Düsseldorf und Neuss planen gemeinsame Leitstelle für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst

In einer Absichtserklärung formulierten die Stadt Düsseldorf und Rhein-Kreis Neuss am Dienstag (13.10.) eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit bei der Gefahrenabwehr. Aktuell betreiben sie jeweils eigene Leitstellen für Brandschutz, Hilfeleistungen, Katastrophenschutz und Rettungsdienst. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Landrätin Katharina Reinhold dokumentierten damit ihre Pläne, ihre Zusammenarbeit in der Gefahrenabwehr zu vertiefen und die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Leitstellenstruktur zu schaffen. Ziel sei es, die Leistungsfähigkeit ihrer Leitstellen dauerhaft zu sichern und die Notruf- sowie Einsatzbearbeitung für die Bürger*innen und Bürger auch künftig verlässlich und krisensicher zu gewährleisten. Beide Kommunen wollen die Herausforderungen einer modernen Gefahrenabwehr gemeinsam angehen.

(v.l.) Michael Wolff (Kreisbrandmeister Rhein-Kreis Neuss), André Klöckener (Leiter Kreisleitstelle), Landrätin Katharina Reinhold, OB Dr. Keller, Burkhard Hintzsche (Stadtdirektor und Feuerwehrdezernent), David von der Lieth (Feuerwehrchef) sowie Brandrat Stefan Holtkamp nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung im Jan Wellem Saal des Düsseldorfer Rathauses, Foto: Stadt Düsseldorf, Claus Langer
“Die Anforderungen an moderne Leitstellen nehmen kontinuierlich zu”, sagt Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. “Mit der geplanten Zusammenarbeit schaffen wir die Grundlage, um die Gefahrenabwehr auch künftig wirtschaftlich, widerstandsfähig und zukunftsorientiert aufzustellen. Die Kooperation bietet die Möglichkeit, Synergien zu nutzen und zugleich die hohe Qualität der Notrufannahme und Einsatzsteuerung dauerhaft zu sichern. Vorbehaltlich geeigneter Flächen, streben wir an, in den kommenden Jahren einen linksrheinischen Standort für eine gemeinsame Leitstelle auf dem Düsseldorfer Stadtgebiet zu realisieren.”
Landrätin Katharina Reinhold verweist auf die Bedeutung für die Daseinsvorsorge: “Gemeinsam verantworten wir die notfallmedizinische und rettungsdienstliche Versorgung von rund 1,12 Millionen Menschen. Wir suchen ganz bewusst und aktiv die Kooperation, um unsere Kräfte zu bündeln und die Versorgung auf eine noch breitere und verlässlichere Basis zu stellen. Die Zusammenarbeit ermöglicht es uns, uns bei technischen Ausfällen und außergewöhnlich hohem Notrufaufkommen gegenseitig zu unterstützen und notwendige Kapazitätserweiterungen effizient umzusetzen. Es freut mich sehr, dass der Rhein-Kreis Neuss mit der Stadt Düsseldorf einen verlässlichen Partner für die zukunftsweisende Investition in den Bau einer gemeinsamen Leitstelle gefunden hat. Gemeinsam setzen wir auf einen verantwortungsvollen Einsatz der verfügbaren Mittel bei gleichzeitiger Schaffung dauerhaft tragfähiger Strukturen.”
Die Absichtserklärung sieht vor, die gegenseitige Unterstützung bei erhöhtem Notrufaufkommen, technischen Störungen sowie bei künftigen Erweiterungen der Leitstellenkapazitäten zu prüfen und schrittweise auszubauen. Langfristig sollen die Leitstellenaufgaben an einem gemeinsamen Standort wahrgenommen werden.
Stadtdirektor und Feuerwehrdezernent Burkhard Hintzsche betont: “Sowohl der Rhein-Kreis Neuss als auch die Landeshauptstadt Düsseldorf stehen vor der Aufgabe, ihre Leitstellenstruktur an künftige Anforderungen anzupassen. Ein gemeinsamer Standort eröffnet die Chance, Ressourcen gezielt zu bündeln und moderne Rahmenbedingungen für die Gefahrenabwehr zu schaffen. Unsere Zusammenarbeit soll schrittweise aufgebaut werden. So können leistungsfähige regionale Strukturen entstehen, die die Sicherheitsarchitektur der Region dauerhaft stärken.”
Auch der Leiter der Kreisleitstelle Rhein-Kreis Neuss, André Klöckener, blickt auf die nächsten Schritte: “Nun gilt es, die vereinbarten Ziele weiter zu konkretisieren. Dazu werden wir mögliche Kooperationsfelder identifizieren, konkrete Vereinbarungen erarbeiten und einen verbindlichen Zeitplan mit klar definierten Meilensteinen entwickeln.”