Düsseldorf: „Eine Reise zu mir selbst“ – Kunstausstellung krebskranker Kinder in der Uniklinik

Mit einer Vernissage wurde am Mittwoch (4.11.) im Foyer des ZOM II eine ganz besondere Kunstausstellung eröffnet. Denn die Künster*innen sind Patienten der Kinder-Onkologie der Uniklinik und ihre Familien.

Die Ausstellung wurde eröffnet von (v.l.) Laura Görner, Prof. Arndt Borkhardt (Direktor der Klinik für Kinder-Onkologie), Musikerin Maria Zepp, Torsten Rantzsch (Vorstand UKD), Klara Virnich sowie Friedhelm und Stephanie Schuster
Über 60 Zeichnungen, Aquarelle, Drucke, Collagen und Töpferarbeiten sind in den vergangenen eineinhalb Jahren entstanden und werden nun der Öffentlichkeit präsentiert. Die künstlerische Begleitung des Projekts lag in den Händen von Laura Görner und Klara Virnich. Engagiert vom Verein Löwenstern arbeiteten die Künstler*innen mit den jungen Patienten und ihren Familien.

(v.l.) Laura Görner und Klara Virnich arbeiten seit vielen Monaten mit den Patienten der Kinder-Onkologie
Das war auch für sie eine Herausforderung, denn nicht alle Patienten waren gleich begeistert über das Angebot. Aber einfühlsam vermittelten sie, dass es Spaß machen kann, zu gestalten und etwas von sich selber auszudrücken. Laura Görner berichtete, wie einige merkten, dass doch viel in ihnen steckt und es dabei nicht um Perfektion geht. Mit Papier, Farben oder Ton wurde ihnen ein Raum gegeben, den sie selber gestalten durften. Klara Virnich fasste es so zusammen: „Wir haben ein Fenster angeboten, durch das in eine andere Welt geschaut werden kann“.

Auch die Familien der Patienten trugen zur Ausstellung bei
Viel vielfältig die Kunstwerke sind, die so entstanden sind, kann in der Ausstellung besichtigt werden. Alle Exponate haben Nummern und die Besucher*innen werden gebeten, die Nummern zu nennen, die ihnen am besten gefallen am. Zur Finissage am 13. November um 14 Uhr soll dann ein Publikumspreis vergeben werden.

Eindrücke der verschiedenen Kunstwerke
Verein Löwenstern
Initiiert wurde das Projekt vom Verein Löwenstern. Dessen Vorsitzende Stephanie Schuster freute sich nach langer Suche mit Laura Görner und Klara Virnich zwei ausgebildete Künstlerinnen gefunden zu haben, die sehr empathisch mit den krebskranken Kindern, aber auch deren Geschwistern, arbeiten. Mehrmals pro Woche sind sie in der Klinik und können dort dank eines mobilen Tischs auch Patienten im Isolationsbereich besuchen.
Das „mobile Kunstatelier“ ist nur ein Angebot des Vereins. Er hat beispielsweise die Miniroboter „Avatar“ angeschafft, um den Patienten aus der sozialen Isolation zu helfen. Nicht selten müssen krebskranke Kinder aus Infektionsgründen für mindestens sechs Monate in Isolation bleiben und damit fallen Schulbesuch, Treffen mit Freunden oder anderen Menschen aus. Durch den Mini-Roboter ist die Teilnahme am Unterricht, aber auch der virtuelle Kontakt zu Freunden möglich. Durch die kleine Größe des Roboters ist dieser mobil und kann mitgenommen werden.
Aber auch weitere Therapien, die den Kindern gut tun, aber nicht von den Krankenkassen finanziert werden, übernimmt der Verein. Dazu gehören Aromatherapie, Sport- und Tanztherapie und auch die Möglichkeit für Eltern, während der Therapie der Kinder kostenfrei in einem Haus auf dem Gelände der Klinik untergebracht zu werden.
Der Verein Löwenstern finanziert sich aus Spenden. Für das nächste Jahr sind ein Spendenlauf und ein weiteres Benefizkonzert der Positiven Musikschule in Vorbereitung. Wer den Verein auf dem Weihnachtsmarkt besuchen möchte, hat am 12. und 13. Dezember dazu auf dem Gustaf-Gründgens-Platz Gelegenheit.
Weitere Informationen über den Verein und die Möglichkeit der Unterstützung gibt es hier.

Das Plakat zur Ausstellung