Düsseldorf: Die Friedrichstraße 81 a wird die neue Adresse der “Brause”

Bis Mitte 2019 war die ehemaligen Tankstelle an der Bilker Allee in Friedrichstadt die Heimat des Vereins “Metzgerei Schnitzel”, besser bekannt als “Brause”. Dort entwickelte sich ein lebendiger Veranstaltungsort für Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Filmabende und zahlreiche weitere kulturelle Formate. Jede und jeder war willkommen, der Eintritt war stets frei. Kurz vor dem 18. Vereinsgeburtstag musste die Brause im Mai 2019 die Räumlichkeiten verlassen, da das Grundstück verkauft und das Gebäude abgerissen wurde.
Bereits im Dezember 2020 wurde in der Bezirksvertretung 3 der Antrag genehmigt, dass die Brause ein neues Zuhause am Kirchplatz bekommen sollte. Denn dort gibt es zwischen Taxi-Halteplatz und City-Toilette die alte unterirdische „ÖTA“, die öffentliche Toilettenanlage. Deren Betrieb war bereits im Jahr 2005 eingestellt worden und so gerieten die Räume in Vergessenheit. Der ehemalige Bezirksbürgermeister der BV 3, Dietmar Wolf, und viele Mitstreiter setzten sich immer wieder dafür ein, dass die Brause an den Kirchplatz ziehen kann.

Zwischen Taxistand und City-Toilet entsteht im “Untergrund” die neue Brause, Foto: Dietmar Wolf
Seit dem Jahr 2020 ist viel geschehen und auch das Bild der Friedrichstraße hat sich verändert. Jetzt wo die Großbaustelle sich langsam dem Ende nähert, sind bei der Stadt die Pläne zur Entkernung der Toilettenanlage und Umbau zu einem Kulturtreffpunkt wieder aktuell. So teilte die Stadt mit, dass nach Umbau und Sanierung der Verein Metzgerei Schnitzel im Herbst in Räume unter dem Kirchplatz beziehen wird. Rund 100 Quadratmeter groß wird der neue Kulturort. Die Eröffnung ist für September 2026 geplant.
Der Verein musste sich im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens als Betreiber bewerben. Dabei überzeugten sie mit einem spartenübergreifenden, soziokulturellen Programm, das nicht nur die eigene Vereinsarbeit stärkt, sondern auch den Kirchplatz mit einem vielfältigen Angebot neu beleben soll. Mit dem Auszug an der Bilker Allee hatte der Verein nämlich nicht aufgegeben. In den vergangenen Jahren fand die Brause in der Adersstraße 44 ein temporäres Zuhause und setzte dort ihr vielfältiges Veranstaltungsprogramm fort. Mit über 60 Mitgliedern, von denen sich viele regelmäßig engagieren, organisiert der Verein Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und interdisziplinäre Formate. Das Vereinsheim versteht sich dabei nicht nur als Veranstaltungsort, sondern als offener Treffpunkt der freien Szene – für viele als eine Art “zweites Wohnzimmer”. Seinen ungewöhnlichen Namen verdankt der Verein Metzgerei Schnitzel übrigens einem Witz aus den Tim und Struppi-Comics – mit Wurstwaren hat die Initiative nichts zu tun. Vielmehr steht die Brause für Kunst, Musik und soziokulturelle Projekte in Düsseldorf.

Die Hausnummer gibt es bereits: Friedrichstraße 81 a, Foto: Dietmar Wolf
Bei städtischen Veranstaltungen ist die Brause seit Jahren präsent, unter anderem bei den Kunstpunkten, der Nacht der Museen, dem Büdchentag oder im Karneval. Mit immer neuen Formaten verfolgen die Mitgleider das Ziel, lokales Engagement weiter auszubauen und dauerhaft zu verankern.
Mit dem neuen Standort am Kirchplatz soll Künstler*innen weiterhin eine Plattform geboten werden, ihre Arbeiten zu präsentieren, sich zu vernetzen und gemeinsam neue Projekte zu entwickeln. Zugleich entsteht ein niedrigschwelliger Ort der Begegnung für die Nachbarschaft und die gesamte Stadtgesellschaft. Das begeisterte auch die Bezirksvertretung 3, die das Projekt finanziell unterstützt.
Mit der Eröffnung im Herbst 2026 erhält der Kirchplatz damit nicht nur einen neuen Kulturraum, sondern auch einen lebendigen Treffpunkt für Kunst, Austausch und gemeinschaftliches Engagement.