Marihuana March 2026 in Düsseldorf: Protest gegen die Rückwärtsrolle der Konservativen

Die Abstimmung mit den Füßen ist eindeutig: Anstatt 500 bis 600 Teilnehmer, so wie früher, kamen am Samstag (16.5.) rund 120 in den Hofgarten. Der Protestdruck ist raus bei den Kiffern. Die Teillegalisierung von Cannabis am 1. April 2024 hat vielen, die bislang im Geheimen rauchen mussten, ein Stück weit entkriminalisiert. Doch aus der Sicht der Organisatoren des Global Marihuana March 2026 durch Düsseldorf ist das ein fatales Fehlurteil. „Wir dürfen jetzt nicht zufrieden stehenbleiben, sondern müssen das Erreichte verteidigen, mehr fordern und ein klares Signal gegen Rückschritte in der Cannabispolitik setzen“, sagt Vize-Anmelder Domenic Emanuelli.

Co-Anmelder Domenic Emanuelli begrüßte die Teilnehmer*Innen im Hofgarten.
Denn zum einen bläst der konservative Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zum Angriff auf das bestehende Cannabisgesetz von 2024. „Er ignoriert dabei sämtliche Fakten“, klagt Emanuelli. So belege die EKOCAN-Studie einen deutlichen Rückgang von Cannabisdelikten bei der Strafverfolgung bei stabilen Konsumzahlen und ersten positiven Effekten bei der Eindämmung des Schwarzmarktes. Dobrindt spreche trotz dieser wissenschaftlich erhobenen Fakten von einem Scheißgesetz. Und die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) möchte das Medizinal-Cannabisgesetz erneut einschränken. Der Düsseldorfer Marihuana March ruft zum Widerstand gegen die Rückdreher auf: „Wir sind in der Pflicht, anders geht es nicht.“

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will das Gesetz für Medizin-Cannabis verschärfen.
Zudem gebe es immer noch Merkwürdigkeiten im Kiffer-Alltag. Der, der einen Rauchenden bittet: „Ey, lass mich mal ziehen!“ mache sich strafbar. Teillegalisierung hin oder her. Cannabis sei der Volksdroge Alkohol immer noch nicht gleichgestellt. „Wir fordern, dass es Cannabis in einem zu erlaubenden Fachhandel zu kaufen gibt und dass die Anbauklubs entkriminalisiert werden.“ Das wäre eben die bislang nicht umgesetzte zweite Säule des Cannabisgesetzes: Diese umfasst wissenschaftlich begleitete Modellprojekte in ausgewählten Regionen. Mit dem kommerziellen Anbau sowie Verkauf von Genusscannabis in lizenzierten Fachgeschäften an Erwachsene. Für fünf Jahre sollten Erfahrungen gesammelt und anschließend ausgewertet werden. Auch Düsseldorf hatte nach Angaben der Organisatoren des Marsches einen solchen Antrag gestellt und war mit dem Versuch gescheitert, eine Musterregion zu werden.

Rund 120 Teilnehmer*Innen erschienen am Startpunkt der Demo im Hofgarten. Ziel des Protestzuges war der Kultur Schlachthof.
Unter dem Schutz der Polizei zog der Global Marihuana March vom Hofgarten aus zum Kulturschlachthof – wo noch zu guter Musik und Zug um Zug gefeiert wurde.