Düsseldorf: Großer Protest gegen AfD-Spaziergang und Remigrations-Verfechterin Lena Kotré

Die Düsseldorfer AfD-Ratsfrau Andrea Kraljic hatte am Montagnachmittag (27.4.) einen Spaziergang im Viertel rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof unter dem Motto „Müll, Gewalt und Drogen“ organisiert, um der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordneten Lena Kotré und weiteren AfD-Anhänger*innen zu zeigen, wie Obdachlose, Kriminelle und Drogensüchtige die Sicherheit der Bürger*innen beeinflussen.

Andrea Kraljic und Lena Kotré, Foto: Infozentrale
Zahlreiche Organisationen werteten das Vorhaben als geschmacklos und auch die Menschen, die sich im Umfeld des Bahnhofs aufhalten, weil ihnen eine Wohnung fehlt oder sie die Gesellschaft Gleichgesinnter suchen, waren empört. So wurde ein breiter Protest organisiert, an dem sich so viele Gruppierungen beteiligten, dass die komplette Strecke des geplanten AfD-Spaziergang mit kreativen Aktionen begleitet werden sollte. So der Plan, der allerdings geändert werden musste, da die Polizei offenbar um den Schutz den knapp drei Dutzend AfD’ler*innen fürchtete.

Der Gegenprotest war massiv, Foto: Infozentrale
Auf dem Worringerplatz, wo der AfD-Spaziergang starten sollte, hatten sich Hunderte Demonstrierende versammelt, darunter auch Anwohner*innen. Einige ehemalige Obdachlose und Suchtkranke erwarteten die Gäste der blauen Partei in einem Käfig, an dem Bananen befestigt waren. Unter dem Motto „Bananen für die AfD – Düsseldorf ist kein Armutszoo“ protestierten die fiftyfifty-Verkäufer in dem Freiluftgehege. „Wir freuen uns, dass gerade ostdeutsche Politiker sich für Armut in Düsseldorf interessieren. Wir bringen extra auch Bananen mit. Wir weisen aber darauf hin, dass die Menschen im Freiluftgehege nicht gefüttert werden dürfen“, erklärte Oliver Ongaro vom Straßenmagazin fiffyfifty.

Im Freiluftgehege war füttern verboten, Foto: Infozentrale
Da die AfD deutsche Obdachlose und Drogensüchtige nicht einfach remigrieren kann, schlug die Partei schon mehrfach vor, diese Menschen in abgelegene Stadtteile zu verfrachten – die Knittkuhler Kaserne war ebenso im Gespräch wie der Reisholzer Hafen. Ein klares Zeichen dafür, dass die AfD nicht verstanden hat, wo die Probleme dieser Menschen liegen.

Die Straße war zeitweise blockiert, so dass Busse und Bahnen stoppen mussten, Foto: Infozentrale
Vom Worringer Platz sollte es über das Kap1 und die Harkotstraße über den Mintropplatz und die Ellerstraße zur Eisenstraße gehen. Doch Auf Höhe der Stadtbibliothek waren die Aktionen des Gegenprotestes von Omas gegen Rechts, dem FFT, dem jungen Schauspielhaus und den Gewerkschaften so groß, dass die AfD-Spazierer*innen kehrt machten. Begleitet von großem Polizeiaufgebot versuchten sie es nun von hinten, das heißt über die Kölner Straße und Ludwig-Erhard-Allee zum Bertha-von-Suttner Platz.

Gerangel der Polizei mit Unbeteiligten am Bertha-von-Suttner Platz, Foto: Infozentrale
Aber auch dort waren die Demonstrierenden mittlerweile angekommen und zeigten lautstark, was sie von der AfD hielten. Bis zum Regenbogen-Plastikfisch, der von Plasticfisherman Germany, Uruguay! und Bernadette Niehaus vor dem Gebäude an der Eisenstraße vorbereitet worden war, kamen die Spaziergänger gar nicht. Die Stelle war bewusst gewählt, denn an der Eisenstraße plant die Stadt eine neue Anlaufstelle für Drogensüchtige. Von der Willi-Becker-Allee bog die AfD-Gruppe rechts ab, weshalb die Ellerstraße zeitweise gesperrt wurde.

Der Regenbogenfisch vor der Eisenstraße 49, Foto: Bernadette Niehaus
Die Gegendemonstrierenden verlegten sich anschließend an die Bachstraße vor die Düsseldorf Arcaden. Dort hatte die AfD in den Bachsaal eingeladen, wo Lena Kotré über ihre politische Arbeit berichten und auch Aspekte zur Remigration ausführen wollte. Wie bereits bei vorherigen AfD-Veranstaltungen wurde erneut von mehren Hundert Menschen gegen die Partei demonstriert.

An der Bachstraße ging der Protest weiter, Foto: Infozentrale