Düsseldorf: Pegeluhr erstrahlt nach Restaurierung bei historisch niedrigem Pegel in neuem Glanz

Die Pegeluhr am Rheinufer war in die Jahre gekommen und eine technische und optische Restaurierung des Wahrzeichens war angesagt. Dafür engagierten sich die Düsseldorferr Jonges. Die Pegeluhr wurde 1902 im Zuge der Neugestaltung des Rheinufers errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Mit ihren vier Zifferblättern zeigt sie nicht nur die Uhrzeit, sondern auf der Rheinseite auch den aktuellen Wasserstand an.
Der Stadtbildpfleger und Vorstandsmitglied des Jonges, Maximilian Schönauer, hat das Restaurierungsprojekt über viele Monate begleitet, Genehmigungen koordiniert, Fachfirmen zusammengebracht und gemeinsam mit zahlreichen Partnern die Finanzierung gesichert. Mitte Juli wurde die Pegeluhr mit einem Gerüst versehen und neben der Reparatur der Messtechnik wurd auch die Jugendstilfassade restauriert. Verschmutzungen und Ablagerungen wurden schonend entfernt, schadhafte Fugen ausgebessert sowie Zeiger und Zifferblätter erneuert.

Natürlich gehört bei den Düsseldorfer Jonges auch ein Fässchen zur Einweihung dazu, Foto: Dirk Schmidt
Am Montag (17.8.) war dann das Gerüst bereits abgebaut und die Pegeluhr in ein weißes Tuch eingehüllt. Zahlreiche Jonges und weitere Gäste waren gekommen, um das Ende der Restaurierung zu feiern. Womit niemand gerechnet hatte, war der historisch niedrige Rheinpegel, der am Montag sogar im Minusbereich lag. Hochwasser hat die Pegeluhr schon viele erlebt, so ein Niedrigwasser noch nie.

Fliegende Gäste bei der Einweihung am Montagnachmittag, Foto: Dirk Schmidt
Dr. Reinhold Hahlhege, Baas der Düsseldorfer Jonges, betonte: „Es gibt Bauwerke, die weit mehr sind als Stein, Metall und Technik. Die Pegeluhr ist für viele Menschen ein Stück Düsseldorf – ein Ort der Begegnung, der Erinnerungen und der Verbundenheit mit unserer Stadt. Dass sie nach Jahren des Stillstands wieder zum Leben erwacht, ist ein schönes Signal und ein Gewinn für alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer.“

(v.l.) Neben Jonges Baas Dr. Reinhold Hahlhege sprachen bei der Einweihung Jonges-Vorstandsmitglied Maximilian Schönauer, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Finanzvorstand der Stadtwerke Jan Huth und Robert Lamers vom „Verein zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen des Düsseldorfer Hafens“, Foto: Dirk Schmidt
Robert Lamers vom „Verein zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen des Düsseldorfer Hafens“ sieht in der Wiederinbetriebnahme ein positives Zeichen, denn der Rheinpegel soll ab jetzt wieder langsam steigen.
Die Pegeluhr zeigt die Uhrzeit und auch den Rheinpegel an. Dabei verbirgt sich im Inneren moderne Technik. Der Wasserstand wird in einem Pegelschacht gemessen, der über eine Röhre mit dem Gewässer verbunden und mit einem Schwimmer ausgestattet ist. 1954 wurde zusätzlich ein Druckluftpegel mit Datenfernübertragung in Betrieb genommen. Aktuell werden die gemessenen Werte digital übertragen und können auch online abgerufen werden. Der höchste Pegelstand wurde am 2. Februar 1926 mit 1110 Zentimetern gemessen.

Karl-Heinz Schmäke hat in seiner Kunstgießerei die Platte gefertigt, die über die Restaurierung informiert – auch mit QR-Code
Ermöglicht wurde die Restaurierung durch die Unterstützung zahlreicher Sponsoren. Neben den Düsseldorfer Jonges beteiligen sich unter anderem die Stadtwerke Düsseldorf, Fortuna Düsseldorf, der Verein zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen des Düsseldorfer Hafens, die Targo Bank, die Stiftung Silesia, die Kunstgießerei Schmäke sowie die Jonges-Tischgemeinschaft „De Hechte“ an der Finanzierung.
Weitere Informationen über die Pegeluhr ist über einen QR-Code abrufbar.