Düsseldorf: Wohnraum für Menschen, die auf dem aktuellen Wohnungsmarkt kaum eine Chance haben

Seit dem Jahr 2019 läuft das Projekt “Endlich ein Zuhause!“ in Düsseldorf, das vom Land Nordrhein-Westfalen sowie der Europäischen Union unterstützt wird. Ziel ist es, Menschen ohne festen Wohnsitz und akut von Wohnungslosigkeit Bedrohten bei der Suche nach Wohnraum zu unterstützen. Wie schwierig das im umkämpften Wohnungsmarkt ist, zeigt die vergleichsweise bescheidene Bilanz der Stadt Düsseldorf. Denn seit dem Jahr 2020 wurden nur 468 Wohnungen erfolgreich vermittelt. Da unter den Menschen, die eine Wohnung erhielten, auch 160 Familien mit minderjährigen Kindern waren, sind es 1023 Menschen die erfolgreich untergebracht wurden.
Bei dem Projekt “Endlich ein Zuhause!“ arbeiten das Amt für Migration und Integration, die Caritas, die Diakonie, die franzfreunde und das Land NRW zusammen. Es wird Kontakt zu Vermieter*innen hergestellt und bei erfolgreicher Vermittlung die neuen Mieter*innen nach dem Einzug weiter begleitet. Ein Team aus Sozialarbeiter*innen und Immobilienfachkräften steht sowohl den Wohnungssuchenden als auch den Vermietenden zur Seite. Das schaffe Vertrauen, erleichtere Abläufe und sorge dafür, dass Mietverhältnisse langfristig stabil bleiben, betont die Stadt.
Der Wohnungsmarkt mit steigenden Mieten und einem knappen Angebot bleibt für Menschen mit geringem Einkommen eine große Herausforderung. Das Dach über dem Kopf bedeutet für viele außerdem auch einen Neustart und bei den Familien bessere Zukunftschancen für ihre Kinder.
Bilanz des Projekts “Endlich ein Zuhause!“
Nachdem im Jahr 2020 97 Personen in 57 Wohnungen vermittelt werden konnten, waren es im Jahr 2021 bereits 132 Personen und 73 Wohnungen. Allerdings ging die Zahl im Jahr 2022 auf 49 Wohnungen (78 Personen) zurück und sank 2023 auf nur 35 Wohnungen (62 Personen). Seit dem Jahr 2024 läuft es besser mit mit 126 Wohnungen für 329 Personen wurde ein Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr konnten 257 Personen in 104 Wohnungen vermittelt werden und auch in 2026 waren es im ersten Quartal bereits 68 Personen, die in 24 Wohnungen einzogen.
Den Schlüssel zum Erfolg bilden bei diesem Projekt, wie auch bei „Housing First“, das sich speziell an Obdachlose richtet, sozial handelnde Vermieter*innen. Wer eine Wohnung zur Verfügung stellt, verhilft den Menschen zu Stabilität, entlastet aber auch das soziale Systeme. Viele Vermieter*innen berichten von positiven Erfahrungen, was auch an der engen Begleitung im Rahmen des Projektes liegt. Die Landesinitiative bietet feste Ansprechpartner, passgenaue Vermittlung, Unterstützung bei Fragen und eine verlässliche Betreuung.
Housing First
Parallel zu diesem Projekt arbeitet auch die Initiative fiftyfifty bereits seit 2014 daran, mit “Housing First” Obdachlosen eine Wohnung zu vermitteln. Denn erst mit der Sicherheit der eigenen Wohnung und der weiteren Betreuung durch Sozialarbeiter*innen haben sie die Perspektive auf einen Neuanfang und ein geregeltes Leben. 2021 gründete sich der Verein „Housing First Düsseldorf“, dessen Schirmherrschaft Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller übernommen hat und der von der Stadt finanziell unterstützt wird. Durch Spenden in Form von Geld und Kunst konnten bereits zahlreiche Wohnungen gekauft und an Obdachlose vermietet werden. Von den rund 100 Wohnungen kaufte fiftyfifty rund zwei Drittel, der Rest wird von Privatleuten und Wohnungsgesellschaften gestellt.
Das Projekt “Endlich ein Zuhause!“ sucht weiterhin Vermieter*innen, die bereit sind, obdachlosen und wohnungslosen Menschen durch die Vermietung einer Wohnung neue Perspektiven zu eröffnen. Der Kontakt ist möglich bei der Stadt Düsseldorf unter der Rufnummer 0211-8994880 sowie unter der E-Mail-Adresse: landesinitiativewohnungslosigkeit@duesseldorf.de .
Weitere Informationen zu Housing First und die Möglichkeiten der Unterstützung gibt es hier.