Düsseldorf Unterbach: Erster Schwimmkurs im Freiwasser

Um das Frühschwimmer-Abzeichen „Seepferdchen“ zu erhalten, muss man vom Beckenrand ins Wasser springen, 25 Meter schwimmen, einen Gegenstand vom Beckenboden heraufholen und über die grundlegenden Baderegeln Bescheid wissen. Genau das möchte der angehende Drittklässler Fynn Ende August können und sich den passenden Sticker auf seine Badehose nähen. Deshalb besucht er während der Sommerferien einen Schwimmkurs. Allerdings nicht in einem der städtischen Bäder, sondern am Unterbacher See. Erstmals können „wassergewöhnte“ Kinder ab fünf Jahren am und im See an Kursen teilnehmen. Die Kinder lernen schwimmen, springen, tauchen und gleiten. Bei entsprechender Schwimmleistung kann der Kurs mit dem „Seepferdchen“ abgeschlossen werden.
Aber es geht für die Kids am U-See nicht nur ums Schwimmen. Sie lernen das Freiwasser, die Besonderheiten eines Badesees sowie spielerisch den sicheren Umgang mit natürlichen Gegebenheiten wie Wellen, Wasserpflanzen, unterschiedlichen Wassertiefen und Sichtverhältnissen kennen.
„Fynn war schon ein paarmal auf dem Unterbacher See Tretboot fahren. Da haben wir gedacht, dass es sinnvoll ist, wenn er schwimmen kann und ihn bei dem Kurs angemeldet“, erläuterte Corinna Welski. „Er war auch sofort bereit, den Kurs mitzumachen, weil er selber schwimmen lernen wollte.“

Unter Wasser gibt es auch Pflanzen – wie die Kinder selber sehen
So stand Fynn am Samstagmittag (1.8.) zusammen mit Schwimmlehrer Johannes Bögemann und Robin Kubischke sowie weiteren Kinder knöcheltief im Wasser. „Merkt ihr den weichen Sand unter euren Füßen?“, fragt Bögemann. „Das ist Matsch“, antwortet eines der Kinder. „Genau. Das ist also etwas völlig anderes als in einem gefliesten Schwimmbecken“, erklärte Bögemann und betonte: „Ein paar Meter weiter im U-See sinkt die Wassertemperatur ab. Das von den Schritten aufgewirbelte Sediment behindert die Sicht.“ Bereits in den allerersten Minuten der 45-minütigen Lerneinheit werden den Kids zusätzliche Freiwasser-Informationen vermittelt.

(v.l.) Robin Kubischke, Frank Bauer und Johannes Bögemann
„Die Idee zum Kinder-Schwimmkurs hatten wir schon vor längerem, aber die Umsetzung scheiterte immer an fehlenden Kapazitäten“, berichtete der Leiter der U-See-Strandbäder Frank Bauer. „Jetzt, wo Johannes Bögemann zertifizierter Schwimmlehrer ist, können wir loslegen.“ Noch ist es ein Pilotprojekt, aber eine Fortsetzung ist bereits in Planung. „Wenn es diesen August gut läuft, wollen wir den Kurs im nächsten Jahr den ganzen Sommer über anbieten“, sagte Bauer. Da die diesjährigen Kurse bereits komplett ausgebucht sind, stehen die Chancen auf eine Fortsetzung in 2027 nicht schlecht.

Alle zwei Wochen wird die Wasserqualität des U-Sees getestet und bisher immer mit ausgezeichnet bewertet
Dabei treiben Bauer, Bögemann und Kubischke auch die Zahl der Badetoten in Deutschland um. „Jeder Badetote macht mich betroffen“, gesteht Bauer. „Wir möchten etwas dagegen tun und dafür sensibilisieren, wie man sich am und im offenen Gewässer verhält.“ Mehr kann ein Schwimmkurs wohl nicht bieten.