Düsseldorf Altstadt: Hausbrauerei und Kirche feiern 20-jährige Partnerschaft

Etwas versteckt an der Bolker Straße liegt die Neanderkirche. Passanten nehmen sie kaum wahr, eher den Biergarten, der auf dem Gelände davor von der Hausbrauerei zum Schlüssel betrieben wird. Diese Partnerschaft von Brauerei und Kirche gibt es bereits seit 20 Jahren – und das wurde am Samstag (3.10.) bei schönstem Biergartenwetter gemeinsam gefeiert.

Bei herrlichem Wetter war der Biergarten bestens besucht
Nach dem Krieg gab es auf dem Gelände gegenüber der Hausbrauerei Zum Schlüssel ein leeres Grundstück, das nicht mehr bebaut und später als Parkplatz genutzt wurde. Im hinteren Teil der Fläche liegt die Neanderkirche, in der vor 20 Jahren Renate Zilian Pfarrerin war. Wie Karl-Heinz Gatzweiler am Samstag bei der Feier erzählte, schaute er von seinem Büro auf das Grundstück und bemerkte, wie das Gelände damals von der Kirche gestaltet und bepflanzt wurde. Eigentlich ein idealer Platz für einen Biergarten dachte er sich, fasste allen Mut zusammen und schlug Zilian seine unkonventionelle Idee vor.

Karl-Heinz Gatzweiler überreicht Renate Zilian einen Blumenstrauß
Die Pfarrerin war sofort begeistert und auch Küster und Prespiterium schlossen sich der Zustimmung an. „Der Biergarten hat sehr viele schöne Momente gebracht, für sehr viele Menschen, und viele Menschen zusammengebracht. Das war nicht absehbar damals“, erinnerte sich Gatzweiler. Mit einem Schlüssel-Alt stieß er mit Pfarrerin Antje Brunotte, Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke und den vielen Gästen auf 20 Jahre Zusammenarbeit, Partnerschaft und Freundschaft zwischen der Neanderkirche und der Hausbauerei zum Schlüssel an.

Die Neanderkirche konnte am Samstag ebenso besichtig werden wie die Brauerei
Pfarrerin Antje Brunotte bekräftigte, dass mit der Kooperation etwas ganz großartiges auf die Beine gestellt wurde. Sie betonte, dass nicht nur Menschen im Biergarten feiern, sonder auch arbeiten. Einen herzlichen Dank richtete sie an alle Köbisse. Zur Geburtstagsfeier wurde auch eine Tombola organisiert, deren Erlös an die medizinische Sprechstunde für wohnungslose Menschen geht, die drei Mal in der Woche an der Neanderkirche angeboten wird.

(v.l.) Karl-Heinz Gatzweiler, Annette Klinke und Antje Brunotte
Annette Klinke ist nicht nur die Bezirksbürgermeisterin, sie ist auch Gemeindemitglied der Neanderkirche. Daher freute sie sich besonders auch ein Grußwort halten zu können. Sie betonte die verschiedenen Seiten der Altstadt. In den Schlagzeilen seien häufig Kriminalität, Leerstand und Kioske. Doch die Altstadt sei auch noch mehr als längste Theke der Welt. Es gebe viel Kultur, soziale Einrichtungen, den Sitz der Politik, Einzelhandel, Brauereien und die Heimat vieler Vereine. Und 2800 Menschen wohnen in der Altstadt. Diese Mischung mache die Altstadt aus, erklärte sie. „In diesen Zeiten, wo wir eine Gruppe unter uns haben, die mit Hass und Ausgrenzung diese Gesellschaft spalten will, in diesen Zeiten brauchen wir das mehr denn je.“ Und auch für Pfarrerin Antje Brunotte ist die kleine Oase im Trubel der Düsseldorfer Altstadt ein wichtiger Treffpunkt geworden. „Wir versuchen Orte zu schaffen, in denen Gemeinschaft gelebt werden kann und da sind wir miteinander unterwegs“, betonte sie. Aus ihrer Sicht tut das Zusammenspiel von Kirche und Brauhaus dem ganzen Viertel gut: „Es ist auf jeden Fall ein ruhigerer Ort als sonst auf der Bolkerstraße und er verbindet eben auch Menschen.“

Flotte Jazz-Musik von Powerkraut
Musikalisch wurde die Feier mit Live-Jazz von „Powerkraut“ sowie der Band Zeitflug am Abend begleitet.