Düsseldorf Eller: Kinder nehmen begeistert inklusiven Spielplatz in Betrieb

Da staunten die rund 90 Kinder, die am Dienstagmittag (26.5.) eingeladen waren, als erste den neuen Spielplatz auf dem Gertrudisplatz auszuprobieren. Denn so etwas hatten sie in Düsseldorf noch nicht gesehen. Ein großes Klettergerüst, bei dem man mit einem Pendel von einem Baumgipfel zum nächsten schwingen konnte. Eine Rutsche, Rutschstange und andere Klettergelegenheiten gehörten auch noch dazu.

Die Mutigen wechselten mit dem Pendel von Seite zu Seite

Bei dem heißen Wetter wurde die Wasserspielanlage gerne genutzt
In einer Ecke eine Matschanlage mit Sandkasten. Zu den vielfältigen und inklusiven Spielangeboten für jüngere und ältere Kinder gehören auch unterschiedliche Schaukeln, unter anderem solche mit einem Sitz, der durch seine Form das aufrechte Sitzen für Kinder mit Behinderung unterstützt. Ein ebenerdiger Drehkreisel sowie eine Wippe, die neben Farbkontrasten stabile Rücken- und Fußstützen hat, wurde sofort bespielt und auch die Sinneswände fanden die Kinder interessant. Kletter- und Sitzelemente, ein großes Xylophone und andere Spielgeräte, wurden neugierig getestet. Und das war noch nicht alles, denn zur Eröffnung des Spielplatzes gab es auch noch Eis, Getränke, Crepes und andere Leckereien.

Für leckere Verpflegung war gesorgt
Dieser grandiose Spielplatz in der Mitte von Eller ist leider nicht der neue Düsseldorfer Standard. Ermöglicht wurde er von der Initiative „Stück zum Glück“, bei der die Unternehmen Procter & Gamble (P&G) und REWE gemeinsam mit der Aktion Mensch sich deutschlandweit für neue inklusive Spielplätze einsetzen. Wenn Kunden in den Rewe-Märkten Produkte von P&G kaufen, geht davon jeweils ein Cent an die Initiative. So kamen seit 2018 vier Millionen Euro zusammen und 60 inklusive Spielplätze konnten realisiert werden. Dass der neuste Spielplatz auf dem Getrudisplatz gebaut wurde, ist auch David Hegemann zu verdanken, der gleich gegenüber einen seiner fünf Rewe-Märkte betreibt.

Da bekommt auch David Hegemann Lust am Klettern
Für ihn ist Inklusion eine Frage der Haltung: „Für mich ist Inklusion nicht nur eine Idee, sondern gelebter Alltag. In meinen Märkten arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich zusammen. Genau dieses Gefühl wollten wir auch hier schaffen: einen Ort, an dem kein Kind ausgegrenzt wird, sondern alle gemeinsam spielen.” Hegemann ist auch der neue Spielplatzpate und wird sich in Zukunft darum kümmern, dass der Spielplatz ein Treffpunkt für alle ist und in Ordnung gehalten wird.

Podiumsrunde mit (v.l.) Mathias Mester, Florian Sieben, Peter Maly, Christina Marx, Stephan Keller und David Hegemann
Zur Eröffnung waren neben den Kindern und David Hegemann auch Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der Para-Leichtathletik-Weltmeister und Botschafter der Initiative, Mathias Mester, sowie Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch und Mitglied der Geschäftsleitung, Florian Sieben, Vertriebschef und Mitglied der Geschäftsleitung P&G, Peter Maly, Vorstand der REWE Group, und Ralf Hansen und Jürgen Hagendorn von IndividuEller e.V. gekommen. Auf dem Podium machten sie deutlich, was die Spielplätze für sie bedeuten. Alle waren sich einig: Nur wenn Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen können, entsteht echte Gemeinschaft und dafür sind Spielplätze als Orte der Begegnung ideal. „Inklusion beginnt in den Köpfen und Herzen,“ betonte Keller und Florian Sieben versicherte: „Ziel ist es noch viele weitere Spielplätze für alle zu eröffnen. Wenn Kinder ohne Schranken aufwachsen, haben sie später auch weniger Schranken im Kopf“.

Auf einer Tafel werden auch in Blindenschrift die Geräte und ihre Lage erklärt

Mathias Mester mit Kindern am Xylophone
Mathias Mester weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Inklusion vom Kindesalter an ist: „Hier werden etwaige Unterschiede zur Nebensache. Ich weiß: Sport und Spiel haben die Kraft, Barrieren zu überwinden, das Selbstbewusstsein zu stärken und Gemeinschaft zu schaffen. Es war bei mir der Sport, der mich geprägt hat und genau deswegen ist es so wichtig, dass Kinder zusammenkommen und gemeinsam spielen. Ein Spielplatz wie dieser verdeutlicht, wie Inklusion gelebt wird: Wenn niemand außen vor bleibt.“

Die große Wippe
Die Umsetzung des Spielplätzes erfolgte in enger Abstimmung mit dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt Düsseldorf. Denn der alte Spielplatz musste abgebaut werden, der Untergrund vorbereitet und die Wege neu angelegt werden. Die Firma KOMPAN hat die Planung, Gestaltung und den Aufbau des neuen Spielplatzes übernommen. Dazu gehört auch der grüne Belag, der die Bereiche farblich trennt und mit Rollstuhl oder Gehbehinderung gut nutzbar ist. Neben den Aufwendungen der Stadt hat der Bau rund 300.000 Euro gekostet. IndividuEller e.V. war in die Realisierung mit einbezogen.

Jürgen Hagendorn und Ralf Hansen mit Alexandra Girgott von KRASS, die mit einer Gruppe Kinder eingeladen war
Weitere Spielgeräte
