Düsseldorf: Kulturschaffende und Bürger*innen stellen sich gegen die AfD – vielfältige Aktionen am Montag (26.10.)

Der Kreisverband der Düsseldorfer Afd hat für Montag (26.10) zu einem Rundgang über die Düsseldorfer Kulturmeile ab Schloss Jägerhof eingeladen und im Anschluss daran zu einem Vortrag des Dortmunder AfD Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich ins Palais Wittgenstein. Inhalt des Vortrags soll die “Kulturpolitik von rechts” sein. In der Ankündigung zur Veranstaltung stellt sich die Partei gegen die Vereinnahmung Heinrich Heines durch die politische Linke und betont, dass es Zeit für eine “geistig-moralische Wende” sei, man wolle als AfD den notwendigen Kulturkampf aufnehmen.
Was Kulturpolitik von rechts bedeutet, wird bereits in den zahlreichen Anträgen der AfD Ratsfraktion Düsseldorf deutlich, die jegliche Mittel für die freie Szene oder Einrichtungen wie das zakk und andere sofort streichen würde. In ihrem Positionspapier zur Kulturpolitik formuliert die AfD die Fokussierung auf deutsche Identität, die Abschaffung der „Schuld- und Schamkultur“ in Bezug auf die NS-Zeit sowie die Streichung von Förderungen für „antideutsche Kunst“ die sich gegen nationale Symbole, deutsche Traditionen oder die nationale Identität richten. Dabei beruft sich die AfD darauf, dass das Grundgesetz zwar die Kunstfreiheit garantiere, aber nicht deren staatliche Finanzierung.

Veranstaltungen der AfD werden in Düsseldorf immer mit deutlichem Protest begleitet, Foto: Dirk Schmidt
Kulturschaffende und Bürger*innen setzen ein Zeichen
Diese Aussagen haben die Düsseldorfer Kulturschaffenden veranlasst, aktiv gegen die AfD zu demonstrieren. Auf Initiative des Rates der Künste Düsseldorf haben sich verschiedene Düsseldorfer Kulturinstitutionen und Kulturschaffende zusammengeschlossen und das Bündnis „Düsseldorfer Kultur für Demokratie“ formiert. Gemeinsam mit Düsseldorf stellt sich quer (DSSQ), den Omas gegen Rechts und den Düsseldorfer Galerien haben sie für Montag (26.10.) ab 16:30 Uhr Kunstaktionen und Kundgebungen organisiert und laden alle Düsseldorfer*innen ein, gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen.
Kultur lebe von Vielfalt, Weltoffenheit und Freiheit. Die Kunstfreiheit sei ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Demokratie und müsse geschützt werden, betont das Bündnis. Am Montag will man sich für eine offene Kultur und gegen rechte Hetze sowie für Kunst als lebendige Auseinandersetzung mit der Gesellschaft und gegen eine deutschnationalistische Leitkultur einsetzen.
Birgit Lenders vom Rat der Künste und Oliver Ongaro von DSSQ erklären, dass beide Gruppierungen zum ersten Mal gemeinsam Aktionen organisiert haben. Beide sehen die Gefahr, dass die Bereiche Kultur und Medien diejenigen sein werden, in denen die Rechten ansetzen, um den Staat zu verändern. Beispiele dafür sehe man in Ungarn. Für Einflüsse auf die Wirtschaftspolitik fehlten der AfD die Fähigkeiten, aber subtil über Bereiche, die zur Meinungsbildung beitragen, werde die Partei versuchen ihr Bild von einem Staat zu formen, da ihrer Auffassung nach „rechte Kulturpolitik das Volk gesunden lasse“, befürchten die Bündnisse.
Für Montag sind verschiedene Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen geplant
Hier eine Übersicht:
- Ab 16:30 Uhr lädt das Bündnis „Düsseldorfer Kultur für Demokratie“ vor das Goethe-Museum Düsseldorf (Jacobistraße 2) ein. Dort werden verschiedene Akteure Musik, Lesungen und Redebeiträge präsentieren.
- Ab 16:30 Uhr rund um Schloss Jägerhof und die Jägerhofallee versammelt sich das Bündnis DSSQ, anschließend wird der Spaziergang der AfD begleitet (geplante Route vom Schloss Jägerhof durch den Hofgarten, Dreischeibenhaus, Grabbeplatz, Mühlenstraße, Burgplatz, Marktplatz bis zum Palais Wittgenstein an der Bilker Straße 7-9)
- Ab 16:30 Uhr haben die Omas gegen Rechts eine Mahnwache auf dem Grabbeplatz angemeldet, ihr Motto „Heine hätte sich zu uns gestellt!“
- Ab 17:30 Uhr unter dem Motto „Carlstadt ist bunt. Nicht braun.“ Protestkundgebung in der Bilker Straße 16 (Zugang ist nur über die Bastionstraße) mit Redebeiträgen von Bojan Vuletić, Wolfgang Rolshoven, Melanie Horster, Frau Liese, Yuri Nikitin und Matthias André Richter.
- Ab 18 Uhr DSSQ-Protest am Palais Wittgenstein

Zwei Beispiele für geplante Aktionen
Alle sind herzlich eingeladen, sich den verschiedenen Aktione anzuschließen und gemeinsam ein Zeichen zu setzen.