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Home›Kultur›Vorspiel im Kunstpalast: „Made in Düsseldorf“

Vorspiel im Kunstpalast: „Made in Düsseldorf“

Von Birgit Koelgen
20. August 2026
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Begegnung der besonderen Art: Das Doppel-Videoporträt „Astrid“ von Sophie Meuresch scheint Blicke mit den Besucher*innen zu wechseln. Foto: Kunstpalast Düsseldorf / Sophie Meuresch

Noch ist die große Pause im Düsseldorfer Kunstpalast nicht vorbei. Hinter verschlossenen Türen werden die Herbst-Ausstellungen über die legendäre „Niki de Saint Phalle“ (ab 10. September) und den skandalumwitterten „Immendorff“ (ab 25. September) vorbereitet. Für alle, die es kaum erwarten können, etwas Neues zu sehen, gibt es im zweiten Stock schon mal ein bescheidenes Vorspiel. Die Kunstsammlung der Sparkasse präsentiert sich zum achten Mal mit einer kleinen Auswahl ihrer Schätze: „In Szene gesetzt“.

„Made in Düsseldorf“ heißt die Ausstellungsreihe. Das ist allerdings nicht wörtlich zu nehmen. Amanda Ross-Ho, die Schöpferin der auf dem Cover der Broschüre abgebildeten Kleinskulptur „Omega XXS“, lebt in Los Angeles und hat nichts mit Düsseldorf zu tun. Das Objekt, ein detailgetreu nachgebautes Modell eines Vergrößerers aus dem Fotolabor ihrer Eltern, war lediglich Teil der Schau „Size Matters“ 2024 im Kunstpalast. Und wurde von der Sparkasse angekauft – auf Vorschlag von Linda Conze, Chefin der Abteilung Fotografie und Zeitbasierte Medien. Gemeinsam mit Sparkassen-Kuratorin Esther Breinig und anderen Expert*innen kümmert sich Conze um die Sammlung des Geldinstituts, das seit 2008 recht innig mit dem Kunstpalast kooperiert.

Die Broschüre zur Ausstellung kann kostenlos mitgenommen werden. Auf dem Cover: die Skulptur „Omega XXS“ von Amanda Ross-Ho. Foto: bikö

Spannungsfeld

Neun Positionen in drei kleinen Räumen sollen nun, so Breinig, „das Spannungsfeld zwischen der Wirklichkeit und der menschlichen Wahrnehmung untersuchen“. Nun, das macht Kunst eigentlich immer. Aber egal. Sehr kompliziert ist zum Auftakt die Werkreihe „Transcription“ von Juergen Staack. Er ließ Menschen in Ainu, einer nordjapanischen Regionalsprache, ein Foto oder einen Ort beschreiben. Über Kopfhörer kann man das hören und dazu ein mit Edding überkritzeltes Polaroid sowie ein weißes Quadrat aus japanischem Papier betrachten. Ein monumentales Linienbild, das aussieht wie eine Bleistiftzeichnung, ist die mit einem Computerprogramm aufgezeichnete Tonspur.

Leichter hat’s der Betrachter im mittleren Raum mit „Astrid“, einem Zwei-Kanal-Videoporträt von Sophie Meuresch (Leipzig), das mit ganz wenig Bewegung die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Astrid, eine sportliche junge Frau, wechselt die Posen wie in einer Fotosession, dreht sich zur Seite, verschränkt die Arme über dem Kopf, zuckt mit den Schultern, lässt den Blick sanft wandern. Gleich daneben gibt Becher-Schülerin Barbara Probst ihre Rätsel auf. „Exposure“ (Belichtung) nennt sie eine von drei Kameras zugleich aufgenommene Szene mit Tischbeinen, einer grünen Flasche und der Hand einer liegenden Person. Ein Tatort? Man weiß es nicht …

Kreatives Chaos

Der Düsseldorfer Fotokünstler Andreas Gefeller hat die Akademie mit einer Stangenkamera von oben abfotografiert und aus 50 verschiedenen Aufnahmen einen fiktiven Raum („R 209“) geschaffen – mit Stühlen, Brettern, Farbklecksen am Boden. Ein kreatives Chaos, was durchaus typisch ist für die Klassenräume der Hochschule. „Dokumentation und Konstruktion“ kommen bei Gefeller zusammen. Eine reine Konstruktion ist „My Favorite T-Shirt“, eine Collage aus einer Katalogseite des dänischen Kunstprofessors Simon Dybroe Møller.

Schon steht man im letzten Raum, wo der Brite Steven Pippin mit exzentrischem Witz eine Reihe von Direktbelichtungen präsentiert, die er mit selbstgebastelten, in Urinalen eingebauten Kameras in einer öffentlichen Toilette gemacht hat. Man sieht den Künstler schemenhaft auf dem Rad vorbeifahren. Ein Schelm. Dem Niederländer Jan Dibbets, zeitweise Professor an der Düsseldorfer Akademie, ging es um eine malerische Ästhetik, er fotografierte aus nächster Nähe die Lackstrukturen von Autokarosserien. Eine Verfremdung des Gewöhnlichen gelang auch Gudrun Kemsa, Professorin an der Hochschule Niederrhein, schon in den 1990er-Jahren mit Lichtkompositionen aus einer Düsseldorfer Fabrik.

Was, wann und wo?

„In Szene gesetzt: Made in Düsseldorf 8“. Aus der Sammlung der Stadtsparkasse. Bis 27. September im Kunstpalast Düsseldorf, Ehrenhof 4-5, 2. Etage. Eintritt frei, kostenlose Broschüre liegt aus. www.kunstpalast.de

StichworteKunstpalastStadtsparkasse Düsseldorf
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