an. Denn es wird noch ein zweiter Aufzug für die 1032 Mitarbeitenden eingebaut.

“Jungernfahrt” im Paternoster von Miriam Brauns und Herbert Reul
Die Kosten für die Sanierung des Polizeipräsidiums waren ursprünglich vom BLB mit knapp 94 Millionen Euro kalkuliert worden. Mittlerweile werden 207 Millionen Euro veranschlagt. Allerdings konnten einige Außenstellen der Polizei Am Jürgenplatz 1 konzentriert werden. Doch der Standort an der Derendorfer Allee 4 ist weiter erforderlich, da sich das Polizeipräsidium als zu klein für alle Mitarbeitenden erwiesen hat.

Nach der Umbenennung hat das Polizeipräsidium nun die Adresse “Am Polizeipräsidium 1” und die Sanierung ist weitgehend abgeschlossen
