Düsseldorf: “Dein Viertel – Deine Möglichkeiten” – Bürger diskutieren im Stadtbezirk 3

Erstmals fand das Bürgerforum des Stadtbezirks 3 (Oberbilk, Unterbilk, Bilk, Friedrichstadt, Hafen, Hamm, Flehe, Volmerswerth) am Dienstag (29.9.) nicht im Bachsaal, sondern mitten im Shoppingcenter Düsseldorf Arcaden unter dem Titel “Dein Viertel – Deine Möglichkeiten” statt.

Bezirksbürgermeister Thorsten Graeßner und Bezirksverwaltungsstellenleiter Christian Prahl waren federführend an der Organisation des Bürgerforums beteiligt
„Es ist wichtig, dass wir als Politiker vor Ort sind, zu den Menschen gehen und zeigen, dass Demokratie vom Mitmachen lebt. Und dass es auch an den Menschen liegt, einen Stadtbezirk lebenswerter, schöner zu machen, Zusammenhalt und Gemeinschaft zu schaffen“, erklärte Bezirksbürgermeister Thorsten Graeßner. „Dafür sind die Arcaden prädestiniert, weil hier die Leute täglich hinkommen. Hier treffen wir Menschen, die sich engagieren wollen, die aber vielleicht noch nicht wissen wie.“

An den Infoständen wurde viel diskutiert
Die Friedrichs, mit ihrem Vorsitzenden Olaf Huurdeman, waren nur einer von mehreren Vereinen, die auf dem 28. Bürgerforum ihre durchaus interessenbezogenen Aktivitäten der Öffentlichkeit vorstellten. Huurdeman ist zuversichtlich: „Diese Straße hat so viel Potenzial. Wenn die Bauarbeiten Ende 2027 abgeschlossen sind, dann wird sich der Leerstand in den Ladenlokalen schnell verringern. Bis dahin hat die Friedrichstraße aber noch so einige Probleme wegen der Dauerbaustellen. Wir Friedrichs wollen zusammen mit der Stadt und dem Zentrenmanagement die Friedrichstraße wieder beleben.“ Dabei schweben der Interessengemeinschaft, in der sich Anwohner, Geschäftsleute und Immobilienbesitzer zusammengeschlossen haben, beispielsweise Cafés, Terrassen, Multifunktionsflächen, ein vielfältiges Angebot an Einkaufmöglichkeiten sowie besondere Aktionen wie Straßenfeste oder Musikdarbietungen vor.

Schriftlich Anregungen der Bürger*innen wurden gesammelt
Aber nicht nur die Einkaufsstraße war Thema beim Bürgerforum. Interessierte konnten sich über Sport, Kinder und Jugend, Soziales und Wohnen, Stadtgrün und Nachbarschaft informieren. Auch die Vereine bekamen Rückmeldungen von den Bürger*innen, wo es etwas zu verbessern gibt. „Wir haben mit einem Rollstuhlfahrer gesprochen und direkt danach ein paar Ideen gehabt“, berichtete die Vorsitzende der DJK TuSA 06, Ute Groth. „Wir werden nächstes Jahr ein paar Rampen zu unserer Basketball- und Leichtathletikanlage bauen, so dass auch Rollstuhlfahrer bei uns Sport machen können.“

Die Themen des Bürgerforums waren vielfältig
Für Lutz Goebels, dem Vorsitzenden des Oberbilker Bürgervereins, war der lockere Austausch mit Bürger*innen und anderen sozial engagierten Vereinen und Organisationen wichtig. „Beim Bürgerforum kommt man aus der eigenen Vereinsblase raus, hört, was andere Vereine und die Menschen bewegt und wirklich interessiert“, urteilte Goebels. „Wir können das Vereinsnetzwerk untereinander stärken und gleichzeitig die Passanten über unsere Vereine und die Aktivitäten informieren. Das ist für alle ein Gewinn.“

Andrea Abbing (Königinnen und Helden) und Lutz Goebels (Oberbilker Bürgerverein) stellten ihre Vereine vor
Das bestätigt Andrea Abbing, die Vorsitzende des Kunst und Kulturvereins Königinnen und Helden. „Gerade die Vernetzung von Vereinen untereinander ist wichtig. Zusammen kann man viel mehr bewegen als alleine. Was der eine Verein nicht hat, kann der andere einbringen“, stellte Abbing fest. „Man muss aber voneinander wissen und die Ansprechpartner kennen. Nur so können durch die Bündelung von Ressourcen neue Möglichkeiten geschaffen werden.“
Von allen Beteiligten wurde der Umzug des Bürgerforums vom Bachsaal dahin, wo die Menschen sind, begrüßt. Die Umsetzung hat allerdings noch Verbesserungspotential. So war die öffentliche Vorstellung der Vereinszwecke und -aktivitäten wegen der schlechten Akustik der Mikrofonanlage nur schwer zu verstehen. Außerdem hätten die Info-Wände am äußeren Rand der Veranstaltungsfläche im Erdgeschoss der Arcaden, die Passanten eher abgehalten, als sie einzuladen. Das sah auch Cheforganisator Graeßner so. „Wir werden so ein Bürgerforum bestimmt noch einmal in den Arcaden durchführen, aber dann mit einem etwas anderen Aufbau“, verkündete der Bezirksbürgermeister. „Die Wagenburg-Optik wird es nicht mehr geben. Wir sind in der Politik ja auch lernfähig.“