Düsseldorf: Närrische Marktfrauen bekommen einen Sellerieprinzen mit Durchblick

Da war auch Lothar Hörning verblüfft. „Damit habe ich nicht gerechnet“, gestand der Präsident des Comitees Düsseldorfer Carneval (CC) am Sonntagnachmittag (13.9.). Und das passiert Hörning nicht oft, ist er doch karnevalistisch meist auf dem aktuellen Stand. Doch das Geheimnis um den neuen Sellerieprinzen der Närrischen Marktfrauen wurde bestens gehütet. Bis dann die neue Präsidentin Angie Müller und die Vorsitzende Cida Klinkhammer feierlich Gerd Kittel präsentierten.

Auch die Markfrauen wussten noch nicht, wer ihre neue Tollität sein wird
„Unser neuer Sellerieprinz ist Karnevalist durch und durch. Er behält in jeder jecken Situation den Durchblick“, versprach Müller. Denn Kittel ist seit 25 Jahren Mitglied bei der KG Till’s Freunde, seit vier Jahren deren Präsident und mit seinem Optikergeschäft in Pempelfort beheimatet.
Nicht nur für Kittel war die Präsentation der erste große Auftritt mit den Marktfrauen, auch für Präsidentin Angie Müller. Im Mai war sie zur Präsidentin des reinen Frauenvereins gewählt worden – Männer sind nur als Fördermitglieder geduldet. In einer Kampfabstimmung setzte sie sich gegen die bisherige Präsidentin Yvonne Janssen durch. „Ich hatte bereits als Yvonne zur Präsidentin gewählt wurde, ebenfalls kandidiert und bin jetzt erneut angetreten“, erklärte Müller. „Beim ersten Mal hat Yvonne, und jetzt habe ich gewonnen.“
Als Quatschkopp der KG Reisholzer Quatschköpp hat Müller bereits viel Bühnenerfahrung gesammelt, aber nervös sei sie vor Auftritten immer noch. „Wenn man nicht aufgeregt ist, fehlt einem doch die Leidenschaft“, erklärte sie. Von viel Aufregung war bei der Sellerieprinzen-Präsentation nicht viel zu spüren. Souverän führte die Präsidentin durch das Programm. Die Nervosität war allerdings bei Kittel deutlich spürbar. Kein Wunder. „Ich wollte schon immer einmal Prinz im Karneval sein. Aber bisher ist immer irgendwas dazwischen gekommen“, gestand er. „Aber jetzt nehme ich mir die Zeit und ein Traum geht in Erfüllung.“

Eine wird eine kurze, aber einmalige Session für Gerd Kittel
Es wird eine terminintensive Zeit für den Prinzen mit der Selleriestange als Pritsche, denn sein Präsidentenjob bei Till’s Freunde läuft ja noch parallel. „Ich habe aber in der kommenden Session etwas mehr Zeit, weil Till’s Freunde keine große Sitzung in der Rheinterrasse machen. Wir haben, weil die Karnevalszeit ja so kurz ist, einfach keinen gemeinsamen Termin gefunden“, erklärte die designierte Tollität. „Dass man Präsident einer Gesellschaft sein kann und gleichzeitig Sellerieprinz, hat ja David Burkhardt bewiesen. Mit ihm werde ich demnächst mal telefonieren und mir ein paar Tipps holen.“
Burkhardt war in der Session 2024/25 Sellerieprinz und feierte in dieser fünften Jahreszeit auch als Präsident der Büdericher Heinzelmännchen das 7×11-Jährige Jubiläum seiner Gesellschaft.
Bis auf die Vorsitzende und die Präsidentin wusste bei den Marktfrauen nur Birgit Nolte von Kittels zukünftigen Prinzendasein. „Birgit ist die Frau von Michael Nolte, dem ersten Vorsitzend der Till’s Freunde. Sie hat es bei meinen Telefonaten mit Michael mitbekommen. Ich wollte mir die Einwilligung vom Vorstand holen“, erklärte Kittel „Ansonsten wussten es auf meiner Seite nur noch mein Partner Roberto und meine Tochter Leonie. Alle haben das Geheimnis bewahrt.“

Ein Herz für “seine” Marktfrauen
Die Herzen der Marktfrauen eroberte der künftige Sellerieprinz im Sturm. Legte er doch jeder als Antrittsgeschenk ein kleines Lebkuchenherz am pinken Bande um den Hals.