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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Düsseldorf Urdenbach: Ein 300 Jahre altes Fachwerkhaus wird zum neuen Gemeindezentrum

Düsseldorf Urdenbach: Ein 300 Jahre altes Fachwerkhaus wird zum neuen Gemeindezentrum

Von Ingo Siemes
30. August 2026
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Neben der Kirche an der Urdenbacher Dorfstraße wird noch bis 2027 gebaut

Noch liegt das Büro der evangelischen Gemeinde Urdenbach an der Angerstraße – einige Meter entfernt von der Kirche. Das soll sich demnächst ändern. „Das Architekturbüro sagt, dass wir im Sommer 2027 zur Urdenbacher Dorfstraße umziehen können“, freut sich Pfarrer Matthias Köhler. Bis dahin sollen die umfangreichen Sanierungsarbeiten im Nebenhaus der 1693 erbauten Dorfkirche abgeschlossen sein. Am Samstag (29.8.) durften einige geladene Gäste den Fortschritt der Arbeiten anschauen.

Pfarrer Matthias Köhler und Architektin Pia Ulbricht erläutern in der evangelischen Kirche den Baufortschritt

Allerdings gibt es noch viel zu tun im künftigen Gemeindezentrum, bis das modernen Ansprüchen genügt. Das Gebäude wurde 1725 gebaut, ist also 300 Jahre alt und sieht aktuell noch aus wie eine Ruine. Bei genauerem Blick erkennt man, dass viele der Holzbalken bereits neu gesetzt sind, dass ein Doppel-T-Träger aus Stahl das Gebäude trägt und dass die ehemalige Raumstruktur eines Wohnhauses geändert wurde.

Architektin Pia Ulbricht und Pfarrer Matthias Köhler wissen, dass noch viel Arbeit vor ihnen liegt

„Wir haben, nachdem wir sämtliche Bastelarbeiten der Vorbesitzer entfernt haben, anhand verrußter Deckenbalken erkennen können, wo früher die Rauchküche, also der Mittelpunkt des Hauses gewesen ist“, erklärte Architektin Pia Ulbricht, die die Sanierungsarbeiten konzipiert und leitet. „Diesen Bereich machen wir wieder zum Mittelpunkt des Hauses, um den sich sämtliche andere Räume gruppieren.“ Weil damit die ehemalige Raumstruktur wieder hergestellt wird, hatte auch die Denkmalbehörde nichts gegen die „neue, alte“ Raumplanung – 1983 ist das Gebäude in die Düsseldorfer Denkmalliste aufgenommenen worden.

Maurerarbeiten aus dem 18. Jahrhundert – originales Fachwerk mit Weidenflechten – soll erhalten werden

Doch der Denkmalschutz redet bei der Umgestaltung umfangreich mit. „In den Innenräumen haben wir beispielsweise auch noch originales Fachwerk mit Lehm und Weidengeflecht gefunden. Der Denkmalbehörde war es wichtig, dass das erkennbar erhalten bleibt“, berichtet Ulbricht. „Wir haben bei unseren Arbeiten noch weitere historische Überraschungen gefunden. Nachdem wir eine abgehängte Decke entfernt hatten, entdeckten wir eine sogenannte Kölner Decke. Die mussten und wollten wir auch erhalten.“ Eine Kölner Decke ist eine verputzte Balkendecke bei der die Enden zwischen den Balken halbrund gestaltet sind.

Eine “Kölner Decke” wurde entdeckt

Diese und weitere Überraschungen führten zu Zeitverlust. Denn nicht nur die Abstimmungen mit der Denkmalbehörde kosteten Zeit. Hinzu kam die vergebliche Suche nach Handwerkern, Schwierigkeiten die historisch korrekten Baumaterialien zu besorgen sowie zwei Planungsbüros, die die Anforderungen der evangelischen Gemeinde ignorierten. Aber die Arbeiten auf der Baustelle Urdenbacher Dorfstraße 13 machen Fortschritte. „MRR Architekten ist das dritte Architekturbüro, das die Planungen macht. Bevor sie den Auftrag annahmen, haben sie sich ausbedungen, ohne Zeitdruck arbeiten zu können“, erläuterte Pfarrer Matthias Köhler. Zeitdruck hat man ja auch nicht, weil das Gemeindezentrum an der Angerstraße noch gut funktioniert.

Die Rückansicht des künftigen Gemeindezentrums

Zu den Arbeiten gehört nicht nur das Fachwerkhaus. Auf dem dazu gehörenden Grundstück wird noch das Osthaus errichtet. Ein nachhaltig konzipiertes Bauwerk mit Veranstaltungssaal und Toiletten. Geplant sind außerdem Durchgänge in der Mauer zwischen Kirche und Fachwerkhaus-Grundstück. Die in den 1960er Jahren an die Kirche angebaute Sakristei ist bereits verschwunden.

Auf 2,3 Millionen Euro sind die Kosten für das Gebäude-Ensemble inklusive des neu geschaffenen Innenhofs veranschlagt. Ziel ist es, dass sich dort ein zentraler Treffpunkt der Urdenbacher entwickelt. „In Urdenbach fehlt eine Dorfmitte, an dem sich die Leute treffen können. Wir hoffen, dass wir ab Sommer 2027 diese Dorfmitte als Treffpunkt zum klönen, Kaffee trinken zum Beisammensein für jedermann bieten können“, ist der Dorfpfarrer zuversichtlich. „Wir werden den neuen Platz nicht nur für Kirchenzwecke nutzen sondern der gesamten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.“

StichworteEvangelische KircheGemeindezentrumUrdenbach
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