Düsseldorf: Feierliche Inbetriebnahme des Elektrolyseur der Stadtwerke

Bereits seit einem Jahr gibt es eine Wasserstoff-Tankstelle am Gelände der Stadtwerke am Höherweg. Bisher wurde der Wasserstoff dafür vom Betreiber der Tankstelle H2 MOBILITY bezogen, doch das sollte von Anfang an eine Übergangslösung sein. Ziel war es den Wasserstoff lokal selber zu produzieren, um emissionsarme Mobilität zu ermöglichen. Dabei arbeiteten die Stadtwerke, die Rheinbahn und H2 MOBILITY zusammen.
Die Firma FEST hat den Elektrolyseur gebaut, der ab sofort „Wasserstoff made in Düsseldorf by SWD“ ermöglicht. Darin wird mittels Strom Wasser in seine Bestandteil Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Besonders nachhaltig wird das Verfahren, weil der Strom aus pflanzlichen, tierischen oder mikrobiellen Abfällen des Düsseldorfer Mülls entsteht. „Das schafft lokale Wertschöpfung und vermeidet CO2-Emissionen beim Transport von Wasserstoff. Damit leisten wir gemeinsam einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Düsseldorfer Mobilitätssektors“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke, Julien Mounier.

Es sieht aus wie ein normaler Container, ist aber vollgepackt mit TEchnik
Dem pflichtete die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur bei. Sie nannte den Wasserstoff eine „Freiheitsenergie“, da diese Technologie frei mache von Abhängigkeiten und ein Modell für die Zukunft sei. „Wasserstoff ist kein abstraktes Zukunftsversprechen, sondern ermöglicht schon heute klimafreundliche Mobilität. Kurze Betankungszeiten und hohe Reichweiten machen Wasserstoff-Busse und -Lkw zur sinnvollen Ergänzung für Elektro-Fahrzeuge. Hier wird aus Abfall saubere Energie – mit klugen Lösungen wie dieser bringen wir die Wasserstoffwirtschaft in NRW voran,“ lobte sie die Entwicklung.
„Heute geben wir mit unseren Partnern einen neuen Impuls für die Energie- und Mobilitätswende in Düsseldorf. Erstmals wird Wasserstoff direkt vor Ort erzeugt und im städtischen Umfeld genutzt. Gemeinsam mit unseren Partnern schaffen wir eine verlässliche, regionale Versorgungsstruktur, die von der Erzeugung über die Infrastruktur bis hin zur Anwendung im öffentlichen Nahverkehr reicht. Das zeigt, wie integrierte Lösungen die Transformation unserer Stadt konkret voranbringen können“, erklärte Julien Mounier.
Umweltdezernent Jochen Kral, der Oberbürgermeister Keller vertrat, ergänzte, dass auf dem Gelände der Tankstelle früher ein Gaskraftwerk gestanden habe. Die Station sei ein Zeichen für Haltung, dass Männer und Frauen an die regenerative Energien glauben und so gemeinsam ein historischer Schritt getan wurde.
Der Elektrolyseur ist ein zentraler Baustein in einem integrierten Gesamtsystem: Die Stadtwerke erzeugen den Wasserstoff, H2 MOBILITY stellt die Infrastruktur für die Betankung bereit, und die Rheinbahn nutzt ihn für den Betrieb ihrer Wasserstoff-Busflotte. Damit greifen Produktion, Infrastruktur und Anwendung erstmals vollständig ineinander. Es ist ein Modell, das als Blaupause für weitere urbane Wasserstoffprojekte dienen kann.

Die zehn Wasserstoffbusse der Rheinbahn werden bereits am Höherweg betankt, zehn weitere Busse sind bestellt
Auch die Rheinbahn freut sich Teil der innovativen Kooperation zu sein. Die Wasserstofftankstelle liegt in der Nähen des Betriebshof Lierenfeld und ermöglicht kurze Wege, reduziert Transportemissionen und damit den effizienten und flexiblen Einsatz der Wasserstoffbusse. Aktuell sind es bei der Rheinbahn zehn Busse, weitere zehn sind im Beschaffungsprozess.
Betreiber der Wasserstofftankstelle in die H2 MOBILITY. Das Unternehmen betreibt bereits die meisten der rund 100 öffentlichen Wasserstofftankstellen in Deutschland. Geschäftsführer Martin Jüngel stellte fest: „Die Rhein-Ruhr-Region entwickelt sich zunehmend zu einem starken Wasserstoff-Cluster, in dem Produktion, Nachfrage und Infrastruktur eng miteinander verzahnt sind. Das Projekt in Düsseldorf ist dafür ein überzeugendes Beispiel. Wasserstoff wird hier als Teil einer regionalen Wertschöpfungskette gedacht und umgesetzt – von der Erzeugung bis zur Anwendung im ÖPNV. Mit der direkten Anbindung des Elektrolyseurs an die H2 MOBILITY Tankstelle schließt sich ein regionaler Energiekreislauf in der Landeshauptstadt. Wir gratulieren allen Projektpartnern zu diesem wichtigen Meilenstein.“
Der Elektrolyseur der Stadtwerke Düsseldorf wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit rund 1,2 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Das ganze Projekt der Stadtwerke Düsseldorf hat ein Volumen von rund 5,5 Millionen Euro. Der Bund hat insgesamt 3.137.000 Euro für die Errichtung der Anlage beigesteuert.