Düsseldorf: Benefizkonzert in der Johanneskirche mit Stockhausen, Doldinger & Friends

Obwohl Wolf Doldinger & Best Friends in 28 Jahren bereits mehr als 200 Konzerte im Rahmen der Jazz-Reihe „Sounds of Jazz“ im Bachsaal der Johanneskirche gespielt haben, kommt es am Samstag (17.10.) für sie zu einer besonderen Premiere. Denn sie laden ihr jazzbegeisterte Publikum zum ersten Mal in den Kirchenraum ein. Dort spielen sie ein Benefizkonzert mit dem Trompeter und Flügelhornisten Markus Stockhausen. Sämtliche Musiker verzichten auf ihre Gage und Einnahmen kommen der Revitalisierung der Johanneskirche zugute.
Dass sich die Jazz-Musiker für den Erhalt der Kirche engagieren, ist mehr als eine schöne Geste. „Das ist bei uns ein tief empfundenes Dankbarkeitsgefühl, was wir gegenüber dieser Kirche haben“, sagt Wolf Doldinger. Bereits im September 2024 gaben die Musiker zwei Konzerte gemeinsam mit Helge Schneider, deren Erlös in die Baumaßnahmen floss. Als sie erfuhren, dass die Sanierung durch zusätzlich entdeckte Schäden immer teurer wurde stand schnell fest: Sie wollten ein weiteres Benefinzkonzert spielen. Auch Markus Stockhausen habe sofort zugesagt, ohne Honorar aufzutreten. „Das ist phänomenal!“, schwärmt Doldinger.

Wolf Doldinger & Friends haben schon rund 200 Konzerte im Bachsaal der Johanneskirche gespielt
Der Wechsel in den Kirchenraum markiert ein neues Kapitel der „Sounds of Jazz“, denn die Verlegung eröffnet den Musikern neue klangliche Möglichkeiten. Wegen der Arbeiten am Aufzug und am Treppenhaus ist der Bachsaal noch nicht zugänglich. Insbesondere Posaunist Hardy Döhrn freut sich auf die Umgebung: „Als Posaunist liebe ich das sehr. Für Schlagzeuger ist das eher gewöhnungsbedürftig, aber für uns Bläser ist das herrlich, wenn der Klang sich ohne elektronische Verstärkung entfaltet.“
Auf dem Programm stehen Originalstücke von Markus Stockhausen, die teilweise von der Band begleitet werden, bekannte Jazzstücke von Miles Davis sowie Eigenkompositionen der Sounds of Jazz-Musiker. „Interessant wird der Choral, den wir spielen werden, Ich glaube, das wird eine große Überraschung“, kündigt Döhrn an. Wie bei den Konzerten im Bachsaal sollen auch kurze Texte und Gedichte ihren Platz haben, die Döhrn zwischen den Musikstücken vorträgt.

(v.l.) Andrea Gold, Hardy Döhrn, Wolf Doldinger und Barbara Wengler, Foto: evdus
Neben Wolf Doldinger (Alt- und Baritonsaxofon) gehören Hardy Döhrn (Posaune), Wolfgang Engelbertz (Bass), Michael Weiss (Piano), Rolf Drese (Schlagzeug) und Tom Lorenz (Vibrafon, Percussion) zur Formation. Mit Markus Stockhausen kommt ein Gast hinzu, der sowohl im Jazz als auch in anderen musikalischen Welten zu Hause ist. Barbara Wengler von der Johanneskirche schätzt die langjährige Verbindung mit „Sounds of Jazz“: „Es ist ein Geben und ein Nehmen. Wir freuen uns, dass wir mit Sounds of Jazz noch eine weitere ‚Familie‘ an unser Haus angedockt haben.“
Die Johanneskirche ist ein offenes Haus für Musik und Begegnung
Die umfassende Sanierung soll das Gebäude als Kulturdenkmal und als Ort des gesellschaftlichen Lebens erhalten. Der Großteil der Arbeiten ist inzwischen abgeschlossen, bis Ende des Jahres soll auch der Außenbereich fertiggestellt sein. Die Benefizkonzerte bringen nicht nur Geld für die Spendenkampagne, sondern auch Aufmerksamkeit für die Kirche. „Das erreicht Menschen, bei denen Kirche normalerweise gar nicht so Gehör findet“, sagt Fundraiserin Andrea Gold vom Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf. Dass Besucher das Konzert mit einem neuen Blick auf die Kirche verlassen, sei „ein großartiges Geschenk“.
Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Tickets gibt es für 30 Euro, für Personen unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Karten sind hier erhältlich oder an der Abendkasse.