Düsseldorf: Rheinkirmes auch in diesem Jahr mit Feuerwerk

Es war sicherlich der schwärzeste Tag der Schützen von 1316 und der Rheinkirmes, als es am 18. Juli 2025 beim Feuerwerk auf den Rheinwiesen zu einem folgenschweren Unglück kam. Nach derzeit vorliegenden Erkenntnissen ist der Unfall auf eine fehlerhafte Feuerwerkskugel zurückzuführen, die auf dem Boden neben den Abschussgestellen explodierte und eine Reihe von Abschussrohren beschädigte. Infolgedessen kam es zu Bodenexplosionen und zu einigen Querschlägern unter anderem in Richtung Kniebrücke. 19 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Zahlreiche weitere werden das Erlebte nicht so schnell vergessen und auch bei den Verletzten gibt es neben den körperlichen Schäden Traumata, die überwunden werden müssen.

An der Unfallstelle wurde umfangreiche Untersuchungen durchgeführt
So war es nicht verwunderlich, dass die St. Sebastianus Schützen von 1316 und ihr Chef Andreas-Paul Stieber gleich nach der Kirmes die Zukunft des Feuerwerks in Frage stellten. Nach Analyse der Ereignisse und Einschätzungen von Experten wurde die Mitglieder befragt, ob es weiterhin ein Feuerwerk geben solle. Die Mehrheit, rund 80 Prozent, sprach sich dafür aus, was Stieber nicht überraschte. Auch der Vorstand sprach sich einstimmig für das Feuerwerk aus. Am Dienstag (24.2.) wurde das Ergebnis in der Hauptmannsversammlung den Mitgliedern mitgeteilt, einen Tag später informierten Stieber und Sven Gerling, Geschäftsführer der St. Sebastianus Veranstaltungs GmbH, die Medien.
Am Pressetermin nahm auch Martin Schmitz teil, der als Leiter Vertrieb Großfeuerwerke bei der Firma NICO Europe tätig ist. Das Feuerwerk der Firma NICO wurde von den zuständigen Behörden seinerzeit ordnungsgemäß abgenommen. Es liegen keine Erkenntnisse für einen Fehler beim Aufbau des Feuerwerks oder für eine unsachgemäße Bedienung vor. Für das Feuerwerk wurden ausschließlich Feuerwerkskörper mit dem höchsten Sicherheitslevel verwendet. NICO blickt auf eine mehr als 100-jährige Firmengeschichte zurück und ist eines der führenden Feuerwerks-Unternehmen, das in Deutschland, der Schweiz und Österreich jedes Jahr mehr als 40 Höhenfeuerwerke (beispielsweise Japan-Tag, Rhein in Flammen in Bonn und Koblenz) plant und durchführt. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Um einem ähnlichen Unglück wie im Vorjahr vorzubeugen, plant NICO die Abschussplattformen zu modifizieren und auf der Rheinwiese räumlich zu verschieben. Darüber hinaus werden Fangschutzvorrichtungen wie Fangzäune direkt neben den jeweiligen Abschussplattformen und Stahlcontainern aufgebaut, um mögliche Querschläger zu verhindern.

Bei einem Pressetermin im Ratinger Hof informierten (v.l.) Sven Gerling, Andreas-Paul Stieber und Martin Schmitz über die Entscheidung
„Wir bedauern sehr, dass es trotz der Verwendung ausschließlich zertifizierter Feuerwerkskugeln zu dem tragischen Unfall mit mehr als einem Dutzend Verletzen im vergangenen Jahr gekommen ist. Wir haben unmittelbar nach dem Unfall allen Verletzten und Geschädigten unsere Unterstützung angeboten. Wir stehen zu unserer Verantwortung. Der Aufbau und das Feuerwerk entsprachen den höchsten Sicherheitsstandards und wurden entsprechend von den Behörden abgenommen. Mit den vorgeschlagenen veränderten Abschussplattformen und den Fangvorrichtungen werden wir verhindern, dass es noch einmal zu derartigen Querschlägern kommen kann, die letztlich zu den Verletzungen und Schäden führten“, betonte Martin Schmitz.
„Dabei gilt der Grundsatz: Im Zweifel pro Sicherheit, im Zweifel kleiner. Mit den Drohenshows und dem sicherheitstechnisch modifizierten Feuerwerk werden wir unseren Besuchern auch in diesem Jahr Tradition und Moderne bieten“, versicherte Sven Gerling.
Die Rheinkirmes 2026 findet vom 17. Juli bis 26. Juli statt. Das traditionelle Feuerwerk wird im Kombination mit der Drohnenshow am Freitag, den 24. Juli stattfinden. Der Termin für die zweite Drohnenshow wird noch bekannt gegeben.