Düsseldorf: Mit einer Grabmal-Patenschaft für eigene Bestattungen vorsorgen

Auf den Düsseldorfer Friedhöfen befinden sich zahlreiche denkmalgeschützte Grabmale und weitere, die als erhaltenswert eingestuft sind. Zum Teil sind es Grabstätten prominenter Verstorbener. Zusammen bilden sie das kulturelle Gedächtnis Düsseldorfs. Allerdings fallen immer mehr dieser bedeutenden Gräber mit dem Ende von Familienlinien und der Rückgabe von Nutzungsrechten an die Stadt. Um sie langfristig zu bewahren, ist die Stadtverwaltung auf das Engagement der Düsseldorfer*innen angewiesen.

Foto: Stadt Düsseldorf, Garten- und Friedhofsamt
Das Düsseldorfer Garten-, Friedhofs- und Forstamt lädt Bürger*innen ein, eine Patenschaft für ein Grabmal auf den städtischen Friedhöfen zu übernehmen. Damit setzen sie sich aktiv für den Erhalt historisch und künstlerisch bedeutsame Grabstätten ein und helfen ein Stück Stadtgeschichte zu bewahren. Interessierte übernehmen mit einer Patenschaft die Verantwortung für die Pflege, Sanierung und den Erhalt einer solchen Grabstätte. Im Gegenzug überträgt die Stadt Düsseldorf das Nutzungsrecht an die Paten, sodass sie dort Bestattungen vornehmen können. Die Patenschaft selbst ist kostenlos, berechnet wird bei einer Beisetzung lediglich die Ruhefrist von – in der Regel – 20 Jahren für die dann aktuell belegte Grabstelle. Dabei entfällt für die Paten im Vorfeld der Erwerb des kompletten Nutzungsrechts, das bei einer historischen Grabstätte mit mehreren Grabstellen sehr teuer ist. Zu beachten ist allerdings, dass historische Grabmale bestimmten gestalterischen Vorgaben unterliegen, um ihre Authentizität zu erhalten. Veränderungen an den bestehenden Grabsteinen sind daher nicht möglich. Patinnen und Paten können jedoch eine eigene Namenstafel ergänzen, die sich in Material und gestalterischem Stil harmonisch einfügt.

Foto: Stadt Düsseldorf, Garten- und Friedhofsamt
Um auf dieses Angebot aufmerksam zu machen, hat die Stadt Patenschafts-Schilder mit dem Hinweis “Schön und erhaltenswert” entwickelt, die direkt an entsprechenden Grabstätten angebracht werden. Ein QR-Code auf den Schildern führt zu weiterführenden Informationen auf der städtischen Webseite.
“Unsere Friedhöfe sind ein kulturelles Geschichtsbuch der Stadt, in dem sich Vergangenheit und Identität Düsseldorfs widerspiegeln”, betont Umweltdezernent Jochen Kral. “Mit einer Grabpatenschaft tragen Bürgerinnen und Bürger dazu bei, dieses Geschichtsbuch lebendig zu halten.”

Foto: Stadt Düsseldorf, Garten- und Friedhofsamt
Mehr als 200 Grabpatenschaften gibt es auf den Düsseldorfer Friedhöfen derzeit – dennoch gibt es viele weitere erhaltenswerte Grabstätten, für die neue Patinnen und Paten gesucht werden. Die Stadt lädt Interessierte ein, die Friedhöfe zu besuchen und die historischen Grabstätten zu entdecken. Die Friedhofsleitungen stehen für persönliche Beratungsgespräche zu einer Patenschaft gerne zur Verfügung. Kontakt kann per Mail an friedhof@duesseldorf.de hergestellt werden oder persönlich in die jeweiligen Friedhofsverwaltungen.