Düsseldorf: Warum es im Garather Forst jetzt eine Madonna gibt

Die Lage der Welt, Deutschlands Düsseldorfs und des Düsseldorfer Südens treibt Ulrich Mennekes um. „Garath wird ja als der blaue Stadtteil bezeichnet, weil hier so viele AFD wählen“, erläutert Mennekes, der mit seiner Warnweste und der Aufschrift „Opas Stimme gegen Nazis“, eindeutig Stellung gegen den zunehmenden Rechtsruck in der Gesellschaft bezieht. „Mein Vater war ein kleiner Nazi. Das hatte tragische Auswirkungen auf unsere gesamte Familie. Das hat meinen Blick auf die Gegenwart geschärft.“
Was der Grafik-Designer derzeit sieht, fällt nicht sonderlich positiv aus. „Kriege überall auf der Welt, hybride Angriffe bei uns vor der Haustür, der Vormarsch der Rechtspopulisten, der Klimawandel das alles nimmt einem doch die Hoffnung auf die Zukunft“, beklagt er. Doch damit will er sich nicht einfach nur abfinden, sondern geht aktiv gegen Missstände vor. Bei Mahnwachen und Demonstrationen ist er engagiert und steht als Künstler und Mensch für seine Anti-Rechtspopulistische Haltung ein. Er startet Aktionen und scheut auch kein Gespräch mit Andersdenkenden. Aufrütteln möchte Mennekes, denn die Vergangenheit habe gezeigt, dass Gleichgültigkeit und das gedankenlose Hinterherrennen vermeintlicher Heilsbringer fatale Folgen haben kann. „Es geht auch um den aktiven Schutz unserer Natur, unserer Umwelt“, so Mennekes. „Es geht darum, aktiv zu werden, darum den Mut zu finden, weiterzumachen und darum, auch andere Menschen zu ermuntern, die Dinge nicht unkommentiert laufen zu lassen.“

Dankwart von Dörnberg sägt ein Podest für die Madonna
Sein neustes Projekt zur Lage der Welt ist eine Kunstaktion, die er zusammen mit dem Forstverwalter des Schlosshofs Garath, Dankwart von Dörnberg, gestartet hat. Gemeinsam stellen sie Marienstatuen an durch die Trockenheit abgestorbenen Eichen auf und werden dabei durch weitere Künstler begleitet. So wie den Literaten, Kabarettisten und Autor Jens Prüss bei der Aufstellung der ersten Marienfigur am Mittwoch (14.10.).
„Ich beschäftige mich schon seit längerem mit Madonnen und je älter ich werde, zieht es mich intensiver zu Maria hin“, gesteht der 69-Jährige Mennekes. „Es ist mein Volksglaube, dass Maria alles zum Guten wenden wird. Manchmal denke ich, dass sie sagen wird: Macht Euren Dreck doch alleine weg, ich kann Euch da nicht mehr helfen.“

Jens Prüss rezitiert, Ulrich Mennekes und Dankwart von Dörnberg lauschen seinen Worten
Die Marien-Figur, die vergleichsweise gut versteckt im Wald steht, wird die weiteren Aktionen im Garather Forst begleiten. Dort sind auch noch zwei öffentliche Baumpflanzungs-Aktionen geplant. Für eine neue Eiche werden Kinder aus den offenen Ganztagsschulen (OGS) die Patenschaft übernehmen. Im Rahmen des OGS-Angebotes an der nahe gelegenen Grundschule an der Adam-Stegerwald-Straße, soll es zu wöchentlichen Besuchen der neu gepflanzten Eiche kommen. Ziel ist es, dabei gemeinsam den Baum-Setzling zu pflegen, zu wässern und freizuschneiden.
Weitere 14 Baum-Patenschaften können Bürger*innen aus Düsseldorf-Garath übernehmen. Die zweite, öffentliche und gemeinsame Baumpflanzung dafür ist für März 2027 im Rahmen eines öffentlichen Stadtteil-Festes in der Scheune des Garather Schloßhofes geplant.
Das ist ganz im Sinne des Forst-Verwalters. „In der Stadt freuen wir uns über volle Schaufenster, gute ausgebaute Verkehrswege und schöne Wohnviertel, aber wir achten kaum noch auf Feld, Flur, Wald und Wiesen“, ärgert sich von Dörnberg. „Die alte Eiche mit der Madonna ist ein Symbol für das Klimawandel-bedingte Waldsterben.“ Wegen des extrem trockenen Sommers 2026 hätte er so viele Eichen wie noch nie zuvor sterben sehen, und die Buchen wären jetzt auch schon dran. „Mir ist dieses Fleckchen Erde ans Herz gewachsen“, betont der Forst-Verwalter. „Wir müssen dafür sorgen, dass es weiter lebt.“